10 Dezember 2020

Wie unterscheiden sich ICSI und IVF?

ICSI
Vom Redaktionsausschuss im IVI Blog

Jedes Jahr werden zahlreiche Kinder dank medizinischer Reproduktion geboren. Paare, bei denen Fruchtbarkeitsprobleme diagnostiziert wurden, ziehen oftmals eine In-vitro-Fertilisation (IVF) oder eine intrazytoplasmatische Spermien-Mikroinjektion (ICSI) in Erwägung, um sich den Wunsch nach einem Kind zu erfüllen. Vielleicht gehören auch Sie zu den Paaren, die sich unermüdlich Wissen über unterschiedliche Kinderwunschbehandlungen aneignen. In diesem Beitrag informieren wir Sie über die beiden Verfahren und beantworten die Frage: Was unterscheidet eine ICSI eigentlich von einer IVF?

 

Was ist eine IVF?

Bei einer In-vitro-Fertilisation (IVF) handelt es sich um eine der am häufigsten durchgeführten Kinderwunschbehandlungen überhaupt. Diese Art der medizinisch assistierten Reproduktionsmethode beginnt mit einer hormonellen Stimulation. Sobald die Reifungsphase der Eizellen abgeschlossen ist, werden diese im Rahmen eines kleinen operativen Eingriffs entnommen. Im Anschluss findet der wichtigste Schritt der IVF statt: die Befruchtung im Labor. Während der darauffolgenden Kultivierungszeit werden die Embryos genaustens beobachtet; nach fünf bis sieben Tagen überträgt der Arzt den am besten geeigneten Embryo in die Gebärmutter der Patientin. Nach rund zwei Wochen kann der Frauenarzt dann feststellen, ob die Einnistung erfolgreich war und sich eine Schwangerschaft eingestellt hat.

 

Was ist eine ICSI?

Die intrazytoplasmatische Spermien-Mikroinjektion (ICSI) ist ebenfalls eine medizinisch assistierte Reproduktionsbehandlung. Nach einer Eierstocksimulation sowie einer Entnahme der reifen Eizellen werden diese per Mikroinjektion mit dem aufbereiteten Samen befruchtet. Nachdem die Embryos ausreichend kultiviert sind, wird der Embryo mit der besten Qualität zurück in den Körper der Patientin übertragen. Die ICSI Kosten bei IVI belaufen sich auf mindestens 5.000 Euro. Der Endpreis der Kinderwunschbehandlung hängt allerdings stets von der persönlichen Behandlung und etwaigen Untersuchungen sowie Tests ab. Rund zwei Wochen nach dem Einsetzen des Embryos kann ein erster Schwangerschaftstest durchgeführt werden. Wenn der Gynäkologe eine Schwangerschaft daraufhin bestätigt, kann man wie gewohnt einen Geburtstermin berechnen, der auf dem Zeitpunkt der ICSI beruht.

 

Was haben ICSI und IVF gemeinsam?

Beide Kinderwunschbehandlungen erfordern eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke. Auf diese Weise reifen gleichzeitig mehrere Eizellen innerhalb eines Zyklus heran und nicht, wie sonst üblich, eine einzige Eizelle. Nachdem der Eisprung eingeleitete wird, werden die Eizellen etwa 36 Stunden später in der IVI-Kinderwunschklinik entnommen. Dieser Eingriff ist bei beiden Behandlungen identisch und findet ambulant statt, sodass die Patientin bereits nach wenigen Stunden wieder entlassen werden kann. Ebenso gehört zu einer ICSI und einer IVF die Aufbereitung des männlichen Spermas – entweder des Samens des eigenen Partners oder des Spendersamens aus der IVI-Samenbank. Auch die Übertragung der befruchteten, kultivierten Eizellen in die Gebärmutter der Frau erfolgt unabhängig von der Behandlungsart immer nach demselben Ablauf. Gleiches gilt für die Nachsorge sowie die Feststellung der Schwangerschaft nach der Kinderwunschbehandlung. Doch was ist dann der Unterschied zwischen ICSI und IVF?

 

Was ist der Unterschied zwischen ICSI und IVF?

Die meisten Schritte von ICSI und IVF sind identisch, doch es gibt einen großen Unterschied: den Ablauf der Befruchtung. Bei einer IVF findet die Befruchtung zwar im Reagenzglas statt, doch verschmelzen Ei- und Samenzelle dennoch aus eigenen Kräften. Im Gegensatz hierzu läuft eine ICSI deutlich technologisierter ab. Um die Keimzellen zu vereinen, wählt der Arzt mithilfe von Mikromanipulatoren eine Samenzelle aus, macht diese unbeweglich und injiziert sie mit einer feinen Pipette direkt in die Eizelle. Mit anderen Worten: Bei einer ICSI benötigt die Befruchtung deutlich mehr Eingriff seitens der Reproduktionsmedizin. Dies hängt unter anderem mit den Fruchtbarkeitsproblemen zusammen, die ICSI-Patienten üblicherweise aufweisen. Näheres erfahren Sie im nächsten Kapitel.

 

Wann empfiehlt sich welche Kinderwunschbehandlung?

Eine ICSI bietet sich dann an, wenn der männliche Partner keine normale Ejakulation erreicht (beispielsweise aufgrund einer retrograden Ejakulation oder einer Vasektomie), lediglich eine geringe Spermienanzahl im Ejakulat hat, wobei die vorhandenen Samenzellen nur eingeschränkt beweglich sind, oder wenn das Ejakulat gar keine Spermien enthält. Weiterhin empfiehlt sich eine ICSI dann, wenn mehrere IVF-Zyklen fehlgeschlagen sind. Eine IVF hingegen ist normalerweise die erste Wahl, wenn eine künstliche Befruchtung erfolglos bleibt. Außerdem kann eine IVF dann zu einer Schwangerschaft verhelfen, wenn die Frau an Endometriose leidet, ihre Eileiter geschädigt sind oder die Eizellqualität mangelhaft ist. In den IVI-Kinderwunschkliniken werden alle Patienten genauestens untersucht, sodass die Kinderwunschbehandlung durchgeführt werden kann, welche die größten Erfolgschancen mit sich bringt.

 

Wann benötige ich eine IVF oder ICSI?

Oftmals kann der Wunsch nach einer eigenen Familie so groß sein, dass die Wartezeit auf ein positives Schwangerschaftstestergebnis endlos lang erscheint. Jedoch ist es ganz normal, dass es eine gewisse Zeit dauert, bis Paare schwanger werden. Bei Frauen zwischen 20 und 30 Jahren besteht eine 30-prozentige Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines Zyklus schwanger zu werden. Rund ein Drittel aller Frauen wartet länger als ein Jahr, um einen positiven Test in der Hand zu halten. Frauen, die jünger als 28 Jahre sind, können ruhig anderthalb Jahre warten, bevor Sie sich gründlicher untersuchen lassen. Bei Frauen zwischen 28 und 32 Jahren gilt ein Jahr als normale Wartezeit. Ältere Frauen sollten sich allerdings schon nach sechs Monaten an ihren Frauenarzt wenden, wenn sich keine Schwangerschaft einstellt. Generell nimmt die weibliche Fruchtbarkeit ab dem 35. Lebensjahr ab. Bei Männern lässt die Fruchtbarkeit ab dem 40. Lebensjahr nach.

 

Was tun, wenn weder IVF noch ICSI hilft?

IVI glänzt mit einer hohen Schwangerschaftsrate, denn 90 Prozent aller IVI-Patientinnen, bei denen eine IVF durchgeführt wurde, werden auch tatsächlich schwanger. Für den eher seltenen Fall, dass keine der beiden Kinderwunschbehandlungen zu einer Schwangerschaft führt, können Patienten – je nach ihren diagnostizierten Fruchtbarkeitsproblemen – auf weitere Optionen zurückgreifen. Sollte die weibliche Fruchtbarkeit zum Beispiel aufgrund einer schlechten Eizellqualität maßgeblich beeinträchtigt sein, könnte eine Eizellspende die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen. Liegen die Fertilitätsprobleme hauptsächlich beim Mann, könnte eine Samenspende in Frage kommen. IVI verfügt über eine der größten Samenbanken der Welt, wobei sich jeder Spender zahlreichen Untersuchungen unterziehen muss und auch die Samenspenden regelmäßig kontrolliert werden.

 

Die Verfahren ICSI und IVF überschneiden sich weitestgehend, jedoch ist der größte Unterschied der beiden Kinderwunschbehandlungen die Befruchtung selbst. Sie wollen weitere Details über diese beiden medizinisch assistierten Reproduktionsmethoden erfahren? Dann vereinbaren Sie noch heute einen Termin mit unseren IVI-Kinderwunschexperten.

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