- Forscher des IIS La Fe, der Fundación IVI, der Stanford University und des Babraham Institute haben das erste In-vitro-Modell entwickelt, welches das menschliche Endometrium nahezu identisch nachbildet
- Das System erlaubt es, die menschliche Embryonenimplantation bis zum 14. Entwicklungstag – der gesetzlich zulässigen Grenze – zu simulieren
- Dieser Fortschritt ebnet den Weg für ein besseres Verständnis von Einnistungsstörungen und die Entwicklung personalisierter Strategien für Patientinnen mit Fertilitätsproblemen
- Die Arbeit wurde in Cell veröffentlicht, einer der weltweit renommiertesten Fachzeitschriften im Bereich Biologie und Lebenswissenschaften
VALENCIA, DEN 26 DEZEMBER 2025
Einem internationalen Team unter der Leitung der Fundación IVI und des IIS La Fe ist es gelungen, die Einnistung des menschlichen Embryos in den ersten Tagen seiner Entwicklung im Labor nachzubilden – ein äußerst komplexer und entscheidender Prozess für den Erfolg einer Schwangerschaft.
Die Bedeutung dieser Entdeckung führte dazu, dass die Studie mit dem Titel Modelling human embryo implantation in vitro, geleitet von Dr. Francisco Domínguez (Forscher der Fundación IVI) und Dr. Matteo Molè (Forscher an der Stanford University, Kalifornien), zur Veröffentlichung in Cell angenommen wurde. Cell zählt zu den wissenschaftlichen Fachzeitschriften mit höchstem internationalen Ansehen und ist ein Referenzmedium in der Zell- und Molekularbiologie. Die Veröffentlichung in diesem Journal, bekannt für seine strenge Begutachtung, unterstreicht die Tragweite dieser Arbeit und ihr Potenzial, die Forschung im Bereich der menschlichen Reproduktion grundlegend zu verändern.
Das entwickelte Modell bildet ein dreidimensionales menschliches Endometrium nach, das aus primären Stromazellen und Epithelzellen aufgebaut ist. Damit gelang es dem Forschungsteam, die Embryonenimplantation bis zum 14. Tag detailliert zu beobachten – ein bisher außerhalb des menschlichen Körpers unerreichter Meilenstein.
„Zum ersten Mal können wir die vollständige Entwicklung eines menschlichen Embryos bis zum 14. Tag untersuchen – mithilfe eines Modells, das die Gebärmutterumgebung nahezu perfekt nachbildet”, erklärt Dr. Domínguez, Hauptautor der Studie. „Dass diese Arbeit in Cell veröffentlicht wird, bestätigt die Relevanz dieses Durchbruchs für die internationale Wissenschaftsgemeinschaft.“
Ein Impuls für die Reproduktionsmedizin und Grundlagenforschung
Das neue Modell bedeutet einen bedeutenden Fortschritt sowohl für die Grundlagenforschung als auch für die klinische Praxis. Die Embryonenimplantation stellt eine der kritischsten – und zugleich am wenigsten verstandenen – Phasen der Schwangerschaft und der Behandlungen der assistierten Reproduktion dar.
„Dieses System wird es uns ermöglichen zu verstehen, warum es bei bestimmten Patientinnen zu Einnistungsstörungen kommt, und gezieltere Strategien zu entwickeln”, so Dr. Domínguez weiter. „Wir können sogar das Endometrium jeder Patientin individuell mit ihren eigenen Zellen rekonstruieren – das eröffnet den Weg zu einer präziseren, personalisierten Reproduktionsmedizin”.
Dieses System wurde so optimiert, dass es von Laboren weltweit reproduzierbar eingesetzt werden kann. Dadurch werden neue Forschungsansätze über die ersten Tage der Schwangerschaft gefördert.
Internationale Zusammenarbeit und nächste Schritte
Die Studie entstand durch die enge Zusammenarbeit zwischen dem IIS La Fe, der Fundación IVI, der Stanford University (USA) und dem Babraham Institute (Vereinigtes Königreich).
Das Forschungsteam arbeitet bereits an weiteren Anwendungen des Modells – von der Analyse molekularer Faktoren, die an der Implantation beteiligt sind, bis hin zu möglichen Interventionen zur Erhöhung der Schwangerschaftsraten bei Patientinnen mit Fruchtbarkeitsproblemen.
„Zu verstehen, was in diesen frühen Phasen geschieht, ist entscheidend, um Menschen mit Kinderwunsch zu helfen und um unser Wissen über den Beginn menschlichen Lebens zu erweitern”, schließt Dr. Domínguez.