24 Dezember 2020

Was ist das Corpus luteum und welche Bedeutung hat es in der Schwangerschaft?

Corpus luteum
Vom Redaktionsausschuss im IVI Blog

Wer sich mit dem Thema Schwangerschaft beschäftigt, hat bestimmt schon vom Gelbköper oder Corpus luteum gehört. Doch worum handelt es sich hier eigentlich genau? Und welche Funktion erfüllt der Gelbkörper in der Schwangerschaft? Wir erklären Ihnen, welche Rollen das Corpus luteum sowie das Gelbkörperhormon Progesteron erfüllen und verraten Ihnen außerdem, wie Sie eine Corpus-luteum-Insuffizienz erkennen können. Zudem klären wir die Frage, ob eine Corpus-luteum-Zyste gefährlich sein kann.  

 

Was ist das Corpus luteum? 

Corpus luteum ist die medizinische Bezeichnung und der lateinische Begriff für den Gelbkörper. Corpus luteum setzt sich aus den Wörtern Körper = „corpus“ sowie gelb = „luteus“ zusammen. Das Corpus luteum bildet sich in der zweiten Zyklushälfte aus den Zellen der Eibläschenhülle im Eierstock der Frau. Der Name ist auf die gelbliche Farbe der Zellen zurückzuführen. Der Gelbkörper entsteht in jedem normalen Monatszyklus und produziert Hormone, welche den weiblichen Menstruationszyklus regulieren. Wenn keine Befruchtung stattfindet und damit auch keine Schwangerschaft zustande kommt, bildet er sich von allein wieder zurück, sodass die Periode einsetzt. Im Rahmen einer Schwangerschaft erfüllt der Corpus luteum jedoch wichtige Funktionen, über welche Sie im folgenden Abschnitt mehr erfahren.  

 

Welche Rolle spielt das Corpus luteum in der Schwangerschaft? 

Ohne das Corpus luteum könnte eine Schwangerschaft nicht aufrechterhalten werden. Der Gelbkörper ist für die Produktion der Hormone Östrogen und vor allem Progesteron, auch als Gelbkörperhormon bekannt, verantwortlich. Die Aufgabe von Progesteron ist es, die  Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung eines Embryos vorzubereiten, durch die Ausbildung von Blutgefässen und Drüsen. Die Progesteronproduktion hat die Nebenwirkung, dass die Körpertemperatur um rund ein halbes Grad Celsius ansteigt, wodurch Frauen über das Messen der Basaltemperatur ihre fruchtbaren Tage bestimmen können. Am Anfang einer Schwangerschaft ist ausschließlich der Gelbkörper für die Hormonproduktion zuständig. Ab der 10.-12. Schwangerschaftswoche übernimmt jedoch der Mutterkuchen (Plazenta) diese Aufgabe.  

 

Progesteron – das Gelbkörperhormon 

Neben dem Aufbau und der Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut übernimmt das Gelbkörperhormon noch weitere wichtige Aufgaben im weiblichen Körper: 

  • Progesteron regt den Stoffwechsel an – dies führt zu einer leicht erhöhten Körpertemperatur.
  • Das Gelbkörperhormon bereitet die Brustdrüsen auf die Milchproduktion sowie die Stillzeit vor.
  • Während der Schwangerschaft verhindert es, dass in den Eierstöcken weitere Eizellen heranwachsen.
  • Das Hormon fördert den Knochenaufbau der Frau, sorgt für kräftigere Haare und ein verfeinertes Hautbild.
  • Dank Progesteron sind Frauen entspannter und haben einen besseren Schlaf. Allerdings führen die entspannten Muskeln bei werdenden Müttern oftmals zu Verstopfungen. 
  • Zudem soll das Gelbkörperhormon auch die Mobilität der männlichen Spermien im Körper der Frau und fördern und es ihnen erleichtern, in die Eizelle einzudringen, wodurch eine Schwangerschaft leichter zustande kommen kann.

Was ist eine Corpus-luteum-Insuffizienz? 

Wirft man einen Blick auf die zahlreichen Aufgaben von Progesteron, so wird klar, warum das Corpus luteum essenziell für eine Schwangerschaft ist. Insbesondere bei jungen Frauen in den ersten Zyklen sowie Frauen, die älter als 35 Jahre sind, besteht das Risiko einer Gelbkörperschwäche. Bei einer Corpus-luteum-Insuffizienz wird weniger Progesteron ausgeschüttet. Als Folge wird die Gebärmutterschleimhaut nicht optimal auf die Einnistung der Eizelle vorbereitet und es kommt nicht zur Einnistung.

Ein Speichel- oder Bluttest beim Frauenarzt verschafft Klarheit darüber, ob eine Patientin an einem Progesteronmangel leidet. Bei Ihnen wurde eine Corpus-luteum-Insuffizienz festgestellt? Dies ist zunächst kein Grund zur Sorge, denn es gibt unterschiedliche Mittel, welche die Ausschüttung des Gelbkörperhormons anregen. Die Ursache einer Gelbkörperschwäche ist in einer Eireifungsstörung zu suchen – somit macht es keinen Sinn, bei Kinderwunsch in der zweiten Zyklushälte Gelbkörperhormon der Frau zu verabreichen – statt dessen muss die Eireifung medikamentös verbessert werden. Man nennt es: den Eierstock stimulieren. Es ist in jedem Fall empfehlenswert, sich von einem Facharzt für Frauenheilkunde untersuchen zu lassen, bevor mit der Einnahme von Mitteln begonnen wird, ggf. ist es auch erforderlich, einen Kinderwunsch-Spezialisten aufzusuchen. 

Wenn kein Kinderwunsch besteht, kann es ausreichen, Gelbkörperhormone zuzuführen ( ca. 12.-26. Zyklustag) 

 

Woran erkenne ich eine Corpus-luteum-Insuffizienz? 

Es existieren gewissen Symptome, die auf eine Corpus-luteum-Insuffizienz hindeuten können: 

  • Die zweite Hälfte Ihres Zyklus ist verkürzt und dauert statt 14 Tage lediglich 12 Tage oder noch kürzer.
  • Es treten Zwischenblutungen in der zweiten Zyklushälfte auf oder ein prämenstruelles Vorschmieren
  • Ein langsamer Anstieg der Basaltemperatur – eine normale Progesteronproduktion würde hingegen zu einem kontinuierlichen Anstieg der Körpertemperatur führen.
  • Starke Menstruationsbeschwerden
  • Schlafstörungen
  • Muskel- sowie Gelenkschmerzen 

Letztendlich kann Ihnen aber nur eine medizinische Untersuchung Klarheit über Ihren Progesteronspiegel bringen. Stellt Ihr Arzt einen Progesteronmangel fest, kann dieser höchstwahrscheinlich mithilfe einer Hormontherapie behoben werden, sodass Sie weiterhin die besten Voraussetzungen haben, um schwanger zu werden.  

 

Was sind weitere weibliche Fruchtbarkeitsstörungen? 

Eine Gelbkörperschwäche ist eine der häufigsten Fruchtbarkeitsstörungen bei Frauen. Dass sich der Gelbkörper nicht richtig ausbildet, kann beispielsweise daran liegen, dass die Frau keinen Eisprung hat, über einen übermäßig hohen Anteil an männlichen Geschlechtshormonen verfügt, an einer Schilddrüsenfehlfunktion oder dem polyzystischen Ovarialsyndrom (PCO) leidet. Generell sind es bei Frauen eher hormonelle Probleme, welche die Eierstockfunktion oder die Eizellreifung stören und somit eine Schwangerschaft verhindern. So kann es auch dazu kommen, dass eine Hormonstörung verhindert, dass die (Spermien sind immer männlich) Samenzellen problemlos in den Gebärmutterhals eindringen. Jedoch kann es auch andere Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch geben. Teilweise oder komplett verschlossene Eileiter sowie Endometriose sind ebenfalls häufige Fertilitätsprobleme von Frauen.  

 

Kann eine Corpus-luteum-Zyste gefährlich sein? 

Bei vielen Frauen im gebärfähigen Alter treten funktionelle Eierstockzysten auf – in den meisten Fällen bleiben diese jedoch unbemerkt. Die Corpus-luteum-Zyste ist eine der häufigsten Zystenarten und entsteht, wenn das Eibläschen nach dem Eisprung blutet und sich Blut in einem Hohlraum sammelt. Eine Gelbkörperzyste kann bis zu 12 Zentimeter groß werden, ist aber wie 98 Prozent aller Eierstockzysten harmlos und bildet sich in der Regel ganz von allein wieder zurück. Anzeichen für eine Corpus-luteum-Zyste sind unter anderem einseitige Schmerzen im Unterbauch, die plötzlich auftreten. Zudem kann es zum Ausbleiben der Periode oder Schmierblutungen kommen. Sollten Sie ungewöhnliche Schmerzen vor oder während Ihrer Monatsblutung verspüren, ist es eine gute Idee, einen Termin bei Ihrem Gynäkologen zu vereinbaren.  

 

Ohne das Corpus luteum und eine ausreichende Progesteronproduktion kann sich keine Schwangerschaft einstellen. Patientinnen können eine Gelbkörperschwäche mit einer Hormontherapie behandeln lassen. Sollten Sie oder Ihr Partner an einer anderen Form von Fruchtbarkeitsstörung leiden, können Sie sich jederzeit an die Kinderwunschexperten von IVI wenden. In unseren europaweiten IVI-Kliniken können Sie sich hochmodernen medizinisch assistierten Reproduktionsmethoden unterziehen und sich Ihren Kinderwunsch erfüllen. Für weitere Informationen müssen Sie lediglich ein Beratungsgespräch vereinbaren.  

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