COVID-19-Impfstoff und Schwangerschaft

Neueste Aktualisierung zu Impfungen gegen COVID-19 in Spanien:

Die Impfkampagne wird in Spanien im Rahmen der Maßnahmen durchgeführt, um eine globale Immunität vor 2022 zu erreichen.

Derzeit werden in Spanien vier verschiedene Impfstoffe verabreicht: Zum einen die Vakzine der Pharmahersteller Pfizer/BioNTech und Moderna vom Typ mRNA. Dieser Impfstofftyp hilft Proteine zu bilden, die auch das Virus hat, und erzeugt so Antikörper als Humorale Immunantwort, die uns gegen das Virus schützen sollen, wenn es in Kontakt mit unserem Körper kommt.

Zum anderen gibt es die Impfstoffe von Astra Zeneca und Janssen, die ein modifiziertes Adenovirus enthalten, das die genetische Information zur Produktion des Spike-Proteins (S) des Coronavirusses transportiert. Das oberste Ziel entspricht dem anderer Impfstoffe: nämlich, dass unser Immunsystem dieses Protein als fremdartig erkennt und dagegen Antikörper bildet. Das modifizierte Adenovirus verfügt nicht über die Fähigkeit, sich zu vermehren und kann daher auch nicht als Ursache der Krankheit betrachtet werden.

 

Schwangerschaft und Impfung gegen COVID-19

Der Interterritoriale Rat des spanischen Gesundheitsdienstes hat bei seiner Sitzung am 12. Mai entschieden, seine Genehmigung für die Impfung von Schwangeren und von stillenden Frauen mit den mRNA-Impfstoffen (Pfizer oder Moderna) zu erteilen, wenn ihnen eine solche Impfung aufgrund ihrer Alters- oder Priorisierungsgruppe zusteht.

 

Frauen, die schwanger werden wollen und Impfung gegen COVID

Frauen, die eine Behandlung der assistierten Reproduktion beginnen möchten und die erste Impfdosis von Pfizer oder Moderna bekommen sollen oder auf die 2. Dosis eines dieser Vakzine warten, müssen nicht darauf warten, dass sie das komplette Impfregime erhalten haben (also vollständig geimpft sind), um ihre Behandlung zu beginnen.

Die Frauen, die mit Astra Zeneca oder Janssen geimpft werden sollen, sollten die geplante Schwangerschaft als Vorsichtmaßnahme auf einen Termin zwei Wochen nach der Impfung verschieben. Dasselbe gilt für alle Frauen, die auf die zweite Dosis von Astra Zeneca warten, auch diese sollten die zwei Wochen nach Verabreichung der Impfung abwarten.

 

Was sagen andere medizinische Organisationen zur Impfung von Schwangeren?

Obwohl bei den klinischen Studien zu Impfstoffen gegen COVID-19 keine Schwangeren getestet wurden, zeigen die verfügbaren Daten (hauptsächlich zur Anwendung von Impfstoffen in den USA), keine nachteiligen Effekte auf die Schwangerschaft.

Das “Joint Committee on Vaccination and Immunisation (JCVI)” aus Großbritannien wiederum empfiehlt, Schwangeren – in Abhängigkeit von ihrem Alter und klinischem Risiko – die Impfungen gegen COVID-19 zur selben Zeit zu verabreichen, wie der übrigen Bevölkerung. Da es mehr Untersuchungen von Schwangeren mit Impfstoffen von Pfizer und Moderna gab, empfiehlt das JCVI auch, diese bevorzugt zu verimpfen. Frauen, die ihre erste Dosis mit Astra Zeneca erhalten haben, empfiehlt man in diesem Land hingegen, das komplette Impfregime (die vollständige Impfung) ebenfalls mit diesem Impfstoff durchführen zu lassen.

Einige Länder der EU, wie Belgien, empfehlen ebenfalls die Verwendung der mRNA-Vakzine zur Impfung von Schwangeren, Frauen in der Stillzeit und solchen, die schwanger werden wollen.

Allgemein wurde – jenseits der Risikobedingungen der betreffenden Frau selbst – kein größeres Risiko einer schweren COVID-19-Infektion durch eine Schwangerschaft festgestellt.

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) bestätigte zum Gebrauch von mRNA-Impfstoffen, dass im Tierversuch keine negativen Auswirkungen auf die Schwangerschaft festgestellt wurden. Allerdings sind die Daten, wie dieser Impfstofftyp verwendet werden soll, begrenzt.

Die “American Association of Obstetricians and Gynecologists“, die „American Society for Reproductive Medicine (ASRM)“, die „Maternal Fetal Society“ und das „Center for Disease Control (CDC)“ empfehlen keine Einschränkung der Anwendung bei Patientinnen, die schwanger werden wollen, bereits schwanger sind oder ihre Kinder stillen.

 

Welche Auswirkung hat die Impfung auf die Schwangerschaft?

Anhand der von den Gesundheitsbehörden zur Verfügung gestellten Daten können wir davon ausgehen, dass kein Risiko besteht, dass der Impfstoff selbst negative Auswirkungen auf den Embryo hat. Der Grund dafür, dass dessen Anwendung nicht empfohlen wird, liegt einzig und allein darin, dass es noch keine Erfahrungen mit dieser Bevölkerungsgruppe gibt. Auf der anderen Seite muss berücksichtigt werden, dass es bisher noch keine publizierten Daten zu einem teratogenen Effekt des Virusses bei Patientinnen gibt, die während des ersten Schwangerschaftsdrittels mit COVID-19 infiziert wurden.

Darüber hinaus gibt es aber bereits aussagekräftige Studien, die nachgewiesen haben, dass Frauen, die im letzten Schwangerschaftsdrittel geimpft wurden, während der intrauterinen Zeit Antikörper mit ihrem Baby geteilt haben, so dass bei der Geburt des Babys festgestellt werden konnte, dass es Antikörper gegen das Virus hatte. Auch eine Übertragung von Antikörpern durch die Muttermilch konnte nachgewiesen werden.

 

IVIs Meinung zu diesem Thema    

Seitens IVI empfehlen wir zu allererst, bei einer Entscheidung zur Anwendung eines Impfstoffes bei schwangeren Frauen den Maßgaben des Gesundheitsministeriums zu folgen.

Patientinnen, die den Beginn einer assistierten Reproduktionsbehandlung planen und die erste oder zweite Impfdosis von Pfizer oder Moderna erhalten sollen, sollten nicht warten, bis sie das komplette Impfregime erhalten haben, bevor sie ihre Behandlung beginnen.

 

Bei mit Astra Zeneca geimpften Patienten kann die Patientin, wenn sie den Impfplan mit einer zweiten Dosis Astra Zeneca vervollständigt, diese Dosis während der Schwangerschaft nicht erhalten.

Wenn in dieser Impfgruppe der Plan mit einer zweiten Dosis Pfizer oder Moderna abgeschlossen wäre, hätten Schwangere keinerlei Probleme, sich diese Impfdosis verabreichen zu lassen.

 

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