19 Februar 2019

Eine bahnbrechende Studie von IVI zeigt eine signifikante Verschlechterung der Samenqualität im Laufe der Jahre

Das Risiko, dass Männer zu Reproduktionszwecken eine Fruchtbarkeitsbehandlung benötigen, steigt um 9%

  • Diese Studie wurde mit dem Akademischen Preis der Gesellschaft für männliche Fortpflanzung und Urologie ausgezeichnet, der in der letzten Ausgabe des ASRM verliehen wurde
  • Die aus rund 120.000 Männern gebildete Stichprobe ist die bisher größte in der wissenschaftlichen Weltliteratur

Die männliche Unfruchtbarkeit macht die Hälfte der Fälle aus, die heute in Kliniken für assistierte Reproduktion behandelt werden. Diese Tatsache, zusammen mit dem offensichtlichen Rückgang der Samenqualität in den letzten Jahren, macht diese Studie zu einem Ausgangspunkt für eine Realität, welche die Alarmglocken bezüglich der Entwicklung der männlichen Fertilität klingen lässt.

Die Studie „Gesamtmotile Spermienanzahl über Zeitkontinente: Auswertung von Samenanalysen von 119.972 infertilen Männern“ unter der Leitung von Dr. Ashley Tiegs, IVI-Stipendiatin in New Jersey, untersucht die Gesamtzahl mobiler Spermien (TMSC, nach seinen Initialen in englischer Sprache) – den wichtigsten Parameter, der die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft prognostiziert – von 119.982 Männern, die IVI in den Klinik in Spanien und New Jersey zwischen 2002 und 2017 behandelt hat. Zusammenfassend zeigt diese Studie, dass der Anteil der Männer, bei denen das Risiko für eine Fruchtbarkeitsbehandlung besteht, in den letzten Jahren von 12,4% im Jahr 2004 auf 21,3% im Jahr 2017 deutlich gestiegen ist. Dies entspricht einem Anstieg von 9% in etwas mehr als einem Jahrzehnt – eine alarmierende Entwicklung.

 „Wir verfügen über eine große Menge an Informationen im Zusammenhang mit unfruchtbaren Patienten, was uns neben der Verbesserung der Ergebnisse früherer Studien erlaubt hat, zu demonstrieren, dass diese Abnahme der Samenqualität klinische Konnotationen impliziert, die einen offensichtlichen Effekt auf die männliche Fertilität haben. Das verpflichtet uns zu komplexeren Behandlungen als vor ein oder zwei Jahrzehnten, um den Reproduktionswunsch unserer Patienten zu erfüllen „, erklärt Dr. Nicolás Garrido, Direktor der IVI Foundation und Mitautor der Studie.

Diese Arbeit erhielt den akademischen Preis der Gesellschaft für männliche Fortpflanzung und Urologie, der in der letzten Ausgabe der ASRM (Amerikanische Gesellschaft für Fortpflanzungsmedizin) im vergangenen Oktober in Denver verliehen wurde.

Während ihrer Forschung teilte Dr. Tiegs die erhaltenen Daten in drei Gruppen auf: Männer mit einer TMSC von mehr als 15 Millionen Spermien, eine Anzahl, die keine Fruchtbarkeitsbehandlung an sich erfordern würde; Männer mit einer TMSC zwischen fünf und 15 Millionen, bei denen das Risiko besteht, dass eine minimalinversive Kinderwunschbehandlung wie künstliche Befruchtung erforderlich ist; Männer mit einer TMSC zwischen null und fünf Millionen, die möglicherweise eine In-vitro-Fertilisation (IVF) unter Anwendung einer intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) benötigen, um eine Schwangerschaft zu erreichen.

„Es handelt sich um die bisher größte untersuchte Stichprobe, welche dieser Arbeit ein bemerkenswertes wissenschaftliches Gewicht verleiht. Dies eröffnet zusammen mit den erzielten revolutionären Ergebnissen ein unbekanntes Forschungsgebiet, welches die Hintergründe untersuchten kann, die diese verursachen. Des Weiteren stellt sie mit objektiven und belastbaren Daten den Beweis für die Beobachtungen, die wir seit geraumer Zeit in den Kliniken anstellen, aber bis heute auf diese maßgebende Weise nicht haben nachweisen können, dar. Nach diesen Ergebnissen müssen die Ursachen dieser Tatsache und die zu ergreifenden Maßnahmen genauer analysiert werden. Wir sind davon überzeugt, dass uns jeder Fortschritt in dieser Richtung helfen wird, einige der besorgniserregenden Fragen rund um die Faktoren, die die männliche Unfruchtbarkeit beeinflussen, aufzuklären“, fügt Dr. Garrido hinzu.

Angesichts des Ergebnisses, dass Männer ein erhöhtes Risiko aufweisen, eine Fruchtbarkeitsbehandlung zu Reproduktionszwecken zu benötigen, scheint die Frage nach dem “Warum” unumgänglich.

„Es wird viel über die schädlichen Auswirkungen eines toxischen Lebensstils und die ständige Einwirkung negativer Umwelteinflüsse auf die Spermienqualität geforscht, aber es ist noch nicht genau bekannt, wie schädlich diese Faktoren sind. In Anbetracht der Tatsache, dass die Ätiologie der rückläufigen Entwicklung der TMSC eine Spekulation bleibt, ist eine kontinuierliche und genauere Untersuchung derjenigen Faktoren erforderlich, die die Spermienqualität negativ beeinflussen könnten“, schließt Dr. Garrido.

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