6 September 2017

Späte Mütter, ein Trend mit interessanten Folgen

Mütter, die erst mit 40 Jahren ihren Kinderwagen schieben, sind heute keine Seltenheit mehr – jedes vierte Kind hat eine Mutter, die älter ist als 35. Immer mehr Frauen entscheiden sich zunächst für die Karriere, und vertagen die Familienplanung. Ist dann der Babywunsch da, bleibt nach erfolglosen Versuchen oft nur noch die Befruchtung in vitro, also die künstliche Befruchtung im Reagenzglas. Die Gründe für das Misslingen einer Schwangerschaft sind vielfältig. Gerade bei älteren Frauen fällt daher häufiger der Begriff Sterilität. Tatsächlich kann das Alter der Frau eine entscheidende Rolle spielen, denn die Fruchtbarkeit nimmt nach dem 35. Lebensjahr ab und liegt nach dem 40. Lebensjahr sogar nur unter zehn Prozent. Dabei sind nicht nur Frauen betroffen, Männer haben ebenfalls eine biologische Uhr. So kann auch bei ihnen ein fortgeschrittenes Alter Sterilität nach sich ziehen. Alles in allem trotzdem kein Grund, den Kinderwunsch ab einem bestimmten Alter aufzugeben. Dank der In-vitro-Fertilisation (IVF), lässt er sich auch für Paare jenseits der 40 erfüllen.

 

Die Zahl der Spätgebärenden steigt

 

Mehr als 28 000 Kinder werden jährlich in Deutschland geboren, deren Mutter bereits älter als 35 ist, Tendenz steigend. Geburtsstatistiken verdeutlichen, wie rasant die Zahl Spätgebärender angestiegen ist. Es sind mehr als dreimal soviel wie noch vor rund 20 Jahren. Mütter um die 40 sind heute keine Ausnahme mehr, sondern werden immer mehr zur Regel. Auch Männer sind beim ersten Kind deutlich älter als früher. Fünf Prozent der Väter sind sogar über 50.

 

Die Gründe für den späten Kinderwunsch liegen auf der Hand. Frauen, die gut ausgebildet sind und studiert haben, möchten Karriere machen, sich beruflich entfalten und finanziell absichern. Partnerschaft und Kinderwunsch rücken zunächst in den Hintergrund. Sind die beruflich gesteckten Ziele erreicht und Kapazitäten frei geworden, nimmt dann auch die Familiengründung konkrete Formen an. Die Entwicklung der Frauen hin zur späten Mutterschaft passt auch zur Einstellung der meisten Männer heutzutage. Viele überlegen noch Anfang 30, ob sie sich überhaupt schon reif genug für die Vaterrolle fühlen. Entsprechend korreliert das höhere Alter der Mutter mit dem des Vaters. Es ist allerdings auch eine Tatsache, dass sich die Spermienqualität der Männer spätestens ab 50 verschlechtert. Es ist daher keine Seltenheit, dass im Rahmen einer Fertilisation in vitro auch Samenspenden notwendig werden.

 

Fortschritte in der Reproduktionsmedizin

 

IVF, Eizell- und Samenspende. Auch die Fortschritte in der Reproduktionsmedizin haben erheblich dazu beigetragen, dass der Kinderwunsch aufgeschoben wird. Sollte es trotz aller Versuche im höheren Alter nicht mit einer normalen Schwangerschaft klappen, bleibt immer noch die inzwischen hochqualifizierte künstliche Befruchtung. Der Kinderwunsch lässt sich auch in vitro realisieren, völlig unabhängig vom Alter. Dafür stehen unsere Experten der IVI-Kliniken an Ihrer Seite. Wir klären Sie in einem unserer Kinderwunschzentren ausführlich über die Vor- und Nachteile einer späten Mutterschaft auf. Denn es gibt durchaus Risiken, über die sich die werdenden Eltern im Klaren sein müssen. Diese Risiken dürfen nicht verschwiegen werden, zum Wohle von Mutter und Kind. Es ist leider eine Tatsache, dass mit zunehmenden Alter die Gefahr steigt, ein Baby mit Down-Syndrom zur Welt zu bringen. Ursächlich dafür ist das Klebeprotein Cohesin. Es ist in den Eizellen der Frau vorhanden und hat die Aufgabe, dort die Chromosomen zu stabilisieren und für das richtige Timing bei der Zellteilung zu sorgen. Doch mit dem Alter verliert Cohesin an Bindungskraft, weil bestimmte Stoffe im Organismus altersbedingt abbauen, die das Cohesin vor dem Verlust dieser Bindungskraft bewahren sollen.

 

Das Risiko des Down-Syndroms

 

Chromosomale Abweichungen sind im fortgeschrittenen Alter nicht auszuschließen. Mit bestimmten Tests lassen sich diese Risiken genauer bestimmen. Mit speziellen Diagnosetechniken wie der Genetischen Präimplantationsdiagnostik PID, oder Nace Plus und Nace, kommt man pränatalen Auffälligkeiten auf die Spur. Durch die PID werden Embryonen vor ihrer Übertragung auf chromosomale und genetische Veränderungen untersucht. Diese Diagnosemöglichkeit gibt werdenden Eltern, die sich für eine Reproduktion in vitro entscheiden, große Sicherheit. So können beide die Schwangerschaft gelassen und weitgehend sorgenfrei genießen. Weitgehend. Denn es gibt auch andere Risikofaktoren, die mit einer späten Schwangerschaft verbunden sind. Eine weitere Gefahr besteht in Fehl- und Frühgeburten. Hier gibt es keine hundertprozentige Sicherheit. Eine engmaschige Betreuung durch Experten in unseren Kinderwunschkliniken und die genaue Einhaltung der Schwangerschaftsvorsorge sind bei älteren Schwangeren auf jeden Fall von großer Wichtigkeit. Denn nur dann können auch andere Schwangerschaftskomplikationen wie hoher Blutdruck oder schwangerschaftsbedingter Diabetes erkannt und therapiert werden.

 

Die Vorteile älterer Mütter

 

Doch trotz aller medizinischen Risiken darf man dabei nicht vergessen, dass die meisten späten Mütter gesunde Babys zur Welt bringen. Auch schneiden ältere Frauen im Vergleich zu jüngeren in vielen Bereichen besser ab. Ältere Frauen mit Kinderwunsch pflegen meistens einen gesünderen Lebensstil. Sie rauchen nicht, eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist für sie selbstverständlich, sie treiben regelmäßig Sport und achten mehr auf die Bedürfnisse ihres Körpers. Zudem reagieren sie gelassener auf die Umstellung des Körpers während der Schwangerschaft, wie Untersuchungen verdeutlichen.

 

Langzeitstudien mit eindeutigen Ergebnissen

 

Häufig wird der psychologische und soziologische Aspekt außer Acht gelassen, denn der Fokus liegt meistens ausschließlich auf dem medizinischen Risiko. Wie tiefgehend diese Auswirkungen sind, belegt eine britische Langzeitstudie. Ging man lange Zeit davon aus, dass Kinder älterer Mütter in vielen Bereichen benachteiligt sind, zeigen die Studienauswertungen von heute genau das Gegenteil. Wunschkinder älterer Mütter sind gesünder und größer, erzielen in der Schule bessere Leistungen und studieren später mit hoher Wahrscheinlichkeit. Die Ursache für diese Entwicklung ist naheliegend: Frauen ab einem bestimmten Alter verfügen über ein höheres Einkommen, haben einen gesicherten Beruf und leben in einem stabilen Umfeld. Das betrifft ebenso den möglichen Partner.

 

 

Kinder profitieren in allen Bereichen

 

Davon profitieren die Wunschkinder. Sie wachsen in einem Zuhause auf, in dem sie große emotionale Zuwendung erfahren. Frauen fühlen sich in der Mutterrolle wohler und können ganz darin aufgehen, weil sie sich beruflich nichts mehr beweisen müssen, obwohl viele durchaus weiterhin arbeiten. Ähnliches gilt für die Väter. Auch sie nehmen sich mehr Zeit für ein Kind, als es jüngere Väter tun würden, da diese zwangsläufig noch mehr mit Geldverdienen beschäftigt sind. Mütter und Väter um die 40 empfinden das Kind als Bereicherung und nicht als Belastung. Sie sind psychisch stabiler und entspannter als jüngere, die sich noch in vielen Lebensdisziplinen durchkämpfen müssen. Vieles deutet also darauf hin, dass späte Eltern die besseren sind.

 

Die psychosozialen Vorteile der späten Geburt überwiegen daher die individuellen Risiken, die das höhere Alter der Mutter mit sich bringt, so das eindeutige Resümee mehrerer Studien.

 

 

 

 

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