22 April 2020

Bedeutung von Progesteron in der Schwangerschaft

Vom Redaktionsausschuss im IVI Blog

 

Welche Rolle spielt Progesteron in der Schwangerschaft? Es ist für Schwangere und für Frauen mit einem Kinderwunsch hilfreich zu wissen, inwiefern sich das Hormon auf den Befruchtungsprozess sowie eine Schwangerschaft auswirkt. In diesem Beitrag erfahren Sie etwas über die Funktionen des Schwangerschaftshormons. Außerdem verraten wir Ihnen, ob Sie Progesteron in der Schwangerschaft nehmen sollten, wenn Sie an einem Mangel des Hormons leiden.

 

Was ist Progesteron?

Bei Progesteron handelt es sich um ein Hormon, das gemeinsam mit Östrogenen den weiblichen Zyklus reguliert. Progesteron ist ein wichtiges Schwangerschaftshormon und gehört zur Gruppe der Gestagene. Diese werden vor einer Schwangerschaft im Gelbkörper gebildet und während einer Schwangerschaft im Mutterkuchen produziert. Es ist daher auch als Gelbkörperhormon, aber auch als Corpus-Luteum-Hormon und Gute-Laune-Hormon bekannt. Progesteron ermöglicht nicht nur eine Schwangerschaft, sondern erhält diese auch aufrecht. Frauen können die Ausschüttung des Hormons und damit ihre fruchtbaren Tage anhand ihrer Körpertemperatur herausfinden, da diese während der fruchtbaren Zeit um rund einen halben Grad ansteigt. Während Östrogene eine Art Vorarbeit für eine Schwangerschaft leisten, übernimmt Progesteron im Anschluss die optimale Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut und ermöglicht den Nährstofftransport in die Gebärmutterhöhle.

 

Wie wirkt sich Progesteronmangel aus?

Wenn eine Frau generell zu wenig Progesteron produziert, kann sich dies negativ auf einen Kinderwunsch auswirken. Bei einem niedrigen Wert von Progesteron in der Schwangerschaft steigt das Risiko einer Fehlgeburt in den ersten Schwangerschaftswochen. Befinden sich mehr als acht Mikrogramm Progesteron in einem Liter Blut, liegt ein Normalwert vor. Der Arzt nimmt in der Regel zwei bis drei Blutproben nach dem Eisprung, wobei die Blutentnahmen jeweils drei bis vier Tage auseinanderliegen sollten. Ursachen für einen Progesteronmangel können unter anderem eine Corpus-Luteum-Insuffizienz, bei welcher der Gelbkörper nicht ausreichend Hormone produziert, ein Zyklus ohne Eisprung, Störungen beim Eisprung oder eine Unterentwicklung der Eierstöcke sein. Falls Sie einen Mangel an Progesteron vermuten, sollten Sie sich an Ihren Gynäkologen wenden und Ihr Blut untersuchen lassen. Im Falle eines Progesteronmangels bei Frauen mit einem Kinderwunsch sollten diese eine zusätzliche Gabe des Schwangerschaftshormons in Betracht ziehen.

 

Was tun bei Progesteronmangel?

Ein Mangel an Progesteron wird auch eine Gelbkörperschwäche genannt. Es sind vor allem Frauen über 35 Jahre betroffen. Aufgrund eines Gelbkörpermangels erschwert sich die Einnistung der Eizelle und es kann sogar zum Ausbleiben einer Schwangerschaft kommen. Progesteron erst in der Schwangerschaft zu nehmen kann daher in einigen Fällen bereits zu spät sein. Wenn Sie Probleme haben, schwanger zu werden, sollten Sie mögliche Ursachen mit einem Frauenarzt besprechen. Frauen mit einem unerfüllten Kinderwunsch können sich außerdem an eine

 

Progesteron in der Schwangerschaft

Als Schwangerschaftshormon spielt Progesteron in einer Schwangerschaft eine essenzielle Rolle. Es bereitet den Körper einer Frau auf das Heranwachsen des Babys vor. Durch Progesteron werden die Muskulatur sowie die inneren Organe entspannt. Weiterhin regt das Hormon Appetit und Durst an. Sobald eine Frau ihren Eisprung hat, produziert ihr Gelbkörper vermehrt Progesteron, wodurch sowohl die Durchblutung als auch das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut im Uterus gefördert werden. Auf diese Weise bereitet sich der weibliche Körper optimal auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vor. Findet eine Befruchtung statt, sorgt eine erhöhte Progesteronproduktion dafür, dass keine weiteren Eizellen gebildet werden. Außerdem werden die Milchdrüsen durch das Hormon auf die Milchproduktion vorbereitet. Ab der zehnten Schwangerschaftswoche wird das Progesteron in der Plazenta produziert.

 

Die Rolle von Progesteron bei IVF

Progesteron spielt jedoch nicht nur bei Schwangerschaften, die auf natürlichem Wege zustande gekommen sind, eine wichtige Rolle. Auch bei der Anwendung einer In-vitro-Fertilisation (IVF) kommt Progesteron zum Einsatz, um die Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter vorzubereiten. Vor dem eigentlichen Eingriff dieser medizinisch assistierten Reproduktionsmethode unterzieht sich die Patientin einer hormonellen Stimulation. Als Resultat werden mehrere Eizellen in einem Monatszyklus gebildet, welche für die Kinderwunschbehandlung entnommen werden. Durch diese hormonelle Behandlung kommt es manchmal zu einer Gelbkörperschwäche. Da aber der Gelbkörper nach dem Eisprung für die Bildung von Progesteron zuständig ist, wird in diesen Fällen eine Zugabe von Progesteron notwendig, um den Hormonmangel auszugleichen.

 

Östrogen – ebenfalls wichtig für Schwangere

Die Hormongruppe Östrogene sind im Allgemeinen für das weibliche Erscheinungsbild sowie die Psyche einer Frau zuständig und beeinflussen sowohl das Herz-Kreislauf-System als auch den Knochenstoffwechsel auf positive Weise. Östrogene werden von allen geschlechtsreifen Frauen gebildet, wobei die Produktion des Hormons mit dem Eintreten der Wechseljahre abnimmt. Im Hinblick auf Schwangerschaften arbeiten Östrogene sozusagen Hand in Hand mit dem Hormon Progesteron. Unter anderem unterstützen Östrogene die Eizellreifung im Eierstock sowie die Wanderung der Eizelle über die Eileiter in die Gebärmutter und erleichtern das Eindringen einer männlichen Samenzelle bei der Befruchtung. Außerdem sorgen die Hormone dafür, dass sich die Brust vergrößert, und bereiten damit ebenso wie das Progesteron die Milchproduktion vor. Generell sorgen Östrogene durch ein dünnflüssiges Scheidensekret dafür, dass Spermien leichter zur Gebärmutter vordringen können. 

 

Weitere wichtige Schwangerschaftshormone

  • Humanes Choriongonadotropin (HCG): Dieses Hormon spielt bereits bei Schwangerschaftstests eine wichtige Rolle, da der Nachweis von HCG im Urin auf eine Schwangerschaft hindeutet. Weiterhin lockert das Hormon ebenso wie Progesteron die Gebärmutterschleimhaut auf, um die Einnistung der befruchteten Eizelle zu optimieren. Zudem sorgt HCG für eine ausreichende Bildung von weiteren Schwangerschaftshormonen im Gelbkörper, bis die Plazenta diese Aufgabe übernimmt.

 

Wie Sie in diesem Artikel erfahren haben, ist Progesteron in der Schwangerschaft sowie vor einer Befruchtung der Eizelle wichtig. Wenn Sie aufgrund einer Gelbkörperschwäche oder einer anderen Fruchtbarkeitsstörung Probleme haben, schwanger zu werden, lohnt es sich, die Spezialisten von IVI zu kontaktieren. Vertrauen Sie Ihren Kinderwunsch der weltweit größten Gruppe im Bereich der medizinischen Reproduktion an.

 

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