24 Januar 2019

PCO-Syndrom: Definition, Ursachen, Symptome und Behandlung

Ihr Körper hat sich merkbar verändert und bei Ihnen kommt die Regel immer unregelmäßiger? Sie haben vermehrten Haarwuchs, vor allem im Gesicht? Dies könnte an einem polyzystischen Ovarialsyndrom, kurz PCO-Syndrom, liegen. Wir beantworten alle gängigen Fragen über die hormonelle Störung, die bei Frauen in jedem Alter auftreten kann. Kann man das PCO-Syndrom heilen? In welchen Symptomen äußert sich die Krankheit? Welche Behandlungsoption ist am vielversprechendsten für Sie? Obwohl die Hormonstörung eine der häufigsten Ursachen für weibliche Unfruchtbarkeit und einen unerfüllten Kinderwunsch ist, müssen Sie Ihre Familienplanung nicht aufgeben. In diesem Beitrag informieren wir Sie über alles, was Sie über das PCO-Syndrom wissen müssen.

 

Was ist das PCO-Syndrom?

Bei dem polyzystischen Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom) handelt es sich um eine hormonelle Störung. Fast jede zehnte Frau ist von dem Syndrom betroffen, das auch als Stein-Leventhal-Syndrom bekannt ist. Vor allem bei jüngeren Frauen im gebärfähigen Alter tritt die Hormonstörung auf, die sich unter anderem in einem Überschuss an männlichen Hormonen äußert, was wiederum zu verstärktem Haarwuchs sowie Zyklusstörungen führt. Weitere Informationen über die PCO-Syndrom-Symptome erfahren Sie im entsprechenden Unterkapitel. Oftmals beginnt die Krankheit bereits im Pubertätsalter, wobei Symptome erst im Alter zwischen 20 und 30 Jahren auftreten. Wenn in den Eierstöcken einer Frau während der Pubertät kleine, mit Wasser gefüllte Bläschen entstehen, die im Laufe der Zeit wieder von alleine verschwinden, spricht man von einem temporären multizystischen Ovarialsyndrom.

 

Also handelt es sich bei den namensgebenden Zysten eigentlich um Bläschen, die bei einer Ultraschalluntersuchung sichtbar sind. Diese unreifen Eizellen treten jedoch lediglich bei circa 70 Prozent aller Betroffenen auf; bei einigen Frauen äußert sich das PCO-Syndrom in Form von anderen Symptomen. Ärzte gehen davon aus, dass allein in Deutschland rund eine Million Frauen an der hormonellen Störung leiden. Dies entspricht ungefähr fünf bis zehn Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter.

 

Was sind die Ursachen des PCO-Syndroms?

Die spezifischen PCO-Syndrom-Ursachen sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Oftmals scheint es mehr als einen Grund für die Hormonstörung zu geben. Mediziner gehen davon aus, dass genetische Veranlagung, der Zuckerstoffwechsel und Insulin sowie ein Überschuss an männlichen Hormonen das PCO-Syndrom auslösen können. Frauen, deren Mutter an der Hormonstörung leidet bzw. im Laufe ihres Lebens gelitten hat oder deren Vater aufgrund eines Hormonungleichgewichts früh eine Glatze bekommen hat, sind selbst tendenziell öfter von der Krankheit betroffen.

 

Bei den meisten Frauen mit PCO-Syndrom besteht eine Insulinresistenz, die dazu führt, dass die eigenen Zellen nicht mehr darauf reagieren, Zucker aus dem Blut aufzunehmen. Als Konsequenz steigt der Blutzuckerspiegel und der Körper produziert vermehrt Insulin, wodurch das Risiko steigt, an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken. Eine Insulinresistenz ist nicht nur bei Frauen mit Übergewicht, sondern auch bei Frauen mit Normalgewicht eine häufige Begleiterscheinung. Viele Betroffene befinden sich in einer Art Teufelskreis, weil die Resistenz nicht selten zu einer Gewichtszunahme sowie einer erhöhten Produktion von männlichen Hormonen führt.

 

Das sind die PCO-Syndrom-Symptome

Die hormonelle Störung geht mit unregelmäßig auftauchenden Monatsblutungen sowie einer Veränderung des Körpers einher. Ihr Arzt kann das PCO-Syndrom bei Frauen diagnostizieren, wenn diese an mindestens zwei der folgenden PCO-Syndrom-Symptome leiden:

  • Ein unerfüllter Kinderwunsch
  • Immer größere Abstände zwischen den Regelblutungen (Zyklus von mehr als 35 Tagen)
  • Ausbleiben der Menstruation
  • Eine erhöhte Konzentration männlicher Hormone
  • Bildung vieler kleiner Zysten in den Eierstöcken
  • Verstärkter Haarwuchs am Körper (vor allem im Gesicht)
  • Haarausfall (ähnlich wie bei Männern: Glatze oder Geheimratsecken)
  • Akne oder fettige bzw. entzündungsempfindliche Haut
  • Übergewicht
  • Dunkle Hautverfärbungen an Wangen, Kinn, Bauch, Rücken und Brust
  • Eingeschränkte Fruchtbarkeit oder Unfruchtbarkeit
  • Fettstoffwechselstörungen (z. B. durch Bauchfett)

 

Die meisten der PCO-Syndrom-Symptome, wie beispielsweise Zyklusstörungen, sind erst einmal nicht weiter beunruhigend für Ihre Gesundheit. Sie sollten jedoch bedenken, dass die hormonelle Störung meist im Zusammenhang mit einem krankhaften Gesamtzustand steht. Daher leiden die meisten Frauen mit PCO-Syndrom auch an Fruchtbarkeitsstörungen, Übergewicht oder Diabetes mellitus Typ 2. Diese Krankheiten sind nicht nur allgemein gesundheitsgefährdend, sondern wirken sich auch negativ auf die Familienplanung aus. Bei Ihnen wurde das PCO-Syndrom diagnostiziert? Dann sollten Sie zunächst mit Ihrem Gynäkologen und Hausarzt besprechen, auf welche Weise Sie Ihre Gesundheit wieder optimieren können. Für den Fall, dass bei Ihnen nach erfolgreicher Therapie eine medizinisch unterstützte Reproduktion infrage kommt, stehen Ihnen die Spezialisten der IVI-Kliniken mit ihrer Expertise zur Seite.

 

PCO-Syndrom: Behandlung für betroffene Frauen

Lassen Sie sich von der Tatsache, dass das PCO-Syndrom nicht geheilt werden kann, nicht beunruhigen. Die PCO-Syndrom-Behandlung richtet sich ganz individuell nach den Symptomen einer Frau sowie ihrer Prioritäten. Daher haben wir die unterschiedlichen Therapien in unterschiedliche Thematiken aufgeteilt:

  • Gewichtsabnahme: Ein gesunder Lebensstil sowie bereits eine geringe Gewichtsabnahme von fünf bis zehn Prozent verspricht innerhalb von sechs Monaten eine Besserung des hormonellen Ungleichgewichts. PCO-Syndrom und Ernährung stehen daher in einem indirekten Zusammenhang. Wenn Sie von der Krankheit betroffen sind und mit PCO-Syndrom abnehmen möchten, sollten Sie sich an Ihren Hausarzt oder einen Ernährungsexperten wenden.
  • Probleme mit Haut und Haar sowie Zyklusstörungen: Die Einnahme der Antibabypille führt innerhalb von rund sechs Monaten zu einem verbesserten Hautbild sowie einem fülligeren Haar. Auch der Zyklus sollte sich in diesem Zeitraum wieder einpendeln und regelmäßig einstellen. Zudem beugen Kontrazeptiva Erkrankungen in der Gebärmutter vor. Alternativ zur Antibabypille können Frauen auch Gestagene, sogenannte Gelbkörperhormone, einnehmen.

PCO-Syndrom: alternative Behandlung für Frauen

Abgesehen von einer ausgewogenen Ernährung sowie ausreichend Bewegung existieren noch weitere alternative Behandlungen des PCO-Syndroms. Zu den weiteren naturheilkundlichen Maßnahmen gehören:

  • Nehmen Sie natürliche Hormonpräparate wie Mönchspfeffer, auch bekannt als Vitex Agnus Castus, zu sich. Durch die Einnahme normalisieren sich der FSH- sowie LH-Spiegel und die Unfruchtbarkeit lässt nach.
  • Eine optimierte Magnesiumversorgung senkt den Insulin- und Blutzuckerspiegel.
  • Eine erhöhte Zinkzufuhr führt ebenfalls zu einer Regulierung des Blutzuckers und wirkt sich zudem positiv auf die Schilddrüsenfunktionen aus.
  • Lassen Sie überprüfen, ob Sie an einer Quecksilberbelastung leiden. Quecksilber hat einen negativen Einfluss auf das Hormonsystem und könnte das PCO-Syndrom verstärken.
  • Greifen Sie bei einer Östrogendominanz zu einer Progesteroncreme.
  • Trinken Sie regelmäßig Süßholzwurzeltee, der den Testosteronspiegel sowie das Zusammenspiel von LH und FSH reguliert.
  • Stressmindernde Heilmittel mit adaptogener Wirkung, wie Ginseng, Maca und Rhodiola rosea, helfen Ihnen dabei zu entspannen.
  • Sägepalme ist ebenso wie die Süßholzwurzel dafür bekannt, das Testosteron im Körper zu senken.

 

Kinderwunsch und PCO-Syndrom

Frauen mit PCO-Syndrom und Kinderwunsch haben mehrere Möglichkeiten, schwanger zu werden. Bevor Sie sich einer Behandlung der Hormonstörung unterziehen, müssen Sie sowie Ihr Partner sich mehreren Untersuchungen unterziehen. Nur wenn alle möglichen Faktoren für eine Unfruchtbarkeit diagnostiziert werden, kann der Arzt Ihnen eine optimale, Erfolg versprechende Therapie empfehlen.

 

Bei der Behandlung des PCO-Syndroms mit Medikamenten sollte darauf geachtet werden, dass die Eierstöcke nicht überstimuliert werden. Dies kann zu Wassereinlagerungen im Brustkorb sowie im Bauch führen. Zudem sollten Sie sich bewusst sein, dass einige Medikamente die Chance auf eine Mehrlingsschwangerschaft erhöhen.

 

Obwohl das PCO-Syndrom an sich nicht geheilt werden kann, haben Sie diverse Therapieoptionen, um sämtliche Symptome wie männliche Behaarung, Haarausfall und Zyklusstörungen in den Griff zu bekommen. PCO-Syndrom und Kinderwunsch schließen sich daher keinesfalls aus. Die Spezialisten in den IVI-Kliniken beraten Sie ausführlich über sämtliche Methoden der medizinisch unterstützten Reproduktion. Mithilfe neuester Technologien von IVI wurden bereits mehr als 160.000 Kinder geboren. Vertrauen Sie Ihre Familienplanung der weltweit größten Gruppe für künstliche Befruchtung an und freuen Sie sich schon bald über einen positiven Schwangerschaftstest.

 

 

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