4 April 2019

Extrazelluläre Vesikel könnten bei einer Verbesserung der Erfolgsquote in der assistierten Reproduktion helfen

  • Diese Partikel sind dank ihrer wichtigen Rolle bei der Kommunikation zwischen Embryo und Endometrium und ihrem Potential, als Biomarker zu fungieren, ein vielversprechendes Forschungsinstrument

Seit Beginn der Reproduktionsmedizin gilt der Gedanke “Besserer Embryo, bessere Ergebnisse in der Schwangerschaft” als unbestreitbare Wahrheit. Als Konsequenz hieraus wurde der Fokus auf die Embryologie-Laboratorien gelegt, um die Methoden zur Embryonenauswahl zu verbessern und die Embryonen zu nutzen, die das größte Einpflanzungspotential versprechen. In diesem Sinne zeigt das Poster, das IVI anlässlich des 8. Internationalen IVIRMA-Kongresses über extrazelluläre Vesikel vorstellt, neue Wege zur Verbesserung dieser Auswahl und folglich für die Vergrößerung der Erfolgsquoten bei Reproduktionsbehandlungen.

Die Studie “Extracellular vesicles can be isolated from culture media with and without exposure to human preimplantation embryos”, die von Herrn Diego Marín, Doktorand an der IVIRMA-Niederlassung, die die Unternehmensgruppe in New Jersey unterhält, und von Dr. Richard T. Scott, CEO von IVIRMA und Mentor des Projekts, geleitet wird, wurde mit dem Ziel gestartet, einen Biomarker zu finden, der es ermöglicht, den Embryonen-Auswahlprozess durch eine nicht-invasive Methode zu optimieren und so die Einpflanzungsquoten der Embryonen – in diesem Fall Euploiden, die über 46 normale Chromosomen verfügen – zu steigern. Diese Quote liegt derzeit bei rund 70%.

“Die extrazellulären Vesikel sind Partikel, die aus Zellen mit einer zweischichtigen Membran stammen und Moleküle absondern. Wie nachgewiesen werden konnte, spielen diese eine grundlegende Rolle in der interzellulären Kommunikation. Da der Dialog zwischen dem Embryo und dem Endometrium von entscheidender Bedeutung für die korrekte Einpflanzung und einen normalen, erfolgreich zu Ende gebrachten Schwangerschaftsverlauf ist, möchten wir nachweisen, dass diese vom Embryo vor der Einpflanzung abgesonderten extrazellulären Vesikel eine zentrale Rolle in der Kommunikation spielen und daher zu potentiellen Biomarkern für die embryonale reproduktive Kompetenz werden könnten”, kommentierte Herr Dr. Juan Antonio García Velasco, wissenschaftlicher Direktor des 8th International IVIRMA Congress.

Es handelt sich um ein ziemlich neuartiges Forschungsthema mit kaum zweijähriger Forschungstätigkeit. Daher versucht man langfristig, diese Vesikel zu identifizieren, sie aus der Kultur zu isolieren und anschließend zu analysieren, um herauszufinden, welche Wirkungen sie auf den Embryo (in diesem Fall: die Euploiden) haben und so das Potenzial der Vesikel für das Gebiet der assistierten Reproduktion zu optimieren.

 “Obwohl es bereits Studien über die Relation zwischen diesen Vesikeln und ihrer Anwendung in der Behandlung von Nieren- oder Tumorerkrankungen gibt, wurden diese bis vor kurzem noch nicht auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin angewendet. Die extrazellulären embryonalen Vesikel eröffnen ermutigende, nicht-invasive Möglichkeiten zur Beurteilung der Verwendbarkeit eines Embryos, die dabei helfen könnten, die Embryonen-Auswahl zu verbessern und den molekulären Dialog zwischen Embryo und Endometrium zu verstehen. Dadurch könnte die Schwangerschaftsquote signifikant gesteigert werden, wenn dieses vielversprechende Instrument mit anderen Diagnosetechniken kombiniert wird. Allerdings müssen noch komplexere Untersuchungen erfolgen, um deren Profil als Diagnosetest zur Auswahl von Embryonen zu implementieren”, fügte Dr. García Velasco ferner hinzu.

Auf der Suche nach dem Wundermittel in der Fortpflanzung

Dank ihrer unmittelbaren Zugänglichkeit wurde die Morphologie des Embryos zur Standardmethode bei der Auswahl der Embryonen. Später revolutionierten die genetischen Präimplantationsdiagnosetests für das Screening von Aneuploidien (PGT-A) das Gebiet, weil die embryonale Auswahl nunmehr nicht nur nach ihrem Aussehen erfolgte, sondern der Schwerpunkt auf ihre genetische Beschaffenheit gelegt wurde. Damit konnte nachgewiesen werden, dass der Transfer von Embryonen mit normalen Chromosomen zu einer höheren Erfolgsquote bei der Einpflanzung, einer geringeren Quote an Fehlgeburten und zu kürzeren Zeiträumen bis zur Erzielung einer Schwangerschaft führt.

Infolgedessen wurden verschiedene Versuche mit dem Ziel durchgeführt, solide und messbare Variablen zu finden, die man als Biomarker für embryonale Kompetenz etablieren kann, um so die Reproduktionsergebnisse weiter zu verbessern. Hier ist auch die Einführung von Geräten, wie dem EmbryoScope, einzuordnen, mit dessen Hilfe Studien der morphokinetischen Parameter möglich wurden.

Morphologie, genetische Konstitution und morphokinetische Parameter bilden trotz der bemerkenswerten evolutionären Verbesserungen, die sie bisher geboten haben, heute die Grundlage für die Einpflanzungsquote. Etwa ein Drittel der Embryonen mit normalen Chromosomen schaffen es immer noch nicht, sich in die Gebärmutter einzupflanzen.

 “Nun gehen wir einen Schritt weiter und konzentrieren uns auf die Studien zu den extrazellulären Vesikeln, deren maßgebliches Ziel es ist, mithilfe detaillierter Kenntnisse zu den Möglichkeiten dieser Partikel und deren Einfluss auf den Fortpflanzungsprozess die embryonale Einpflanzungsquote zu steigern”, sagte Dr. García Velasco abschließend.

PRESSESTELLE

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