28 August 2017

Embryoeinnistung: Mit dem ERA-Test steigt der Erfolg

Der Weg zum ersehnten Baby ist nicht nur lang, sondern oft auch steinig und nervenaufreibend. Aber dennoch sollten Sie nie die Hoffnung aufgeben. Manchmal lassen Wunschkinder einfach auf sich warten. Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben. Diese herauszufinden kostet Zeit und strapaziert Ihre Geduld. Das wissen wir von der IVI-Klinik natürlich. Darum stehen unsere Experten stets an Ihrer Seite, unterstützen und begleiten Sie auf Ihrem Weg, der viele Untersuchungen und Tests nötig macht, um Ihren sehnlichsten Wunsch zu erfüllen. Einer dieser Tests ist der Endometrial-Receptivity-Array (ERA)-Test, mit dem der ideale Zeitpunkt zur Einnistung des Embryos festgelegt werden kann. Bei diesem Verfahren wird die genetische Struktur der Gebärmutterschleimhaut untersucht, um den richtigen Zeitpunkt für die Embryoübertragung herauszufinden. Denn das Endometrium ist während des Zyklusverlaufs nur in einer kurzen Phase in der Lage, den Embryo einnisten zu lassen. Und dieser Zeitpunkt ist nicht bei allen Frauen gleich.

Wenn die IVF immer wieder fehlschlägt

Bei einer In-vitro-Fertilisation (IVF) wird im Labor die Eizelle mit einer Samenzelle zusammengebracht. Im Idealfall wird der Samen des Partners verwendet. Bei ungenügender Samenqualität kann auf eine Samenspende zurückgegriffen werden, um die Befruchtung durchzuführen. War die Vereinigung von Eizelle und Samenzelle erfolgreich, wird der befruchtete Embryo in die Gebärmutter übertragen. Wenn alles gutgeht, ist das Baby bald unterwegs. Doch hin und wieder macht die Natur einen Strich durch die Rechnung. Wunschkinder lassen sich nun einmal nicht auf Knopfdruck produzieren. Wenn eine In-vitro-Fertilisation jedoch immer und immer wieder scheitert, obwohl die Qualität des Embryos hervorragend ist und alle Voraussetzungen für ein Gelingen erfüllt sind, müssen die Ursachen dafür gefunden werden. Und hier kann der ERA-Test genau das richtige Instrument sein, um dem Warum auf die Spur zu kommen.

Die kurze Zeitspanne des Implantationsfensters

Es ist bekannt, dass das Endometrium (Gebärmutterschleimhaut) im Verlauf des Zyklus nur ein kurzes Zeitfenster hat, das dem Embryo erlaubt, sich einzunisten. Und dass diese Zeitspanne, die als Implantationsfenster bezeichnet wird, bei Frauen unterschiedlich ausfällt, macht die exakte Bestimmung für den Transfer schwierig. Um dieses Zeitfenster möglichst einzugrenzen, wurden Hormonspiegel und Ultraschalluntersuchungen zu Hilfe bezogen. Letztere geben Aufschluss über den Gewebeaufbau der Schleimhaut. Beim Schallen werden jedoch nur Höhe und Struktur der Gebärmutterschleimhaut ermittelt. Auch histologische Untersuchungen des Endometriums brachten keine nutzbringenden Ergebnisse. Diese unzulänglichen Verfahren ließen keine 100%ige Sicherheit über den idealen Zeitpunkt zu. Die Molekulargenetik hat dieser Unsicherheit ein Ende bereitet. Seit einigen Jahren hat sich ein Verfahren etabliert, mit dem sich auf molekulargenetischer Basis die Gebärmutterschleimhaut untersuchen lässt, ob sie an jenem Tag, an dem die Empfangsbereitschaft erwartet wird, auch wirklich empfangsbereit, also rezeptiv ist. Und das ist sie nur, sofern die richtige Struktur vorliegt. Mithilfe des ERA-Tests ist man in der Lage, diese Struktur auszuwerten und damit den Zeitpunkt für die Empfängnisbereitschaft der Gebärmutterschleimhaut exakt zu bestimmen. Der Erfolg dieses Tests wurde in umfangreichen Untersuchungen und einer Pilotstudie dokumentiert.

238 Gene spielen eine wichtige Rolle

Es hat sich gezeigt, dass eine Gruppe von 238 Genen eine wichtige Rolle einnimmt. Diese Gene sind für die Rezeptivität, also die Empfangsfähigkeit an bestimmten Tagen, ausschlaggebend. Ein oder zwei Tage entscheiden hier über Erfolg oder Misserfolg. Denn wird das Implantationsfenster über- oder unterschritten, kann sich der Embryo nicht einnisten; eine Schwangerschaft kommt nicht zustande. Mit dem ERA-Test lässt sich genau feststellen, ob die Gebärmutterschleimhaut an bestimmten Tagen zur Einnistung des Embryos bereit oder ob das Implantationsfenster verschoben ist. Unsere Wissenschaftler fanden heraus, dass es bei 74 % der Frauen eine Verschiebung des Implantationsfensters gab. Bei 26 % der Frauen war die Gebärmutterschleimhaut entweder pre-rezeptiv oder post-rezeptiv. Die nächste Frage, die es zu beantworten galt, war, ob dieses Ergebnis reproduzierbar sein würde. Blieb das Resultat in den folgenden Zyklen gleich? Die Bilanz war eindeutig: Mehr als 20 Monate blieben die Befunde gleich. Das heißt, dass die Ergebnisse aus einem ERA-Test rund eineinhalb Jahre für den Embryotransfer genutzt werden können. Dieser verlässliche Test ist natürlich ein Riesenfortschritt. Wunschkinder müssen damit immer weniger dem Zufall überlassen bleiben. Durch ERA lässt sich der optimale Tag für einen Embryotransfer bestimmen.

Hormongabe zum Aufbau der Gebärmutterschleimhaut

Um den ERA-Test durchzuführen, ist eine Biopsie notwendig. Diese wird entweder im Rahmen eines natürlichen Zyklus vorgenommen. Das heißt am siebten Tag, nach dem Anstieg des Luteinisierenden Hormons, LH. Oder sie findet nach präziser Anleitung im Rahmen eines medikamentös geplanten Zyklus statt. Bei diesem künstlichen Zyklus, auch HRT-Zyklus genannt (Hormonal Replacement Therapy), werden zunächst Östrogene verordnet, sodass sich die Gebärmutterschleimhaut aufbauen kann. Die Hormone werden entweder transkutan, oral oder vaginal verabreicht. Nach etwa 15 Tagen ist der Aufbau des Endometriums meist ausreichend, sodass nun mit der Verabreichung von Gelbkörperhormonen (Progesteron) begonnen wird (oral oder vaginal). Die Biopsie wird auf den sechsten Tag nach Beginn der Progesterongabe festgelegt.

Biopsie für den ERA-Test

Die Untersuchung selbst ist kurz, harmlos und unkompliziert. Der Gebärmutterhals wird erweitert. Das kann zwar ein unangenehmes Gefühl oder leichte Schmerzen verursachen, erfordert aber keine Betäubung. Unter Ultraschallkontrolle werden mit einem Plastikkatheter ein bis zwei Proben entnommen. Dafür ist Unterdruck notwendig, denn der sorgt für die Aufnahme der Gewebeprobe. Noch am selben Tag wird das Gewebe in eines unserer Speziallabors zur Untersuchung geschickt. Mit dem Ergebnis ist nach etwa zwei Wochen zu rechnen.

Eindeutige Resultate und höhere Einnistungsrate

Dieses Resultat ist spezifisch und ein eindeutiger Nachweis der Rezeptivität der Gebärmutterschleimhaut. Die Gewebeprobe kann drei Resultate erzielen. Ist sie am Tag der Biopsie rezeptiv, kann im folgenden Zyklus der Embryotransfer wie geplant stattfinden. Bei einem pre-rezeptiven Ergebnis ist es sinnvoll, einen erneuten Test zu machen, und zwar am siebten Tag nach Beginn der Progesterongabe. Ist das Ergebnis post-rezeptiv, ist die zweite Biopsie am fünften Tag nach Beginn der Verabreichung von Progesteron empfehlenswert.

Die Studien unserer IVI-Arbeitsgruppen haben eine deutliche Verbesserung der Einnistungsrate beim Embryotransfer ergeben, nachdem ein ERA-Test durchgeführt wurde, was natürlich auch die Schwangerschaftsrate erhöhte. Hier nur ein Beispiel: Nach einem ERA-Test lag der Implantationserfolg beim ersten Zyklus bei 71 %, die Schwangerschaftsrate bei 75 %. Dieses diagnostische Verfahren trägt nicht nur zu mehr Exaktheit bei, was den Zeitpunkt angeht, sondern verschafft auch den Paaren mit Kinderwunsch mehr Sicherheit.

 

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2 Kommentare

  • Björn F. says:

    Hallo zusammen,

    unser Arzt aus Amerika hat uns empfohlen, einen ERA Test durchzuführen. Diesbezüglich haben wir einige Fragen: 1) Wie viel Zeit braucht man dafür vor Ort? 2) Wie sind die Kosten? 3) In welcher Klink kann ich das bei Ihnen machen? 4) Existiert eine lange Warteliste für diesen Test? 5) Kann die Entnahme auch in Deutschland durchgeführt werden?

    Vielen Dank für das beantworten der Frage im Voraus… Liebe Grüße…

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