19 Februar 2020

Alles, was Sie über Eierstockzysten wissen müssen

ICSI/IVF und Endometriose
Vom Redaktionsausschuss im IVI Blog

Bei Ihnen treten teilweise heftige Unterbauchschmerzen auf? Sie haben zudem einen unregelmäßigen Monatszyklus, Rückenschmerzen oder müssen häufig Wasser lassen? Dann könnten Eierstockzysten die Ursache sein. Sind Zysten an den Eierstöcken gefährlich? Können die Geschwülste die Fruchtbarkeit von Frauen einschränken? In diesem Beitrag erklären wir Ihnen alles zum Thema Eierstockzysten: Unterschiedliche Zystenarten, Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit, Endometriose, PCO-Syndrom sowie wie die Krankheit diagnostiziert und therapiert wird.

Was sind Eierstockzysten?

Bei einer Eierstockzyste handelt es sich um einen Hohlraum, der mit Flüssigkeit oder soliden Inhalt gefüllt ist und der eine sackähnliche Form hat. Die meisten dieser Veränderungen im Bereich der weiblichen Eierstöcke sind gutartig und haben eine hormonelle Ursache. Man unterscheidet zwischen funktionellen Zysten, die sich aus einem Follikel oder Gelbkörper entwickeln und zystischen Eierstocktumoren, bei denen es sich um Neubildungen handelt. Funktionelle Eierstockzysten treten zehnmal häufiger als „echte“ Eierstockgeschwülste auf. Die häufigste Form von Zysten an den Eierstöcken sind Follikelzysten, welche keinen Eisprung durchlaufen und daher nicht platzen, sondern weiterhin Flüssigkeit produzieren. Weitere Informationen über die unterschiedlichen Formen von Eierstockzysten erhalten Sie im folgenden Unterkapitel.

Welche Arten von Eierstockzysten gibt es?

In den Eierstöcken sowie rund um die Eierstöcke existieren funktionelle Zysten, Dermoidzysten und Endometriosezysten.

  • Funktionelle Zysten: Follikelzysten (Bläschenzysten) bilden sich aus einem nicht geplatzten Graaf-Follikel, während eine Gelbkörperzyste aus dem Gelbkörper eines gesprungenen Graaf-Follikels entsteht. Erkrankungen oder hormonelle Therapien können Luteinzysten verursachen, die typischerweise in beiden Eierstöcken auftauchen.
  • Dermoidzysten: Die Ursache von reifen zystischen Teratomen ist eine Fehlentwicklung der Keimzellen im Eierstock. Diese Zystenart kann daher beispielsweise Knorpel, Talg, Haare oder Knochengewebe enthalten.
  • Endometriosezysten: Siedelt sich Gebärmutterschleimhaut in den Eierstöcken an, spricht man aufgrund der Farbe auch von Schokoladenzysten, die sich im Laufe des Monatszyklus auf- und wieder abbauen. Weitere Informationen erhalten Sie im Unterkapitel über Endometriose.

Schränken Eierstockzysten die Fruchtbarkeit ein?

Je nachdem, wo sich die Eierstockzysten befinden und wie ausgeprägt sie sind, können Sie Einfluss auf die Funktionsfähigkeit der Eierstöcke nehmen und diese einschränken. Auf diese Weise nimmt wiederum die weibliche Fruchtbarkeit ab. Jedoch sollten betroffene Patientinnen Befunde sowie Therapieformen mit ihrem Gynäkologen besprechen, da jedes Krankheitsbild individuell verläuft. Weitere Komplikationen der Geschwülste können Rupturen von Blutgefäßen sein, die starke Unterbauchschmerzen verursachen. Diese Schmerzen können auch durch eine Stieldrehung, einer Drehung der Zyste um die eigene Achse, und eine damit verbundene Minderdurchblutung verursacht werden. Bei Verdacht auf Eierstockzysten sollten Sie sich an Ihren Frauenarzt wenden und sich gründlich untersuchen lassen.

Was ist Endometriose?

Bei Endometriose siedelt sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter an, zum Beispiel an den Eierstöcken, am Darm, an der Blase oder im Becken. Viele Betroffene wissen nicht, dass sie an Endometriose leiden und interpretieren die Symptome als Regelschmerzen. Die Endometrioseherde werden wie die normale Gebärmutterschleimhaut von weiblichen Geschlechtshormonen gesteuert und durchlaufen ebenfalls den monatlichen Zyklus. Oftmals ist eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) die einzige Möglichkeit, Endometriose eindeutig zu identifizieren und bösartige Herde zu entfernen. Endometriose gilt als eine der häufigsten Ursachen eines unerfüllten Kinderwunsches. Die Ursachen der Krankheit sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Eine Theorie besagt, dass bei einer rückwärts fließenden Monatsblutung Zellen der Gebärmutterschleimhaut an andere Orte getragen werden und sich dort ansiedeln. Besprechen Sie Ihre Symptome mit einem Frauenarzt, wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie an Endometriose erkrankt sind.

Was ist das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCO)?

Neben Endometriosezysten ist auch das Polyzystische Ovarialsyndrom eine Form von Eierstockzysten. Es handelt sich in den meisten Fällen um einen beidseitigen Tumor mit zahlreichen kleineren Follikeln. Ein Überschuss an männlichen Hormonen verhindert, dass die Eibläschen zu Eizellen heranwachsen. Stattdessen formen sich kleine Zysten am Randbereich der Eierstöcke. Das PCO-Syndrom ist eine der häufigsten Ursachen von weiblicher Unfruchtbarkeit. Es äußert sich unter anderem durch Menstruationsstörungen, männliche Behaarung, Haarausfall, ein erhöhtes Level an männlichen Geschlechtshormonen im Blut und Akne. Diese äußeren Merkmale gehen oftmals mit schwerwiegenden psychischen Problemen einher. Für die Diagnose der Erkrankung sind eine Reihe von Bluttests notwendig. Außerdem müssen mindestens zwei der folgenden drei Kriterien zutreffen: Vermännlichung, Zyklusstörungen und zahlreiche Zysten an den Eierstöcken.

Eierstockzysten: Diagnose & Behandlung

Zysten verursachen meistens nur dann Symptome, wenn sie eine gewisse Größe erreichen. Dann können sie unter anderem Druck auf die Nebenorgane ausüben. Größere Eierstockzysten stellt der Arzt bei einer Tastuntersuchung der weiblichen Geschlechtsorgane fest. Kleinere Zysten werden in der Regel bei einer Ultraschalluntersuchung diagnostiziert. Bei der Therapie der Zysten kommt es auf die Art sowie Größe der Geschwülste an. Funktionelle Zysten erfordern meistens keine Behandlung, da sie sich spontan von selbst zurückbilden. Eine größere Zyste, die länger als einen Monatszyklus im Körper bleibt, kann im Rahmen einer Bauchspiegelung entfernt werden. Dies trifft beispielsweise auf Endometriosezysten zu. Eine Entfernung der Eierstöcke wird nur in seltenen Fällen angesetzt, vor allem dann, wenn eine Frau ihre Familienplanung bereits abgeschlossen hat.

Kann ich trotz Eierstockzysten schwanger werden?

Wie bereits erwähnt, sind die meisten Eierstockzysten nicht bösartig und lösen nicht einmal Symptome aus. Jedoch kann es im Fall einer Endometriose an den Eierstöcken oder des PCO-Syndroms durchaus zu Fruchtbarkeitsstörungen oder einer Unfruchtbarkeit kommen. Inwiefern Zysten an den Eierstöcken Ihren Kinderwunsch beeinträchtigen, hängt vom individuellen Verlauf der Erkrankung ab. Sollten diese Geschwülste in der Tat so gravierend sein, dass Sie eine Schwangerschaft verhindern, sollten Sie sich von den Kinderwunsch-Spezialisten in unseren IVI-Kliniken beraten lassen. Mithilfe von modernen medizinisch assistierten Reproduktionstechniken können sich selbst Patienten mit eingeschränkter Fertilität ihren Kinderwunsch erfüllen. Beispiele für gängige Kinderwunschbehandlungen sind unter anderem eine künstliche Befruchtung, die In-vitro-Fertilisation (IVF) oder die Methode der intrazytoplasmatischen Spermien-Mikroinjektion (ICSI).

Eierstockzysten sind in den meisten Fällen harmlos und verschwinden von allein. Doch selbst wenn Sie von bösartigen Geschwülsten an den Eierstöcken betroffen sind, an Endometriose oder dem PCO-Syndrom leiden, haben Sie dank der Kinderwunschexperten von IVI nach wie vor Chancen, ein Kind zur Welt zu bringen. Betroffene Patientinnen werden von unseren Spezialisten ausführlich über die erfolgversprechendsten Behandlungstechniken beraten. Am besten vereinbaren Sie noch heute einen Termin mit IVI, um sich Ihren Kinderwunsch schon bald zu erfüllen. In mehreren unserer IVI-Kinderwunschkliniken steht Ihnen deutschsprachiges Betreuungspersonal zur Seite, sodass Sie sich keine Gedanken über den Ablauf Ihres Klinikaufenthaltes machen müssen.

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