26 Februar 2021

Kryokonservierung und Vitrifikation – das sind die verschiedenen Prozesse

Vitrifikation
Vom Redaktionsausschuss im IVI Blog

Sie wünschen sich Kinder, sind aber noch nicht bereit, zum jetzigen Zeitpunkt schwanger zu werden? Dann sollten Sie keine Abstriche bei der Qualität Ihrer Eizellen machen und sich diese einfrieren lassen, um Ihre Fruchtbarkeit noch einige Jahre aufrechtzuerhalten. Die Vitrifikation von Eizellen, Spermien und anderem Gewebe ist ein gängiges Verfahren in den Kinderwunschkliniken von IVI. Im Folgenden erfahren Sie, was der Unterschied zwischen den Methoden Kryokonservierung und Vitrifikation ist. Weiterhin erklären wir, welche Vorteile eine Vitrifikation mit sich bringt und welche Kinderwunschbehandlungen mit eingefrorenen Eizellen möglich sind. Finden Sie heraus, ob das Einfrieren von (befruchteten) Eizellen für Sie eine Option der Familienplanung ist.

 

Was ist eine Kryokonservierung?

Bei einer Kryokonservierung handelt es sich um eine Aufbewahrung von Gewebe oder Zellen, welche mithilfe von flüssigem Stickstoff eingefroren und im Anschluss bei -196 Grad Celsius aufbewahrt werden. Das Verfahren zielt darauf ab, die Funktionsfähigkeit der konservierten Zellen und damit auch die Fruchtbarkeit von Patienten zu erhalten. Durch das Einfrieren werden die Stoffwechselvorgänge der Zellen eingestellt und können nach einem späteren Erwärmen dann wieder fortgesetzt werden. Für eine Krykonservierung kommen unter anderem Zellen aus der Eierstockrinde oder Spermien in Frage. Die Bezeichnung Kryokonservierung setzt sich aus dem griechischen Wort „kryo“ für „kalt oder gefroren“ sowie dem lateinischen Begriff „conservare“ für „bewahren“ zusammen. Medizinische Untersuchungen ergaben, dass Eizellen beispielsweise beliebig lange eingefroren werden können, ohne dass sich ihre Qualität vermindert.

 

Was ist eine Vitrifikation?

IVI war die erste Kinderwunschklinik in Europa, die eine Vitrifikation von Eizellen durchführte. Seit 2007 steuern unsere Spezialisten dazu bei, dass sich die Überlebenschancen von eingefrorenen Eizellen stetig verbessern. Eine Vitrifikation zielt darauf ab, die Reproduktionskapazität von Frauen so lange wie gewünscht oder erforderlich aufrechtzuerhalten. Dank der Cryotop-Methode überleben bis zu 97 Prozent aller vitrifizierten Eizellen von Patientinnen, die ihre Eizellen vor dem 35. Lebensjahr einfrieren lassen. Die Chancen auf eine erfolgreiche Implantation mit zuvor eingefrorenen Eizellen in der gleichen Altersgruppe von Patientinnen liegen bei etwa 40 Prozent. Zudem werden in unseren IVI-Kliniken Schwangerschaftsquoten von rund 65 Prozent erreicht. Zu Beginn des Verfahrens wird eine hormonelle Ovarienstimulation durchgeführt. Haben die Follikel ihre optimale Größe und Reife erreicht, werden sie über eine feine Nadel bei einen vaginalen Verfahren angesaugt und sind anschließend für eine Vitrifikation verfügbar.

 

In welchen Fällen bietet sich eine Vitrifikation an?

Im Bereich der Reproduktionsmedizin bietet sich eine Vitrifikation in unterschiedlichen Fällen an. Zum einen werden im Rahmen von Kinderwunschbehandlungen wie einer In-vitro-Fertilisation (IVF) durch eine hormonelle Stimulation mehrere Eizellen innerhalb eines Zyklus gewonnen, wobei aber nicht alle Eizellen auf einmal für einen Embryonentransfer genutzt werden. Patientinnen haben die Möglichkeit, sich für eine Vitrifikation von Embryonen zu entscheiden, sodass diese für eine potenzielle weitere Kinderwunschbehandlung in der Zukunft zur Verfügung stehen. Zum anderen ist eine Vitrifikation von Oozyten (weiblichen Keimzellen) dann eine gute Option, wenn eine Frau noch nicht bereit für ein Kind ist und sich zum Beispiel erst ihrer Karriere widmen und dann zu einem späteren Zeitpunkt in ihrem Leben Mutter werden möchte. Besonders hilfreich ist eine Vitrifikation bei Krebspatientinnen, die eine Schwangerschaft aufgrund einer bevorstehenden Chemotherapie oder lokalen Bestrahlung hinauszögern müssen.

 

Kryokonservierung & Vitrifikation: Was ist der Unterschied?

Eine Vitrifikation ist eine besondere Form der Krykonservierung. Im Grunde sind sich beide Techniken sehr ähnlich. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die Reduzierung der Temperatur bei einer Krykonservierung langsam und kontrollierter abläuft. Im Rahmen einer Vitrifikation hingegen werden die Eizellen in flüssigen Stickstoff getaucht, wo sie binnen von zwei bis drei Sekunden sehr schnell von 25 auf -196 Grad Celsius heruntergekühlt werden. Der Erfolg dieser Methode basiert darauf, dass bei dieser raschen Form des Einfrierens die Bildung von Eiskristallen verhindert wird, welche die Eizellen schädigen könnten. Somit wird eine hohe Qualität der eingefrorenen Eizellen gewährleistet, was wiederum die Chancen auf eine spätere, erfolgreiche Kinderwunschbehandlung erhöht.

 

Welche Kinderwunschbehandlungen mit eingefrorenen Eizellen?

Zuvor eingefrorene Eizellen können für unterschiedliche Kinderwunschbehandlungen verwendet werden. Die häufigsten sind eine IVF sowie eine intrazytoplasmatische Spermien-Mikroinjektion (ICSI):

  • IVF: Der erste Schritt einer IVF ist wie bei einer Vitrifikation von Eizellen eine hormonelle Stimulierung der Eierstöcke. Auf diese Weise reifen mehrere Follikel in einem Monatszyklus heran. Somit können unsere Spezialisten anschließend die besten Eizellen für die eigentliche Behandlung auswählen. Nicht vollständig ausgereifte Eizellen kommen für eine Behandlung nicht in Frage. Nach der Entnahme der Eizellen werden diese im Labor mit männlichen Samenzellen befruchtet.
  • ICSI: Der Ablauf einer ICSI ist dem einer IVF sehr ähnlich. Der wesentliche Unterschied ist die Art und Weise der Befruchtung, die bei einer IVF aus eigenen Kräften erfolgt. Eine ICSI läuft im Vergleich dazu noch technologisierter ab, denn bei dieser Kinderwunschbehandlung wird die Samenzelle direkt in die Eizelle gespritzt.

Da bei beiden medizinisch assistierten Reproduktionsmethoden mehrere Eizellen mithilfe einer Hormonbehandlung gewonnen werden, können die restlichen, nicht verwendeten Oozyten ebenfalls befruchtet und vitrifiziert werden und stehen damit für einen möglichen zweiten oder dritten Versuch zur Verfügung.

 

Weshalb Sie sich für IVI entscheiden sollten

Unsere Erfolgsquoten sprechen für sich: Neun von zehn Paaren, die sich bei uns behandeln lassen, werden gleich im ersten Behandlungszyklus schwanger. Dank unserer innovativen Reproduktionstechniken wurden bereits mehr als 160.000 Kinder geboren. Insgesamt werden in unseren IVI-Kliniken jedes Jahr rund 27.000 Kinderwunschbehandlungen durchgeführt. Unsere Spezialisten sind die besten auf ihrem Gebiet und sind an diversen Forschungsarbeiten in ihren Fachbereichen beteiligt. Unser Ziel ist es, existierende medizinisch assistierte Behandlungen zu verbessern und die Reproduktionsmedizin mit innovativen Techniken voranzutreiben. IVIs Sozialstiftung unterstützt Patientinnen bei der Finanzierung von Behandlungen sowie der Aufbewahrung von Oozyten. Weitere Informationen erhalten Sie in unseren IVI-Kliniken.

 

Dank der Kryokonservierung von (befruchteten) Eizellen und Samenzellen können die Reproduktionsfähigkeiten von Frauen und Männern länger aufrechterhalten werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand seine Familienplanung aus beruflichen, gesundheitlichen oder anderen persönlichen Gründen aufschieben möchte. In den Fruchtbarkeitskliniken von IVI haben Sie die Möglichkeit, Ihre Eizellen einfrieren zu lassen, um diese dann für eine Kinderwunschbehandlung zu verwenden, wenn für Sie der richtige Zeitpunkt gekommen ist und Sie bereit für eine Schwangerschaft sind. Als Pionier der Cryotop-Methode in Europa sollte IVI Ihr Ansprechpartner für die Vitrifikation von Eizellen sein. Informieren Sie sich noch heute über das Verfahren sowie hochmoderne Produktionsbehandlungen und lassen Sie sich von unseren Spezialisten rund um die Themen medizinisch assistierte Schwangerschaft und Familienplanung beraten.

Fordern sie unverbindlich weitere informationen an:

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