Wenn Sie sich ein Kind wünschen, haben Sie eventuell bereits recherchiert, wie man sich optimal auf eine Schwangerschaft vorbereiten sollte. Insbesondere zwischen Vitamin B9 bzw. Folsäure und Schwangerschaft gibt es einen Zusammenhang. Ein Mangel an Folsäure kann nämlich die weibliche Fruchtbarkeit einschränken.
Doch es gibt noch weitere Gründe, warum es ratsam ist, dass Frauen Folsäure-Tabletten vor der Schwangerschaft einnehmen. In diesem Artikel erhalten Sie hilfreiche Informationen zum Thema Folsäure und Kinderwunsch.
Was ist Folsäure?
Bei Folsäure handelt es sich um das synthetisch hergestellte Vitamin B9, welches der menschliche Körper selbst nicht herstellen kann. Folsäure ist essenziell für die Zell- sowie Blutbildung und damit an vielen Wachstumsprozessen eines Menschen beteiligt. Das Vitamin kommt unter anderem in Nahrungsergänzungsmitteln vor und ist häufig in Lebensmitteln wie Brot, Mehl und Nudeln enthalten. Das in der Natur vorkommende Vitamin wird Folat genannt.
Im Gegensatz zur synthetisch hergestellten Folsäure, die von uns zu 85 Prozent genutzt werden kann, kann unser Körper lediglich rund 50 Prozent des Folats verwenden. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. sollten Erwachsene täglich 300 Mikrogramm Vitamin B9 und Frauen mit Kinderwunsch sowie Schwangere 550 Mikrogramm Folsäure pro Tag zu sich nehmen. Während der Stillzeit kann die Zufuhr dann auf 450 Mikrogramm Vitamin B9 reduziert werden.
Unterschied zwischen Folsäure und Folat
Folsäure und Folat werden oft synonym verwendet, bezeichnen jedoch nicht dasselbe.
Folat ist die natürliche Form des Vitamins und kommt in Lebensmitteln wie grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten oder Vollkornprodukten vor. Folsäure hingegen ist die synthetische Form, die in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln enthalten ist.
Der Körper kann Folsäure besonders effizient aufnehmen und verwerten, weshalb sie in der Kinderwunschphase und während der Schwangerschaft bevorzugt empfohlen wird. Dennoch bleibt eine ausgewogene Ernährung mit natürlichen Folatquellen ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Lebensweise.
Lebensmittel mit Folsäure
Im Folgenden fünf folsäurereiche Lebensmittel, die Sie leicht in Ihre Ernährung integrieren können, um die tägliche Zufuhr auf natürlichem Weg zu unterstützen:
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Hülsenfrüchte — Bohnen; Linsen; Kichererbsen
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Getreideprodukte — Vollkornbrot; Haferflocken; angereicherte Frühstückscerealien
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Gemüse und Salate — Spinat; Brokkoli; Spargel
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Nüsse und Samen — Mandeln; Sonnenblumenkerne; Leinsamen
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Obst — Orangen; Bananen; Avocado
Wie hilft Folsäure, schwanger zu werden?
Es gibt in der Tat einen Zusammenhang zwischen Folsäure und Schwangerschaft, welcher mit der Funktion ebendieser zusammenhängt. Ganz allgemein erhöht Folsäure die Fruchtbarkeit von Frauen und Männern. Da das Vitamin B9 an wichtigen Prozessen des Körpers beteiligt ist, hilft es Frauen dabei, qualitativ hochwertige Eizellen zu produzieren. Auf diese Weise werden die besten Voraussetzungen für eine Befruchtung geschaffen. Zudem existieren mehrere Studien, die zeigen, dass Männer, die Folsäure-Präparate einnehmen, eine verbesserte Samenqualität und weniger Chromosomendefekte im Spermium aufweisen.
Wie hoch sollte die empfohlene Dosis sein?
Laut der Spanische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SEGO) wird eine tägliche Zufuhr von 200 µg Folsäure empfohlen. Für Frauen, die schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, liegt die empfohlene Menge in der Regel zwischen 400 und 800 µg täglich. Wenn Sie Folsäurepräparate einnehmen, sollten Sie beachten, dass eine zu hohe Aufnahme (mehr als 1.000 µg/Tag) Nebenwirkungen haben kann, etwa eine Beeinträchtigung der Zinkaufnahme, die für das Immunsystem wichtig ist, oder das Verschleiern eines möglichen Vitamin‑B12‑Mangels.
In bestimmten Fällen – etwa bei bekannten Risikofaktoren – kann der Arzt eine höhere Dosierung empfehlen. Deshalb ist es sinnvoll, die Einnahme immer mit dem medizinischen Team abzustimmen.
Warum ist Folsäure so wichtig für eine Schwangerschaft?
Wie bereits erwähnt, ist Folsäure an der menschlichen Zellbildung und -teilung beteiligt. Darüber hinaus ist zu bedenken, dass ein Mangel an Folsäure im Blut Fehlbildungen des Neuralrohres, wie z. B. einen „offenen Rücken”, begünstigt. Eine ausreichende Substitution mit Folsäure ist daher schon bei Planung der Schwangerschaft dringend zu empfehlen. Frauen mit Kinderwunsch sollten sich frühzeitig darum kümmern, eine ausreichende Menge des Mikronährstoffes zu sich zu nehmen. Am besten fangen Sie nach dem Absetzen Ihres Verhütungsmittels damit an, Präparate einzunehmen, denn es dauert rund vier Wochen, bis sich der Pegel des Vitamins im Körper aufgebaut hat. Folsäure und Schwangerschaft sind unzertrennlich miteinander verbunden, da das Vitamin insbesondere im frühen Stadium der Schwangerschaft enorm wichtig für die Entwicklung des Kindes ist. Schwangere Frauen, die auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B9 achten, schaffen die besten Voraussetzungen für die Zellentwicklung sowie die Bildung des Nervensystems ihres Kindes.
Folsäure-Zufuhr nach der Geburt
Wie Sie gewiss schon von Ihrem Frauenarzt und von Freunden gehört haben, gilt für die Stillzeit: Alles, was für Sie gut ist, ist auch für Ihr Baby gut. Dazu gehört eine optimale Versorgung mit Nährstoffen wie Folsäure. Zur Erinnerung: Die empfohlene Menge an Vitamin B9 für stillende Frauen beträgt 450 Mikrogramm Folsäure pro Tag. Das Vitamin unterstützt diverse Entwicklungsvorgänge im Körper des neugeborenen Kindes. Es ist vor allem für die Blutbildung wichtig, da es für die vielen Zellteilungsprozesse benötigt wird. Weitere Tipps zum Thema Entwicklung und Wachstum von Neugeborenen erhalten Sie bei Ihrem Gynäkologen oder dem Kinderarzt Ihres Nachwuchses.
Kann ich meinen Folsäure-Bedarf mit der richtigen Ernährung decken?
Die einfache Antwort auf diese Frage lautet: Nein. Wenn Lebensmittel Folat enthalten, dann nur in geringen Mengen. Beispielsweise müssten Sie jeden Tag 50 Scheiben Vollkornbrot essen, um auf die empfohlenen 300 Mikrogramm Folsäure pro Tag zu kommen. Dennoch empfiehlt es sich, die folgenden Lebensmittel, die Folat enthalten, in die tägliche Ernährung einzubauen:
- Obst
- Blattgemüse
- Vollkornprodukte
- Kohl
- Brokkoli
- Spargel
- Spinat
- Innereien wie Leber
Muss ich zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel einnehmen?
Da der tägliche Bedarf an Folsäure über die normale Ernährung nicht abgedeckt werden kann, sollten Frauen, die eine Schwangerschaft planen, Vitamin-B9-Präparate zu sich nehmen. Unter anderem bieten sich Folsäure-Tabletten vor der Schwangerschaft an. Bei einer unzureichenden Versorgung kann es in den ersten Wochen zu Fehlbildungen beim ungeborenen Kind kommen. Neuralrohrdefekte, Gaumen- und Kieferspalten können die Folgen eines Folsäuremangels sein. Folsäure-Präparate erhalten Sie in allen gängigen Apotheken und Drogeriemärkten. Am besten besprechen Sie nicht nur Ihren Kinderwunsch, sondern auch eine Einnahme von möglichen Nahrungsergänzungsmitteln zur Vorbereitung auf eine Schwangerschaft mit Ihrem Gynäkologen.
Weitere Vitamine & Nährstoffe, die für eine Schwangerschaft wichtig sind
- Eiweiß: Eiweiß ist für das Wachstum des Kindes wichtig und aus diesem Grund wird Schwangeren empfohlen, pro Tag 80 bis 100 Gramm Eiweiß zu konsumieren. Vollkornprodukte, Milchprodukte, fettarmes Fleisch und Fisch haben einen relativ hohen Eiweißanteil.
- Eisen: Um eine Eisenmangelanämie in der Schwangerschaft zu vermeiden, sollten werdende Mütter ab der 12. Schwangerschaftswoche täglich rund 20 Mikrogramm Eisen aufnehmen. Eisen steckt unter anderem in Linsen, Erbsen, Weizenkeimen, Haferflocken, Kohl und grünem Blattgemüse.
- Kalzium: Knochen brauchen für ihr Wachstum Kalzium, weshalb schwangere Frauen jeden Tag 1,5 Gramm zu sich nehmen sollten. Sie können Ihren Kalziumbedarf unter anderem durch den Verzehr von Vollkornprodukten, grünem Gemüse, Milch, Käse und Joghurt abdecken.
- Fett: Bei der Aufnahme von Fett sollten Schwangere vor allem darauf achten, dass Sie sich nicht zu fettreich ernähren. 70 Gramm Fett pro Tag sind völlig ausreichend.
Häufig gestellte Fragen
Im Folgenden beantworten wir einige häufige Fragen zu Folsäure und dem Kinderwunsch.
Kann man zu viel Folsäure einnehmen?
Eine zu hohe Folsäureaufnahme von mehr als 1.000 µg pro Tag kann Nebenwirkungen verursachen, darunter eine Beeinträchtigung der Zinkaufnahme, die für das Immunsystem wichtig ist. Hohe Dosen können außerdem einen bestehenden Vitamin‑B12‑Mangel verschleiern, weil sie die typischen Blutbildveränderungen kaschieren. Wenn Sie Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, besprechen Sie die Dosierung mit einer Fachperson, um Risiken wie Zinkmangel oder verdeckte B12‑Defizite zu vermeiden.
Was ist die MTHFR-Mutation?
Die Abkürzung MTHFR steht für Methylentetrahydrofolat‑Reduktase, ein Enzym, das Folat‑Formen im Körper umwandelt und damit die Remethylierung von Homocystein zu Methionin ermöglicht. Mutationen oder häufigere Varianten (Polymorphismen) im MTHFR‑Gen können die Aktivität dieses Enzyms vermindern.
Wann sollte ich mit der Einnahme von Folsäure beginnen?
Beginnen Sie idealerweise 3 Monate vor einer geplanten Schwangerschaft mit einer täglichen Supplementierung von 400 µg Folsäure; mindestens sollten Sie 4 Wochen vorher starten. Bei verspätetem Beginn oder besonderen Risikofaktoren kann kurzfristig eine höhere Dosis empfohlen werden.
Weitere Tipps, um schwanger zu werden
Man sollte das Schwangerwerden nicht dem Zufall überlassen, denn bei einer erfolgreichen Befruchtung kommt es vor allem auf das richtige Timing an. Geschlechtsverkehr vor und am Tag des Eisprungs verspricht die besten Chancen auf ein positives Schwangerschaftstestergebnis. Ein regelmäßiger Schlafrhythmus sorgt zudem bei Frauen für einen zuverlässigeren Zyklus. Außerdem kann Über- oder Untergewicht zum Ausbleiben der Monatsblutung führen, wodurch eine Empfängnis nicht stattfinden könnte. Wer schwanger werden möchte, sollte daher ein Normalgewicht anstreben und eine ausgewogene Ernährung bevorzugen. Moderater Sport und regelmäßige Besuche beim Frauenarzt sind ebenfalls empfehlenswert, wenn man sich ein Kind wünscht.
Sollten Sie die empfohlene Menge an Folsäure zu sich nehmen und dennoch auf natürlichem Wege nicht schwanger werden, ist es ratsam, die Kinderwunsch-Spezialisten von IVI zu kontaktieren. Es gibt eine ganze Reihe von Ursachen, welche die weibliche und männliche Fruchtbarkeit einschränken können. In den europaweiten Kliniken des Marktführers im Bereich medizinischer Reproduktion steht Ihnen ein breites Spektrum an modernsten Kinderwunschbehandlungen zur Verfügung.
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