Kann ich mir noch Zeit lassen oder sollte ich lieber demnächst mit der Familienplanung beginnen? Viele Frauen beschäftigen sich mit dem richtigen Zeitpunkt einer Schwangerschaft. Nicht selten zerbrechen sie sich den Kopf darüber, ob sie lieber noch Karriere machen oder doch lieber zeitnah in die Mutterrolle schlüpfen sollten. Oftmals sorgt der Gedanke, dass die weibliche Fruchtbarkeit im Alter nachlässt, für Nervosität und schlaflose Nächte.
Wie viele Follikel sind normal und was können Frauen mit einer geringen ovariellen Reserve tun, um schwanger zu werden? Erfahren Sie, was Follikel sind und ob man mit wenigen Eizellen dennoch gute Chancen hat, Mutter zu werden. Wir informieren Sie zudem über die Möglichkeit einer Eizellspende. Als Kinderwunschexperte bieten wir Ihnen in unseren IVI-Kliniken hochmoderne Methoden und Technologien, um eine passende Eizellspenderin zu finden. In diesem Beitrag erfahren Sie nützliche Informationen rund ums Thema Follikel.
Was sind Follikel?
Follikel sind Bläschen, in denen die weiblichen Eizellen heranreifen. Sie befinden sich in den Eierstöcken. In einem Monatszyklus wachsen normalerweise mehrere Follikel heran – bei gesunden Frauen geschieht dies in beiden Eierstöcken. Allerdings erreicht in der Regel nur ein Follikel die optimale Größe von einem rund zwanzig mm großen Durchmesser und setzt eine reife Eizelle frei. Diese wandert im Anschluss durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter. Aus den restlichen Teilen des bläschenartigen Gebildes entwickelt sich der Gelbkörper. Setzen sich in einem Zyklus zwei Follikel durch, bilden diese die Voraussetzungen für zweieiige Zwillinge.
Doch wie viele Follikel sind normal und bei welcher Anzahl sollte man sich Gedanken um seine Fruchtbarkeit machen? In der Regel reifen pro Zyklus zehn bis zwanzig Follikel heran, von denen letztlich eines dominiert und eine Eizelle freisetzt. Eine Eizellvorrat-Untersuchung kann vorhersagen, wie lange eine Frau noch Eizellen produziert und damit Zeit hat, auf natürlichem Wege Mutter zu werden. Die Anzahl der Eizellen lässt sich aus einer Kombination aus Ultraschalluntersuchung und dem Wert des Anti-Müller-Hormons (AMH) bestimmen.
Wie entwickelt sich ein Follikel?
Der Follikel entwickelt sich und reift unter dem Einfluss von Hormonen, vor allem von FSH und LH, während des Menstruationszyklus. Dieser Prozess wird als Follikulogenese bezeichnet und umfasst verschiedene Stadien, bis einer der Follikel dominant wird und eine Eizelle freisetzt.
Von der Primärfollikel zur Ovulation
Die Follikel durchlaufen während ihres Entwicklungsprozesses verschiedene Stadien:
- Primordialfollikel: Dies ist die erste Phase, die beginnt, wenn sich die Frau noch im Mutterleib befindet.
- Primäre Follikel: Die Zellen proliferieren und nehmen eine kubische Form an.
- Sekundäre Follikel: Der Follikel nimmt an Größe zu, und es bilden sich die Granulosaschichten.
- Antrale Follikel: In dieser Phase entsteht eine mit follikulärer Flüssigkeit gefüllte Höhle, das sogenannte Antrum.
- Graaf-Follikel oder dominanter Follikel: Dies ist der vollständig entwickelte Follikel, der die Ovulation der enthaltenen Oozyte ermöglicht. Die übrigen Follikel degenerieren.
Was ist ein dominanter Follikel?
Der dominante Follikel ist die größte ovarielle Struktur (zwischen 15 und 22 Millimetern), die aus der Gruppe der antralen Follikel ausgewählt wird, welche sich zu Beginn jedes Zyklus entwickeln. Er setzt die Oozyte etwa am 14. Zyklustag im Rahmen des Ovulationsprozesses frei.
Wie viele Follikel sind „normal“ je nach Alter?
Eine Anzahl von 5 bis 10 Antralfollikeln mit einer Größe von 2 bis 10 mm pro Eierstock gilt als „normal“. Die Antralfollikelzählung (AFC) ist einer der zuverlässigsten Marker der ovariellen Reserve und ermöglicht eine Abschätzung, wie viele Oozyten in einem IVF-Zyklus gewonnen werden könnten.
In der folgenden Tabelle zeigen wir eine Zusammenfassung der altersabhängig als normal geltenden Werte:
| Altersgruppe | Beschreibung der Antralfollikelzahl |
|---|---|
| Unter 30–35 Jahren | Eine gute bzw. hohe ovarielle Reserve wird angenommen, wenn insgesamt mehr als 10–12 Follikel vorhanden sind; 5–10 pro Eierstock gelten als der normale Standardbereich. |
| 30–35 Jahre | Die Antralfollikelzahl liegt in der Regel noch im Normbereich, jedoch beginnt der funktionelle Rückgang. |
| Ab 40 Jahren | Häufig finden sich insgesamt 4 bis 8 Antralfollikel, was auf eine reduzierte ovarielle Reserve hinweist. |
Kann man mit wenigen Follikeln schwanger werden?
Ja, auch Frauen mit wenigen Eizellen können schwanger werden. Es kommt vielmehr auf das Alter Frau sowie die Eizellqualität an. Daher haben Frauen mit wenigen, aber dafür qualitativ überdurchschnittlichen Eizellen und Frauen mit vielen Eizellen durchschnittlicher Qualität jeden Monat die gleichen Chancen auf eine Schwangerschaft. Ihre Eizellreserven sind nicht mehr so gefüllt wie die einer 20-Jährigen? Kein Problem, selbst mit wenigen Follikeln können Sie mithilfe der richtigen Kinderwunschbehandlung schwanger werden.
Sollte es bei Ihnen auf dem natürlichen Wege nicht klappen, wird Ihr Fruchtbarkeitsexperte in einem ersten Schritt sehr wahrscheinlich eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke vorschlagen. Voraussetzung hierfür ist, dass eine Patientin noch eine gewisse Anzahl an Follikeln hat. Sollte dies nicht der Fall sein, gibt es die Möglichkeit einer Eizellspende, über die Sie im nächsten Abschnitt mehr erfahren.
Was sagt die Anzahl der Follikel über die Fruchtbarkeit aus?
Mit zunehmendem Alter der Frau nimmt die Anzahl der Follikel irreversibel ab. Als niedriger Wert gilt eine Anzahl von weniger als 5 Follikeln pro Eierstock.
Der Rückgang der Anzahl und Qualität der Oozyten steht nicht im Zusammenhang mit dem Auftreten von Menstruationsstörungen. Daher geht man davon aus, dass die Fruchtbarkeit ab dem 35. Lebensjahr abnimmt, unabhängig vom individuellen Zeitpunkt des Eintritts der Menopause.
Was passiert, wenn nur wenige Follikel sichtbar sind?
Bei Frauen mit geringer ovarieller Reaktion stehen nur wenige verfügbare Follikel zur Verfügung, die zudem häufig eine verminderte Sensitivität gegenüber FSH aufweisen. Wird daher eine Fertilitätsbehandlung durchgeführt, hängt die Wirksamkeit des Zyklus davon ab, wie viele antrale Follikel die Patientin zu Beginn aufweist und wie jeder einzelne Follikel auf die Stimulation reagiert.
Aus diesem Grund ermöglicht das Verständnis der zugrunde liegenden Physiologie die Auswahl des geeigneten Stimulationsprotokolls, die Dosisanpassung anhand der AMH-Werte und der Antralfollikelzahl, die Prävention von Komplikationen wie dem ovariellen Hyperstimulationssyndrom sowie die Optimierung der Follikelrekrutierung.
Wie kann man die Follikelbildung unterstützen?
Ein gesunder Lebensstil kann zur Entwicklung der ovariellen Follikel beitragen. Dazu gehören verschiedene Gewohnheiten:
- Eine ausgewogene Ernährung, reich an Nährstoffen und Mineralien.
- Der Verzicht auf schädliche Gewohnheiten wie Tabak– und Alkoholkonsum.
- Ein angemessener Umgang mit Stress.
- Regelmäßige körperliche Aktivität, angepasst an die individuellen Bedürfnisse.
Der ovarielle Follikel ist weit mehr als eine mikroskopische Struktur. Er bildet das Zentrum der weiblichen Fruchtbarkeit. Von ihm hängen die ovarielle Reserve, die Oozytenqualität, die Reaktion auf hormonelle Stimulation sowie der Erfolg assistierter Reproduktionstechniken ab. In der Reproduktionsmedizin bedeutet das Verständnis und die angemessene Behandlung des Follikels, das reproduktive Potenzial jeder Frau zu verstehen und zu optimieren.
Mithilfe einer Eizellspende zum Wunschkind
Dank einer Eizellspende können auch Frauen mit Fruchtbarkeitsstörungen Mutter werden. Nachdem die Eizelle einer Spenderin mit dem Samen des eigenen Partners oder Spendersamen aus der Samenbank befruchtet wurde, wird sie der Patientin eingesetzt. Um die Chancen auf eine erfolgreiche Einnistung zu erhöhen, wird die Gebärmutterschleimhaut der Patientin entsprechend auf den Embryotransfer vorbereitet. Eine Eizellspende kommt für Patientinnen in Frage, die sich bereits im fortgeschrittenen Alter befinden, bei denen die Menopause vorzeitig eingesetzt hat oder die aus anderen Gründen keine Eizellen (mehr) zur Verfügung haben bzw. diese eine geringe Qualität aufweisen. In unseren IVI-Kinderwunschkliniken sorgt das technologisierte Auswahlverfahren Perfect Match 360° dafür, dass Frauen die passende Spenderin finden.
Dank Perfect Match 360° die richtige Spenderin finden
Unser innovatives System Perfect Match 360° sorgt dafür, dass Ihr Baby Ihnen tatsächlich ähnlich sehen wird. Hochmoderne Technologie ermöglicht eine körperliche sowie biometrische Abstimmung von Spenderin und Empfängerin. Zunächst werden phänotypische Merkmale wie Augen- und Haarfarbe, Herkunft, Größe und Körperbau abgeglichen. Auch die Kompatibilität von Blutgruppe und Rhesusfaktor wird überprüft. Weiterhin wird eine genetische Analyse durchgeführt. Ein genetischer Kompatibilitätstest (GeneSeeker) kann mehr als 600 genetische Krankheiten identifizieren.
Ein GeneSeeker kann auch für die Samen des Partners oder eines Spenders durchgeführt werden, um herauszufinden, ob diese mit der Eizelle kompatibel sind. Unsere Patientinnen haben außerdem die einmalige Möglichkeit, einen IVI Biometric Scan durchführen zu lassen. Dieser ist in der Lage, die Ähnlichkeit der Gesichter zu erfassen. Unser biometrischer Scan basiert auf einem 3D-Gesichtsähnlichkeitssystem, das Gesichter in mathematische Formeln umwandelt. Mithilfe von rund 12.000 Gesichtspunkten wird für Sie die Ihnen am ähnlichsten sehende Eizellspenderin ermittelt.
Methode ROPA – ideal für lesbische Paare
In unseren IVI-Kliniken behandeln wir nicht nur heterosexuelle Paare und alleinstehende Frauen, sondern verhelfen auch lesbischen Paaren zum Wunschkind. Die Methode ROPA (Empfang von Eizellen der Partnerin) – ermöglicht es beiden Partnerinnen, an der Schwangerschaft beteiligt zu sein. Die Partnerin mit vorhandenen Eizellen steuert eine Eizelle bei und wird damit zur genetischen Mutter. Die andere Partnerin wird zur biologischen Mutter, indem sie das gemeinsame Kind austrägt. Als medizinisch assistierte Reproduktionsmethode kommt beispielsweise eine In-vitro-Fertilisation (IVF) in Frage. Diese Behandlung beginnt mit einer ovariellen Stimulation der zukünftigen genetischen Mutter. Auf diese Weise reifen innerhalb eines Monatszyklus gleich mehrere Eizellen heran, die im Anschluss entnommen und mit Spendersamen befruchtet werden. Nach einer Kultivierungszeit wird der beste Embryo in die Gebärmutter der zukünftigen biologischen Mutter übertragen. Die weiteren Embryonen können für eine spätere Kinderwunschbehandlung vitrifiziert werden.
Häufig gestellte Fragen zur Follikelentwicklung
Die Follikel und ihre Entwicklung sind von zentraler Bedeutung für die weibliche Fruchtbarkeit, weshalb sich zahlreiche Fragen rund um dieses Thema ergeben.
Bedeutet eine geringe Follikelanzahl, dass ich unfruchtbar bin?
Nein, eine niedrige Follikelanzahl bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Problem der Unfruchtbarkeit vorliegt. Die ovarielle Reserve ist ein wichtiger Parameter, der viele relevante Informationen liefert, jedoch nicht der einzige ist, der zur Beurteilung der individuellen Behandlungsmöglichkeiten herangezogen wird.
Neben der Follikelzahl müssen auch das Alter der Frau, die Qualität der Oozyten sowie weitere Aspekte der reproduktiven Gesundheit berücksichtigt werden. Daher ist eine umfassende Fertilitätsdiagnostik unerlässlich, um die geeignete Behandlung festzulegen.
Kann man die Follikelanzahl erhöhen?
Es ist nicht möglich, die Follikelanzahl zu erhöhen. Die ovarielle Reserve wird bereits während der Entwicklung im Mutterleib festgelegt, ist also von Geburt an bestimmt und nimmt mit zunehmendem Alter progressiv ab. Neue Follikel können nicht gebildet werden, wohl aber die Entwicklung der vorhandenen Follikel stimuliert werden.
Ein gesunder Lebensstil kann diese Entwicklung unterstützen, und auch eine individualisierte hormonelle Behandlung, die von einem Spezialisten verordnet wird, kann die Chancen auf Ovulation verbessern.
Was ist der Unterschied zwischen einem Follikel und einer Eizelle?
Der Follikel ist die Struktur, die die Oozyte enthält und sie im Eierstock schützt. Die Oozyte ist die Eizelle, also die weibliche Zelle, die, nach Befruchtung durch ein Spermium, den Embryo entstehen lässt.
Der Follikel besteht aus der Oozyte und mehreren Zellschichten, die sie für ihre Reifung ernähren und unterstützen. In jedem Zyklus wachsen mehrere Follikel, doch nur einer reift vollständig, um eine Oozyte freizusetzen.
Fazit
Die Frage „Wie viele Follikel sind normal?“ kann nicht pauschal beantwortet werden.
- Die Fruchtbarkeit einer Frau hängt schließlich nicht nur von der Anzahl der vorhandenen Follikel ab.
- Vielmehr spielen das Alter der Frau sowie die Qualität ihrer Eizellen eine ausschlaggebende Rolle.
- Anhand einer Ultraschalluntersuchung und eines AMH-Tests kann eine Aussage über die ovariellen Reserven einer Frau getroffen werden.
- Sollten Sie keine Eizellen verfügbar haben oder ihre Eizellqualität mangelhaft sein, können Sie beim Kinderwunschexperten IVI eine Eizellspende erhalten.
Mithilfe von modernen Reproduktionsbehandlungen sind bereits zahlreiche Patienten mit Kinderwunsch Eltern geworden. Vereinbaren Sie online einen ersten Beratungstermin und lassen Sie sich von unseren Experten über unser umfangreiches Behandlungsangebot informieren.

Kommentare sind geschlossen.