Unreife Eizellen sind Eizellen, die ihren Reifungsprozess noch nicht abgeschlossen haben. Daher, sind sie noch nicht für eine Befruchtung bereit.
In einer Behandlung der assistierten Reproduktion ist die Eizellreifung entscheidend, um eine Befruchtung im Labor durchführen zu können. In diesem Blog erklärt uns Dr. Mario Bermúdez, Gynäkologe bei IVI Mallorca, das Thema der unreifen Eizellen: welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, welche Behandlungsoptionen es gibt und wie wir Patientinnen und Paare bei IVI unterstützen können.
Was sind unreife Eizellen?
Eizellen durchlaufen verschiedene Entwicklungsstadien, aber nur reife Eizellen können im Rahmen einer IVF (In-vitro-Fertilisation) befruchtet werden.
Die unterschiedlichen Stadien der Eizellreifung beschreiben wir im Folgenden:
- MII (reif): befruchtungsfähig.
- MI (intermediär): die Meiose ist noch nicht abgeschlossen.
- GV (Keimbläschen): frühestes Stadium, nicht befruchtungsfähig.
Die Eizellreifung ist ein komplexer Prozess, an welchem mehrere Faktoren beteiligt sind.
Hormonelle Faktoren
Hormone wie FSH, LH und GnRH sind an der Follikelentwicklung beteiligt. FSH initiiert die Entwicklung und das Wachstum der Follikel, während LH die finale Reifungsphase auslöst und den Eisprung einleitet. GnRH wirkt auf die Hypophyse und regt die Produktion der Gonadotropine (FSH und LH) an.
Physiologische Faktoren
Das Alter der Frau ist ein Schlüsselfaktor, da dies die ovarielle Reserve beeinflusst und das Risiko einer unvollständigen Reifung erhöht.
Auch die ovarielle Reserve selbst ist entscheidend. Je weniger Follikel vorhanden sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, qualitativ gute Eizellen zu gewinnen, die korrekt ausreifen.
Darüber hinaus können gynäkologische Erkrankungen wie Endometriose oder PCOS das hormonelle Gleichgewicht und die Ovarialfunktion beeinflussen.
Lebensstil
Der Lebensstil hat spürbare Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit – insbesondere auf die Eizellqualität und die Reifung. Es ist sinnvoll, bestimmte Gewohnheiten im Blick zu behalten:
- BMI
- Konsum von Tabak, Alkohol und anderen Substanzen
- Ernährung
- körperliche Aktivität
Was passiert, wenn unreife Eizellen gewonnen werden?
In einem Stimulationszyklus sind nicht alle Eizellen reif, da die Eierstöcke nicht immer wie erwartet reagieren. Unreife Eizellen werden üblicherweise verworfen, allerdings hat IVI auf dem XII. Kongress der Asociación para Estudio de la Biología de la Reproducción (ASEBIR) ein alternatives Protokoll vorgestellt. Beim sogenannten „Rescue of germinal vesicles“ werden Eizellen ausgewählt, die trotz Unreife ein biologisches Potenzial haben. Diese verbleiben einen zusätzlichen Tag in einem Inkubator mit Time-Lapse-Technologie.
Auf diesem Kongress wurde außerdem eine neue Variante der In-vitro-Maturation vorgestellt, die es ermöglicht, die Eizelle vor ihrer Reifung zu „konditionieren“.
Daher ist es wichtig, dass Expertinnen und Experten mit den unreifen Eizellen arbeiten, die bei der Punktion gewonnen wurden. Andernfalls würden sie verworfen, da sie nicht befruchtet werden können.
Behandlungsoptionen, wenn unreife Eizellen vorliegen
Es gibt verschiedene Optionen für Patientinnen, bei denen bei der Punktion nicht genügend reife Eizellen gewonnen wurden. Zunächst wird die Fachärztin bzw. der Facharzt beurteilen, ob das Stimulationsprotokoll angepasst werden sollte. Bei IVI personalisieren wir jede Behandlung – deshalb ist es entscheidend, die Ergebnisse jedes Zyklus zu evaluieren, um die nächsten Schritte festzulegen.
Wenn Patientinnen keine reifen Eizellen oder keine entwicklungsfähigen Embryonen erzielen, kann eine Behandlung mit Eizellspende in Betracht gezogen werden. Die Eizellspende ist bei IVI die Option, für die sich etwa 1 von 3 Patientinnen entscheidet – mit Erfolgsraten, die beim kumulierten dritten Versuch nahe an 100 % liegen.
Tipps und häufige Fragen
Wenn in einem Zyklus nicht die erwartete Anzahl reifer Eizellen gewonnen wird, entstehen bei Patientinnen häufig Fragen und Sorgen. Im Folgenden beantworten wir einige der häufigsten.
Beeinflusst der Zeitpunkt der Punktion die Reife der Eizellen?
Die Fachärztin bzw. der Facharzt legt das hormonelle Stimulationsprotokoll so fest, dass am Tag der Punktion möglichst viele reife Eizellen gewonnen werden. Wenn dies nicht möglich ist, können Medikation, Zeitpunkte oder auch die Art des Auslösers für den Eisprung angepasst werden.
Wie viele unreife Eizellen gibt es in den Eierstöcken?
Es lässt sich nicht bestimmen, wie viele unreife Eizellen in den Eierstöcken vorhanden sind, bevor die Punktion durchgeführt wurde. Der Ultraschall zeigt nur Follikel, nicht die Eizellen – deshalb spricht man von Follikelzählung. Nach der Punktion untersucht das Labor die gewonnenen Eizellen und bestimmt, wie viele vorhanden sind, wie viele verwendbar sind usw.
Wenn ich keine reifen Eizellen habe, kann ich dann nicht schwanger werden?
Es gibt Alternativen für Patientinnen, die in einem Zyklus keine reifen Eizellen gewinnen. Die Fachärztin bzw. der Facharzt beurteilt den Einzelfall und entscheidet, ob weitere Zyklen sinnvoll sind oder ob das Medikationsprotokoll angepasst werden sollte. Es gibt verschiedene Varianten, die individuell eingesetzt werden können:
- Langes IVF-Protokoll
- Kurzes Protokoll
- IVF im natürlichen Zyklus
Außerdem kann ein Strategiewechsel erwogen werden, zum Beispiel durch die Verwendung von Spender-Eizellen.
Fazit
- Unreife Eizellen haben den Reifungsprozess nicht abgeschlossen und sind nicht befruchtungsfähig.
- Es ist nicht möglich, im Voraus sicher zu wissen, ob in einem Zyklus unreife Eizellen gewonnen werden.
- Bestimmte Faktoren beeinflussen dies: mütterliches Alter, hormonelle Faktoren, gynäkologische Erkrankungen.
- Wenn ein Zyklus viele unreife Eizellen ergibt, wird eine Anpassung des Protokolls geprüft (Medikation, Zeitplanung usw.).
- Es gibt Alternativen für Frauen, die nicht genügend reife Eizellen gewinnen – unter anderem die Eizellspende.
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