1 Dezember 2020

Niedriges Progesteron: Komplikationen, Ursachen und mehr

Niedriges Progesteron
Vom Redaktionsausschuss im IVI Blog

Das weibliche Hormon Progesteron hat viele Namen: Gelbkörperhormon, Gute-Laune-Hormon oder Corpus-Luteum-Hormon. Doch wie man das Schwangerschaftshormon auch bezeichnen mag, es ist verantwortlich für wichtige Funktionen im weiblichen Körper, damit eine Schwangerschaft zustande kommt und aufrechterhalten werden kann. Im Folgenden erfahren Sie mehr über Progesteron in der Schwangerschaft und welche Komplikationen auftreten können, wenn das Progesteron zu niedrig ist.

 

Welche Rolle spielt Progesteron im weiblichen Zyklus?

Nachdem das Hormon Östrogen in der ersten Zyklushälfte dafür zuständig ist, die Gebärmutterschleimhaut aufzubauen und auf eine mögliche Einnistung vorzubereiten, übernimmt dies das Progesteron nach dem Eisprung in der zweiten Zyklushälfte, auch Lutealphase genannt. Unter anderem ist Progesteron dafür zuständig, dass wichtige Nährstoffe in die Gebärmutter transportiert werden, und es fördert zudem die Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut. Wie der Name bereits verrät, wird das Gelbkörperhormon hauptsächlich im Gelbkörper gebildet. Dieser entsteht nach dem Eisprung aus der Hülle der Eizellen. Zusätzlich produziert auch die Nebennierenrinde etwas Progesteron. Kurz gesagt ist das Hormon dafür zuständig, die Einnistung einer befruchteten Eizelle bestmöglich vorzubereiten und damit eine Schwangerschaft zu ermöglichen. Findet keine Befruchtung bzw. Einnistung statt, bildet sich der Gelbkörper zurück und die Monatsblutung setzt ein.

 

Progesteron und seine Rolle in der Schwangerschaft

Wenn sich Ei- und Samenzelle erfolgreich vereinen und eine Schwangerschaft zustande kommt, übernimmt das Gelbkörperhormon weitere wichtige Funktionen. Progesteron hat in der Schwangerschaft vor allem die Aufgabe, eben diese aufrechtzuerhalten. Es sorgt dafür, dass sich die Gebärmuttermuskulatur entspannt und mit dem Wachstum des Babys weiter ausdehnt. Auf diese Weise werden Frühgeburten und vorzeitige Wehen vermieden. Sobald sich die Plazenta etwa in der 12. Schwangerschaftswoche vollständig gebildet hat, übernimmt sie die Produktion von Progesteron. Weiterhin erweitert das Hormon die Gefäße der werdenden Mutter und stellt sicher, dass das Spannungsgefühl in den Brüsten nachlässt. Und Progesteron ist nicht umsonst als Gute-Laune-Hormon bekannt. Es hellt die Stimmung auf, wirkt beruhigend und sorgt ganz nebenbei auch noch dafür, dass Fingernägel und Haare in der Schwangerschaft besonders schön wachsen.

 

Welcher Progesteron-Wert ist normal?

In der ersten Hälfte des weiblichen Zyklus beträgt die Konzentration von Progesteron im Blut rund 1,4 µg/l. Dies ändert sich wie bereits erwähnt in der Lutealphase, wobei der Wert auf 3,34 bis 25,6 µg/l ansteigt. Mit Beginn der Schwangerschaft steigt das Hormonlevel immer weiter kontinuierlich an. Als Richtwert fürs erste Schwangerschaftsdrittel gilt ein Wert zwischen 11,2 und 90,0 µg/l. Im zweiten Drittel der Schwangerschaft sollte die Progesteronkonzentration dann zwischen 25,6 und 89,4 µg/l liegen. Im finalen Schwangerschaftsdrittel sollte ein Wert von 48,4 bis 422,5 µg/l nachweisbar sein. Ihr Frauenarzt kann mithilfe von mehreren Blutproben in der Zeit nach dem Eisprung feststellen, ob bei Ihnen ein Progesteronmangel vorliegt. Frauen, die ihre Menopause bereits erreicht haben, weisen nur noch eine Progesteronkonzentration von circa 1,00 µg/l auf.

 

Progesteron zu niedrig und Komplikationen in der Schwangerschaft

Wenn das Progesteron zu niedrig ist, kann dies zu Komplikationen in der Schwangerschaft führen. Da das Hormon für die Stabilität einer Schwangerschaft zuständig ist, kann ein Mangel zu Wehen vor dem errechneten Geburtstermin führen oder gar eine Frühgeburt auslösen. Kommt ein Kind zu früh auf die Welt, kann dies gesundheitliche Folgen mit sich bringen. Wird bei einer schwangeren Frau ein entsprechender Mangel diagnostiziert, kann ihr Progesteron verabreicht werden, um das Risiko bestmöglich zu senken. Doch schon vor einer Schwangerschaft kann eine Gelbkörperschwäche die Familienplanung komplizierter gestalten. Hat eine Frau keinen regelmäßigen, stabilen Zyklus kann es für Paare schwierig werden, die fruchtbaren Tage zu ermitteln und schwanger werden. Zudem wird die Einnistung in der Gebärmutter erschwert, wenn das Progesteron zu niedrig ist.

 

Ursachen für niedriges Progesteron?

Oftmals wird eine Corpus-luteum-Insuffizienz dann festgestellt, wenn Paare aus unbekannten Gründen nicht schwanger werden oder wenn die Frau an Zyklusstörungen wie relativ kurzen Monatszyklen leidet. Es gibt unterschiedliche Ursachen, wenn das Progesteron zu niedrig ist. Unter anderem kann ein Gelbkörpermangel durch Probleme mit der Schilddrüse, einen Nährstoffmangel, Diabetes, zu wenig Bewegung, bestimmte Umweltbelastungen und Stress ausgelöst werden. Häufig findet sich eine niedrige Progesteronkonzentration bei zunehmendem Alter der Frau, vor allem ab dem 40. Lebensjahr. Nicht selten gestaltet sich die Suche nach der Ursache als schwierig und kompliziert. Falls Sie einen Progesteronmangel bei sich vermuten, sollten Sie sich an Ihren Gynäkologen wenden und sich ganzheitlich medizinisch untersuchen lassen.

 

Weitere wichtige Schwangerschaftshormone

Neben Progesteron, das zur Gruppe der Gestagene gehört, gibt es noch weitere Hormone, die in einer Schwangerschaft wichtig sind. Östrogene sind beispielsweise essenziell, um schwanger zu werden. Nicht nur fördern Östrogene die Reifung der Eizellen, sie sorgen auch dafür, dass die reife Eizelle durch den Eileiter in die Gebärmutter wandert. Weiterhin sorgen Östrogene dafür, dass der weibliche Körper einen dünnflüssigen Ausfluss produziert, welcher es den männlichen Samenzellen erleichtert, zur Eizelle vorzudringen. Das Humane Choriongonadotropin (HCG) ist ein wichtiges Hormon, um eine Schwangerschaft festzustellen. Zudem begünstigt es die Einnistung der Eizelle und kurbelt die Hormonproduktion im Gelbkörper an.

 

Was tun bei hormonellen Problemen?

Zunächst muss ein eventueller Gelbkörperhormonmangel ausgeschlossen werden. Hierbei kann es hilfreich sein, seinen Monatszyklus zu beobachten und seine Basaltemperatur genauestens zu dokumentieren. Der zuständige Facharzt führt zum Beispiel Blut- und Speicheltests durch, um den Hormonspiegel zu messen. Sollte bei Ihnen tatsächlich ein Hormonmangel diagnostiziert werden, kann dieser durch die Einnahme von Kapseln oder durch das Auftragen von Cremes wieder ausgeglichen werden. Abgesehen von Medikamenten, welche die Produktion von Progesteron ankurbeln, können betroffene Patientinnen auch natürliche Heilmittel wie Mönchspfeffer ausprobieren. Sie sollten stets jede Art von Behandlung auf jeden Fall mit Ihrem Frauenarzt besprechen – insbesondere, wenn ein Kinderwunsch oder bereits eine Schwangerschaft vorliegt.

 

Kann ich trotz Fruchtbarkeitsproblemen schwanger werden?

Die kurze und durchaus erfreuliche Antwort lautet: Ja. Nicht nur Frauen mit einem hormonellen Ungleichgewicht, sondern auch Patientinnen, die an anderen Fertilitätsproblemen leiden, sind in den Kinderwunschkliniken von IVI bestens aufgehoben. Zu unserem Repertoire an Kinderwunschbehandlungen zählen unter anderem die Insemination, bei welcher der Frau die Spermien des Partners oder Spendersamen direkt in die Gebärmutter gespritzt werden. Weiterhin bieten wir hochmoderne Methoden wie die In-vitro-Fertilisation (IVF) oder das technologisierte Verfahren einer intrazytoplasmatischen Spermien-Mikroinjektion (ICSI) an.

 

Progesteron ist ohne Frage wichtig für eine jede Schwangerschaft. Sie sollten daher keineswegs eine Kontrolluntersuchung verpassen und Beschwerden mit Ihrem Frauenarzt besprechen, damit ein Hormonmangel behandelt werden kann. Wenn Sie auf natürlichem Wege kein Kind zeugen können, sollten Sie sich das Angebot unserer Kinderwunschkliniken genauer anschauen und einen Beratungstermin mit IVI vereinbaren.

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