9 Juli 2020

Was muss ich übers Thema Samenspende wissen?

Vom Redaktionsausschuss im IVI Blog

Bei rund 30 Prozent aller ungewollt kinderlosen Paaren liegt ein Fruchtbarkeitsproblem beim Mann vor. Wenn der männliche Partner selbst nicht ausreichend gesunde und bewegliche Spermien produziert, können Paare mithilfe einer Samenzellspende schwanger werden. In diesem Beitrag erfahren Sie alles über die unterschiedlichen Arten von Samenspenden. Wie sieht die Gesetzgebung in Deutschland aus? Und wieso sollten sich Betroffene für eine Samenspende bei IVI entscheiden? In diesem Artikel erfahren Sie alle Antworten. Wir informieren Sie außerdem darüber, in welchen Fällen sich eine Samenspende empfiehlt und welche unterschiedlichen Kinderwunschbehandlungen mit Spermien eines Spenders möglich sind. Eine Samenzellspende ist übrigens auch für lesbische Paare und Frauen ohne männlichen Partner eine Option.

 

Offene und anonyme Samenspende

Wer sich für eine Samenzellspende interessiert, sollte sich stets auch mit den rechtlichen Bestimmungen auskennen. Vor allem sollte man den Unterschied zwischen einer offenen und einer anonymen Samenspende kennen. Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Samenspenden: eine offene und eine anonyme Spende. Bei einer anonymen Samenspende – was der Fall von Spanien ist – bleibt die Identität des biologischen Vaters unbekannt. Dies bedeutet, dass weder ein Kind, das mit Spendersamen gezeugt wurde, herausfinden kann, wer sein biologischer Vater ist, noch ein Samenspender erfahren kann, wie viele und welche Kinder mithilfe seiner Spende gezeugt wurden. Die Arten von Samenspenden variieren von Land zu Land. Auch innerhalb der EU wird dieses Thema unterschiedlich gehandhabt. Die deutsche Gesetzgebung bestimmt, dass es nur eine offene Samenspende in Deutschland geben kann. Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass das Recht auf die Kenntnis der eigenen Abstammung wichtiger ist als das Recht auf die Anonymität des Spenders.

 

Samenzellspende in Deutschland: Gesetzgebung

In Deutschland ist ausschließlich die offene Samenspende erlaubt. Am 1. Juli 2018 ist das Gesetz zur „Kenntnis der Abstammung bei heterologer Verwendung von Samen“ in Kraft getreten. Die Daten von allen Samenspendern müssen für 110 Jahre im Samenspende-Register aufbewahrt werden. Rechtliche Fragen rund um eine juristische Vaterschaft des Samenspenders, die unter anderem eventuelle Erbansprüche, Unterhaltszahlungen oder Sorgepflichten betrifft, sind in Deutschland bis heute nicht eindeutig geklärt. Patienten, die sich für eine Samenzellspende entscheiden, sollten am besten – unabhängig vom Behandlungsstandort – gemeinsam mit dem behandelnden Arzt und der Samenbank einen Vertrag aufsetzen. Dieser sollte Aspekte wie die Behandlung sowie deren Kosten, die Feststellung der Vaterschaft, die Aufbewahrung der persönlichen Daten des Spenders und auch Auskunftsrechte des Kindes umfassen.

 

Wann empfiehlt sich eine Samenspende?

Es gibt mehrere Gründe, warum man eine Kinderwunschbehandlung mit Spendersamen erwägen sollte. Bei heterosexuellen Paaren kommt eine Samenzellspende dann infrage, wenn der männliche Partner an einer Fruchtbarkeitsstörung leidet oder unfruchtbar ist, wenn bisherige medizinisch assistierte Reproduktionsmethoden erfolglos geblieben sind oder wenn der Mann an einer genetischen Erbkrankheit leidet, die auf Kinder übertragen werden könnte. Spendersamen sind auch dann ratsam, wenn der Mann Träger einer Geschlechtskrankheit ist, die nicht aus den Spermien entfernt werden kann, oder wenn eine chromosomale Anomalie der Samen festgestellt wurde. Zudem können auch lesbische Paare sowie alleinstehende Frauen eine Samenspende in Anspruch nehmen, um sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Unsere Spezialisten beraten Sie gerne rund um unser Behandlungsangebot mit Spendersamen.

 

Samenzellspende bei IVI

Wenn Sie mit dem Gedanken einer Kinderwunschbehandlung mit Spendersamen spielen, sollten Sie sich an den Vorreiter im Bereich Reproduktionsmedizin wenden. IVI verfügt über die weltweit größte Samenbank und sollte daher Ihre erste Wahl sein. Auch Sie finden bei uns den passenden Spender. Es kommen ausschließlich Männer ab 18 Jahren als Spender infrage, die sich in optimaler geistiger und körperlicher Verfassung befinden. Als Kinderwunschexperten legen wir außerdem besonders großen Wert auf die Qualität der Samenzellspende. Jeder Spender wird auf genetisch übertragbare Krankheiten untersucht und Samenproben zunächst für sechs Monate eingefroren. Dank dieser Quarantänezeit kann das Risiko einer möglichen Krankheitsübertragung kontrolliert werden. Nach einem halben Jahr werden die Samenspenden dann erneut auf eventuelle Infektionskrankheiten untersucht.

 

Kinderwunschbehandlungen mit Samenspende

Unter anderem eignet sich eine Samenzellspende für eine Insemination. Diese künstliche Befruchtung beginnt mit einer Stimulation der Eierstöcke der Patientin. Am Tag der Behandlung wird dann die zuvor eingefrorene Samenprobe aufbereitet, wobei die Spermien mit der besten Beweglichkeit dann für die Behandlung ausgewählt werden. Tote, unbewegliche oder zu langsame Samen werden vorher aussortiert. Über eine Kanüle führt der Arzt dann die Samen direkt in die Gebärmutter der Frau ein. Zudem können Samenspenden für eine In-vitro-Fertilisation (IVF) oder eine intrazytoplasmatische Spermien-Mikroinjektion (ICSI) verwendet werden. Etwa zwei Wochen nach dem Eingriff können Sie dann einen Schwangerschaftstest durchführen. Sollte Ihr Ergebnis positiv ausfallen, wird nach 20 Tagen ein Ultraschall zur Kontrolle durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt ist es bereits möglich, eine Fruchthöhle in der Gebärmutter zu erkennen. Mit dieser Kontrolle ist Ihre Zeit bei IVI dann vorbei und Ihr Gynäkologe zu Hause übernimmt im Anschluss wieder jegliche Untersuchungen.

 

Psychologische Beratung bei einer Samenzellspende

Für viele Patienten ist es keine leichte Entscheidung, Spendersamen in Anspruch zu nehmen. Dies ist völlig normal. Eine psychologische Beratung ist in jedem Fall empfehlenswert, um sich von seelischen Belastungen zu befreien. Oftmals haben die Eltern gemischte Gefühle, da Sie Entscheidungen treffen müssen, die auch ihr späteres Kind betreffen. Wie erkläre ich meinem Kind, dass es mithilfe einer Samenspende gezeugt wurde? Wird mein Kind den Wunsch haben, seinen biologischen Vater kennenzulernen ? Wie sollte man sich rechtlich absichern? Bevor Sie sich für eine Samenzellspende entscheiden, ist es ratsam, sich an eine Beratungsstelle in Ihrer Umgebung zu wenden, um emotionale Unsicherheiten zu überwinden. Die Deutsche Gesellschaft für Kinderwunschberatung – Beratungsnetzwerk für Kinderwunsch Deutschland (BKiD) hilft Betroffenen, eine unabhängige psychosoziale Beratung in ihrer Nähe zu finden.

 

Wie Sie in diesem Beitrag erfahren haben, ist in Deutschland nur eine offene Samenspende möglich. Sollten Sie sich für eine Kinderwunschbehandlung mit einer Samenzellspende in einer unserer IVI-Kliniken interessieren, empfehlen wir Ihnen, möglichst zeitnah ein Beratungsgespräch zu vereinbaren. Egal aus welchen Gründen Sie sich für eine Samenspende entschieden haben, unsere Spezialisten werden Ihnen die medizinisch assistierte Reproduktionsmethode empfehlen, die Ihnen die größte Wahrscheinlichkeit auf eine erfolgreiche Befruchtung verspricht. Nicht nur unzählige heterosexuelle Paare, sondern auch viele lesbische Partnerinnen und alleinstehende Frauen sind dank einer Samenspende in einer IVI-Klinik bereits schwanger geworden.

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