11 Januar 2022

Spermiogramm – wo machen?

Spermiogramm
Vom Redaktionsausschuss im IVI Blog

Wenn der sehnliche Wunsch nach einem Kind trotz aller Versuche nicht in Erfüllung geht, kann das verschiedene Ursachen haben, sowohl bei der Frau als auch beim Mann. Wenn es nicht klappt, kann dies an der Qualität der Spermien liegen. Licht ins Dunkel bringt hier ein Spermiogramm – aber wo machen?

Bevor wir diese für viele Paare sehr wichtige Frage beantworten, geben wir etwas mehr Informationen zum Hintergrund.

 

Was genau ist ein Spermiogramm?

Für ein Spermiogramm wird das Ejakulat, die Samenflüssigkeit, nach einem von der WHO standardisierten Verfahren untersucht und analysiert. Dabei steht die mikroskopische Beurteilung der Spermien im Vordergrund, insbesondere in Bezug auf Anzahl, Form und auch Beweglichkeit.

Um aus der Sperma-Untersuchung ein aussagekräftiges Spermiogramm erstellen zu können, muss die Samenflüssigkeit sehr frisch sein. Hier hat sich die Abgabe einer Spermaprobe am Ort der Untersuchung bewährt, da so die Probe nicht durch den Transport Schaden nimmt. Hierfür wird Ejakulat in einem sterilen Probenbehälter aufgefangen und umgehend untersucht. Zu diesem Zweck steht an Ort und Stelle in der Regel ein eigener Raum zur Verfügung, der Privatheit bietet.

Um eine möglichst aussagekräftige Probe zu gewinnen, empfiehlt die WHO sexuelle Enthaltsamkeit über einen Zeitraum von drei bis fünf Tagen vor dem Termin. Durch dieses Vorgehen wird gewährleistet, dass im Ejakulat maximal viele Spermien sind, die analysiert werden können.

 

Was wird bei einem Spermiogramm untersucht?

Zunächst wird das Ejakulat im Labor im Rahmen einer makroskopischen Untersuchung ohne größere Hilfsmittel betrachtet. Geprüft werden dabei folgende Kriterien:

  • Volumen: Das Volumen des Ejakulats pro Samenerguss sollte laut WHO mehr als 1,5 Milliliter betragen
  • Farbe: Sperma hat üblicherweise eine weißliche Farbe und ist trüb; rötliche oder braune Verfärbungen können auf frisches oder getrocknetes Blut hinweisen, ein gelblicher Ton auf eine Infektion
  • pH-Wert: Ein optimaler Wert liegt zwischen 7,2 und 8
  • Geruch: Ein kastanienblütenartiger Geruch ist charakteristisch

Im Anschluss erfolgt eine mikroskopische Untersuchung der Spermien, bei der weitere Punkte betrachtet werden. Der Norm entsprechen folgende Werte:

  • Konzentration: Der Normwert liegt bei 15 Millionen Spermien (und mehr) pro Milliliter Samenerguss
  • Gesamtzahl: Mehr als 39 Millionen Samenzellen sollte das Ejakulat enthalten
  • weiße Blutkörperchen (Leukozyten): Weniger als eine Million weiße Blutkörperchen sollten enthalten sein
  • vitale Spermien: Mindestens 58 Prozent der Spermien sollten lebendig sein, dies wird meist mithilfe eines Farbstoffs geprüft, der nur von toten Samenzellen aufgenommen wird
  • bewegliche Spermien: Mindestens 40 Prozent der Samenzellen sollten beweglich sein
  • vorwärts bewegliche Spermien: Der Anteil an Spermien, die sich nach vorne bewegen („Kopf voraus“) sollte mindestens 32 Prozent betragen
  • normal geformte Spermien: Mindestens vier Prozent der Spermien sollten in ihrem Erscheinungsbild der Norm entsprechen und einen regelmäßig geformten ovalen Kopf, ein etwa gleich langes schmaleres Mittelstück und einen Schwanz aufweisen

 

Welche Faktoren beeinflussen die Qualität der Spermien?

Die Qualität der Spermien wird häufig durch die Lebensweise beeinflusst, aber auch durch die Temperatur. Die ideale Spermien-Temperatur liegt ein paar Grad unter der Körpertemperatur. Für die nötige Kühlung sorgt hier das Venengeflecht der Hoden – eigentlich. Denn langes Sitzen, bestimmte Sportarten oder Durchblutungsstörungen, auch durch das Tragen sehr enger Hosen, können dazu führen, dass die körpereigene Kühlung nicht optimal funktioniert.

Ein wenig gesunder Lebensstil, mit wenig Bewegung, viel Stress und übermäßigem Konsum von z. B. Alkohol und Nikotin kann die Qualität der Spermien ebenfalls negativ beeinflussen. Auch eine einseitige Ernährung und Übergewicht stehen in Verdacht, sich ungünstig auf die männliche Fruchtbarkeit auszuwirken.

Weitere mögliche Ursachen sind:

  • ein gestörter Transportweg der Spermien, z. B. ein verklebter oder durchtrennter Samenleiter, der ein Ankommen der Spermien verhindert
  • Hormonveränderungen
  • Antikörper gegen die eigenen Spermien

 

Spermiogramm – wo machen?

Wichtig zu wissen ist, dass ein auffälliges Spermiogramm nicht automatisch bedeutet, dass ein Mann unfruchtbar ist. Faktoren wie Stress, Rauchen, Alkoholkonsum oder Temperatur müssen die Qualität der Samenzellen nicht zwingend dauerhaft beeinträchtigen. Um ein möglichst aussagekräftiges Spermiogramm zu erstellen und zu beurteilen, ob vorübergehende Faktoren oder dauerhafte Gründe die Ursache für eine mangelhafte Spermienqualität sind, sollte immer ein Arzt die Spermienuntersuchung durchführen. Dieser kann auch mögliche Gegenmaßnahmen und geeignete Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen.

 

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