25 Februar 2020

Was ist ein polyp gebärmutter?

Vom Redaktionsausschuss im IVI Blog

Leiden Sie an starken Bauchschmerzen, Zwischenblutungen oder besonders starken Menstruationen? Dann könnten Polypen in der Gebärmutter der Grund für Ihre Beschwerden sein. In diesem Artikel erfahren Sie, ob die Zellwucherungen gut- oder bösartig sind, welche weiteren Symptome auf eine Erkrankung hindeuten und wie Polypen therapiert werden können. Kann man trotz Gebärmutter-Polypen schwanger werden? Und gibt es einen Unterschied zwischen Myomen und Polypen? Bei uns erfahren Sie alles zum Thema Polyp und Gebärmutter.

 

Was sind Polypen?

Bei Polypen handelt es sich um Schleimhautwucherungen, die vor allem in der Gebärmutterhöhle, im Gebärmutterhals und in der Scheide auftreten. Sie bilden sich, wenn sich die Schleimhautzellen einer Frau übermäßig schnell und oft teilen. Für das Wachstum der Schleimhaut – und damit auch für deren Wucherungen – sind die weiblichen Geschlechtshormone Gestagen und Östrogen verantwortlich. Uterus-Polypen, auch Schleimhautpolypen genannt, sind in den meisten Fällen gutartige Veränderungen. Jedoch fallen die Symptome bei einigen Patientinnen so schmerzhaft aus, dass die Wucherungen behandelt werden müssen. Insbesondere Frauen vor, in den oder nach den Wechseljahren sind von Gebärmutter-Polypen betroffen: Rund zehn bis zwanzig Prozent aller prä- und postmenopausalen Frauen haben Polypen in der Gebärmutter. Ein Polyp kann traubenförmig, aber auch breitflächig wachsen.

 

Polyp in der Gebärmutter: Was sind die Symptome?

Das individuelle Krankheitsbild ist bei jeder betroffenen Frau unterschiedlich ausgeprägt. So kann es sein, dass manche Frauen nicht einmal bemerken, dass Sie einen Polypen in ihrer Gebärmutter haben. Andere Frauen leiden hingegen an gewissen Symptomen. Zu den Anzeichen von Schleimhautwucherungen im Uterus gehören unter anderem:

  • Unregelmäßige Blutungen
  • Andauernde Monatsblutungen
  • Blutungen nach dem Sex
  • Schleimiger, möglicherweise hell- bis dunkelbrauner Ausfluss
  • Wehenartige Bauchschmerzen

Eine Diagnose kann jedoch nicht ausschließlich auf Grundlage von Symptomen getroffen werden. Sollten Sie an einem der Symptome oder gleich mehreren oben beschriebenen Beschwerden leiden, ist es ratsam, einen Frauenarzt aufzusuchen. Im Rahmen von gynäkologischen Untersuchungen und Tests können Mediziner die Ursache der Beschwerden klären.

 

Können Polypen bösartig sein?

Sollte bei Ihnen ein Polyp in der Gebärmutter gefunden werden, ist dies zunächst kein Grund zur Beunruhigung. Lediglich 0,5 Prozent der Wucherungen haben das Potenzial, bösartig zu werden. In einem solchen Fall könnte sich aus einem Polypen beispielsweise ein Tumor entwickeln. Bösartige Schleimhautwucherungen im Gebärmutterhals sind noch seltener. Besteht der Verdacht auf einen bösartigen Polypen, wird dessen Entwicklung von einem Gynäkologen regelmäßig kontrolliert. Wie bei jeder Zellveränderung können auch Polypen zu einer Krebsvorstufe führen. Um dies auszuschließen, sollten Sie ebenfalls regelmäßig zum Frauenarzt gehen und keine jährliche Vorsorgeuntersuchung ausfallen lassen. Je nach Größe und Beschwerden kann es außerdem sein, dass Polypen bei einer schwangeren Frau zu einer Fehl- oder Frühgeburt führen.

 

 

 

Behandlung von Polypen in der Gebärmutter

Sollten Sie aufgrund von Polypen in der Gebärmutter extreme Schmerzen haben oder die Wucherungen bösartig sein, werden diese operativ entfernt. Bei Schleimhautwucherungen in der Gebärmutter führt der Arzt eine endoskopische Operation bei Vollnarkose durch, die rund zwanzig bis dreißig Minuten dauert. Dabei wird die Patientin zunächst betäubt und dann ein Hysteroskop, ein kleines optisches Gerät, durch die Scheide und den Gebärmutterhals in den Uterus geführt. Um ein besseres Bild vom Zustand der Gebärmutterhöhle zu erhalten, wird diese mithilfe einer Salzlösung gedehnt. Dann entfernt der Arzt die Polypen mit einer kleinen Schlinge. Nach dem Eingriff wird das entnommene Gewebe an ein Labor geschickt, um möglichen bösartige Zellveränderungen vorzubeugen. Die Patientin kann bereits zwei bis vier Stunden nach der Operation wieder nach Hause gehen, sollte aber von einem Angehörigen aus der Klinik abgeholt und anschließend versorgt werden.

 

Gibt es eine Polypen-Prophylaxe?

Leider kann man Polypen nicht per se vorbeugen. Allerdings ist ein gesunder Körper die beste Voraussetzung, nicht an Schleimhautwucherungen zu erkranken. Patientinnen, die sich mit humanen Papillomaviren infiziert haben, entwickeln in vereinzelten Fällen ebenfalls Schleimhautwucherungen in der Gebärmutter. Um Zellveränderungen zu verhindern, sollte man sich zusätzlich ausgewogen und gesund ernähren.

 

Was ist der Unterschied zwischen Myomen und Polypen in der Gebärmutter?

Bei Myomen und Polypen handelt es sich um unterschiedliche Zellveränderungen. Um den Unterschied zwischen Myomen und Polypen in der Gebärmutter zu verstehen, sollte man zunächst wissen, dass die Gebärmutter aus drei Schichten besteht: einer Schleimhaut (auch als Endometrium bezeichnet), einer mittleren Muskelschicht (Myometrium) und einer Bauchfellschicht (auch Perimetrium genannt). Während sich Polypen aus der inneren Schleimhautschicht entwickeln, entstehen Myome aus der mittleren Muskelschicht. Wenn diese gutartigen Muskelknoten direkt unter der Gebärmutterschleimhaut liegen, können sie teilweise schwerwiegende Beschwerden verursachen. Starke, schmerzhafte Regelblutungen, Probleme bei der Empfängnis und Fehlgeburten können die Folge sein.

 

Kann man trotz Polypen schwanger werden?

Sie haben Polypen und wünschen sich ein Baby? Ein Polyp in der Gebärmutter muss Ihrem Kinderwunsch nicht automatisch im Wege stehen. Jedoch kann es dazu kommen, dass Polypen je nach Größe und Lage die Befruchtung der weiblichen Eizelle oder deren Einnistung in der Gebärmutter verhindern. Wucherungen im Gebärmutterhals können mitunter den Zugang für die Spermien komplett blockieren. Vor einer geplanten Schwangerschaft sollten sich Patientinnen mit Polypen daher an ihren Gynäkologen wenden und besprechen, ob sich die Entfernung der Wucherungen lohnt und die Chancen auf ein Kind erhöhen würde. In circa drei bis fünf Prozent aller Fälle einer ungewollten Kinderlosigkeit liegt die Ursache bei einem asymptomatischen Polypen.

 

Die Diagnose Polyp in der Gebärmutter ist in der Regel kein Grund, sich Sorgen zu machen. Sollten Sie Schleimhautwucherungen haben, empfiehlt es sich, diese von einem Frauenarzt in regelmäßigen Abständen untersuchen zu lassen. Wenn die Zellveränderungen zu starken Beschwerden oder Fruchtbarkeitsproblemen führen, müssen sie operativ entfernt werden. Sie haben aus diesen oder anderen Gründen, Probleme schwanger zu werden? In den IVI-Kliniken stehen Ihnen diverse hochmoderne Kinderwunschbehandlungen zur Verfügung. Ganz gleich, welcher Partner an einem Fertilitätsproblem leidet – die Experten im Bereich medizinischer Reproduktion haben bereits zahlreichen Patienten geholfen, eine Familie zu gründen. Vereinbaren Sie noch heute einen Termin mit den IVI-Spezialisten.

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