5 Februar 2019

Asthenozoospermie: Ursachen und Behandlung

Asthenozoospermie

Nicht bei jedem Paar klappt es mit der Familienplanung auf Anhieb. Viele Paare haben Probleme, auf natürlichem Wege ein Kind zu zeugen. Ein unerfüllter Kinderwunsch muss jedoch keine Belastung für Ihre Beziehung sein. Wenn Sie länger als ein Jahr versuchen, auf natürlichem Wege schwanger zu werden, und das Schwangerschaftstestergebnis dennoch nicht positiv ausfällt, sollten sich beide Partner von einem Reproduktionsexperten untersuchen lassen. Männliche Fruchtbarkeitsprobleme sind in einem von drei Fällen die Ursache, warum Paare ungewollt kinderlos sind. Oftmals scheitert die Befruchtung an der Quantität oder Qualität der männlichen Spermien. Von Asthenozoospermie spricht man, wenn die Spermien über eine eingeschränkte Mobilität verfügen. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, was genau Asthenozoospermie ist, welche Ursachen es für die Fruchtbarkeitsstörung gibt und welche Behandlungsoptionen existieren.

 

Was ist Asthenozoospermie?

Asthenozoospermie ist eine männliche Fruchtbarkeitsstörung, bei der sich nur wenige bewegliche Spermien im Ejakulat befinden. Bei einem Mann mit Asthenozoospermie ist die Fruchtbarkeit daher lediglich eingeschränkt, im Gegensatz zur Azoospermie, bei welcher das Ejakulat gar keine Spermien enthält und ein Mann damit unfruchtbar ist. Die reduzierte Beweglichkeit der Spermien führt dazu, dass diese den Weg zur weiblichen Eizelle nicht absolvieren können und es daher nicht zu einer Befruchtung kommt. Von einer Oligozoospermie hingegen spricht man, wenn sich weniger als 20 Millionen Spermien in einem Milliliter Ejakulat befinden.

 

Asthenozoospermie: mögliche Ursachen

Die häufigste Fruchtbarkeitsstörung bei Männern liegt an einer mangelnden Qualität oder Quantität der Spermien. Im Ejakulat sollten mindestens 32 Prozent der Spermien gut beweglich sein. Andernfalls liegt eine Asthenozoospermie vor. Ein gesunder Lebensstil ist die beste Voraussetzung für optimale Fruchtbarkeit – bei Männern als auch bei Frauen. Schädliche Genussmittel wie Zigaretten wirken sich negativ auf die Produktion sowie die Befruchtungsfähigkeit von Spermien aus. Männer, die regelmäßig rauchen, riskieren DNA-Schäden ihrer Spermien und mindern nicht nur die Chancen einer natürlichen Befruchtung, sondern auch die Erfolgschancen einer medizinisch unterstützten Reproduktion. Weiterhin schränken folgende Krankheiten die männliche Fruchtbarkeit ein.

  • Hodenhochstand: Sowohl ein aktueller als auch ein früherer Hodenhochstand, bei welchem sich die Hoden nicht vollständig im Hodensack befinden, resultiert oftmals in einer gestörten Spermienproduktion. Durch zu viel Wärme werden nicht ausreichend (bewegliche) Spermien produziert und eine Befruchtung der weiblichen Eizelle wird erschwert.
  • Hodengewebeschädigung: Infektionen wie Orchitis oder Epididymitis können das Hodengewebe und damit die Spermienproduktion schädigen. Auch Männer, die als Kind Mumpsorchitis hatten, an einer Hodenverletzung wie einer Hodenverdrehung leiden oder verdickte Venen am Hodensack haben (Varikozelen), können von einer eingeschränkten Samenproduktion betroffen sein.
  • Hodentumore: Hodentumore gehören zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern im Alter von 20 bis 40 Jahren. Zudem haben Männer mit einer Fruchtbarkeitsstörung ein höheres Risiko, an einem Hodentumor zu erkranken.

 

Klären Sie am besten mit Ihrem Arzt ab, ob Sie hinsichtlich Ihres Alltags mit eventuellen Änderungen bessere Chancen auf ein Kind haben. Ansonsten stehen Ihnen die Spezialisten der IVI-Kliniken mit einem breiten Angebot an künstlichen Befruchtungen zur Seite. Denn eine eingeschränkte Fruchtbarkeit bedeutet nicht automatisch, dass Sie Ihren Kinderwunsch aufgeben müssen.

 

Spermiogramm: Diagnose von Asthenozoospermie

Männliche Fruchtbarkeitsstörungen wie Asthenozoospermie werden mithilfe eines Spermiogramms im Rahmen eines Samentests diagnostiziert. Ein Spermiogramm ist im Grunde die Zusammenstellung der Ergebnisse der Samenprobe. Ein umfangreicher Samentest wird bei Ihrem Urologen oder Andrologen durchgeführt, wobei der Arzt in einem Vorgespräch über andere Krankheiten sowie mögliche weitere Einflüsse auf die männliche Fruchtbarkeit mit Patienten bespricht. Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die anfallenden Kosten übernehmen, sofern ein Paar die Ursache für seinen unerfüllten Kinderwunsch herausfinden will. Es wird dazu geraten, dass der Mann rund zwei bis drei Tage vor dem Samentest keinen Samenerguss hatte. Durch Masturbation – entweder in der Arztpraxis oder nach Absprache auch zu Hause – gewinnt der Mann eine Samenprobe. Die Spermiogramm-Auswertung im Labor beginnt nur wenige Stunden nach der Abgabe der Probe. Bei der Untersuchung des Ejakulats spielen hinsichtlich der Asthenozoospermie vor allem die Spermiogramm-Werte rund um die Mobilität eine große Rolle. Alles über die Normwerte des Samentests finden Sie im nächsten Unterkapitel.

 

Männliche Fruchtbarkeit in Zahlen

Ab wann gilt ein Mann als eingeschränkt fruchtbar oder unfruchtbar? Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelten die folgenden Richtwerte (Stand 2010) hinsichtlich einer gesunden männlichen Fruchtbarkeit:

  • Samenvolumen pro Ejakulat: größer oder gleich 1,5 Milliliter
  • Spermienzahl pro Ejakulat: größer oder gleich 39 Millionen
  • Anteil der lebenden Spermien: mindestens 58 Prozent
  • Spermienkonzentration: größer oder gleich 15 Millionen pro Milliliter
  • Totale Motilität: größer oder gleich 40 Prozent
  • Anteil der gut beweglichen Spermien: größer oder gleich 32 Prozent
  • Normale Morphologie: größer oder gleich vier Prozent
  • Leukozyten: weniger als eine Million pro Milliliter
  • pH-Wert: zwischen 7 und 8
  • Anzahl weißer Blutkörperchen: unter einer Million pro Milliliter
  • Verflüssigungszeit: 30 bis 60 Minuten
  • MAR-Test: unter 50 Prozent Spermien-Antikörper

Ihr Spermiogramm weist nicht nur Normalwerte auf? Dann ist dies erst einmal kein Grund zur Beunruhigung. Um ein zuverlässiges Ergebnis zu erhalten, ist ein weiterer Test nach acht bis zwölf Wochen notwendig. Sollte sich im Spermiogramm lediglich eine geringe Spermienanzahl befinden, wird eine Hormonuntersuchung durchgeführt. Dabei wird überprüft, ob eine Hormonstörung vorliegt, welche die Samenproduktion negativ beeinflusst. Sie haben einen unerfüllten Kinderwunsch, obwohl Sie seit mehr als einem Jahr regelmäßig versuchen, schwanger zu werden? Dann kann eine gründliche Untersuchung beider Partner Aufschluss über mögliche Fruchtbarkeitsprobleme geben. Informieren Sie sich bei Ihrem Arzt über weitere Spermiogramm-Werte, die für Sie wichtig sein könnten.

 

Verbesserung der Spermienqualität

Kann man seine Spermien verbessern? Ja, zumindest bis zu einem gewissen Grad hat man es selbst in der Hand, seine Spermienqualität zu verbessern. Wir verraten Ihnen, was Sie tun können, um Ihre Fruchtbarkeit zu steigern und Asthenozoospermie so weit es geht zu vermeiden.

  • Gesunde Ernährung: Frisches Obst und Gemüse sowie ausreichend Wasser sind die wichtigsten Grundlagen einer gesunden Ernährung. Achten Sie darauf, dass Sie außerdem abwechslungsreich essen und möglichst auf Fertigprodukte verzichten.
  • Sport: Gerade bei unbeweglichen Spermien ist Sport unheimlich wichtig. Durch körperliche Betätigung wird der Testosteronspiegel angekurbelt und die Spermien gelangen schneller zur weiblichen Eizelle.
  • Normalgewicht: Übergewichtige Männer produzieren langsamere Spermien. Um Asthenozoospermie zu vermeiden, sollten Sie daher ein gesundes Normalgewicht haben. Eine einfache Methode, herauszufinden, ob dies der Fall ist, ist der BMI.
  • Kräuter: Brennnesselsamen steigern die Potenz. Ein Esslöffel der Samen pro Tag optimiert die Qualität Ihrer Spermien. Auf Süßholz, Gingko und Johanniskraut sollten Sie hingegen verzichten.

Besser vermeiden sollten Sie außerdem Sojaprodukte im Übermaß und Hormone fürs Muskelwachstum. Bei zu viel Alkoholkonsum nimmt die männliche Fruchtbarkeit ebenfalls ab.

 

Trotz Asthenozoospermie zum Wunschkind

Da es sich bei Asthenozoospermie lediglich um eine Fruchtbarkeitsstörung handelt und keineswegs eine Unfruchtbarkeit vorliegt, haben Sie diverse Optionen, mit medizinisch unterstützter Reproduktion ein Kind zu zeugen.

  • Bei einer Insemination wird die Samenprobe des Mannes nach einer hormonellen Stimulierung der weiblichen Eierstöcke direkt in die Gebärmutter der Frau injiziert. Auf diese Weise verkürzt sich der Weg zwischen männlicher Samen- und weiblicher Eizelle und die Chancen auf eine erfolgreiche Befruchtung steigen. Nach drei fehlgeschlagenen Versuchen wird Paaren eine andere Reproduktionstechnik empfohlen.
  • Im Rahmen einer In-vitro-Fertilisation (IVF) wird einer Frau eine Eizelle entnommen, welche in einem Reagenzglas mit den männlichen Samenzellen befruchtet wird. Die Behandlungsmethode bietet sich unter anderem dann an, wenn der Mann an Fruchtbarkeitsstörungen leidet. Die Vorbereitung der künstlichen Befruchtung umfasst eine ovarielle Stimulation der Frau sowie ein Spermiogramm des Mannes. In einer Kulturschale vereinen sich Samen- und Eizelle anschließend von alleine.
  • Wenn die Spermien des Mannes nahezu unbeweglich sind, ist die ICSI-Methode Diese gleicht der IVF, wobei jedoch ausgewählte Samenzellen direkt in die Eizelle injiziert werden und diese nicht aus eigenen Kräften zueinanderfinden müssen.

Ihre Spermiogramm-Auswertung ist nicht optimal und sämtliche Bemühungen, Ihre Spermienqualität zu verbessern sind bislang erfolglos geblieben? Männer mit Asthenozoospermie haben dennoch gute Chancen auf ein Wunschkind. IVI ist die weltweit größte Gruppe für medizinisch unterstützte Reproduktion. Dank mehr als 27 Jahren Erfahrung und modernster Techniken wurden bereits mehr als 160.000 Kinder geboren. Vereinbaren Sie noch heute einen Termin mit einem IVI-Spezialisten und erfüllen Sie sich Ihren Kinderwunsch.

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