2 Juni 2017

Sterilität, Unfruchtbarkeit, Zeugungsunfähigkeit und fehlende Empfängnisbereitschaft – behandelbar oder für immer ungewollt kinderlos?

IVI

Die Reproduktionsmedizin entwickelt sich rasant und bisher endgültige Urteile sind heutzutage lösbare Probleme. Die angewandten Techniken überraschen durch ihre Einfachheit und ihr äußerst geringes Verletzungsrisiko intimer und sensibler Körperbereiche. Hinter diesen scheinbar einfachen Methoden steckt modernste Technik und hochkarätige Forschungsarbeit. IVI gehört weltweit zu den führenden Forschungseinrichtungen auf diesem Gebiet.

Eine Begriffsklärung

Die Fertilität, der Fachausdruck für Fruchtbarkeit, bezeichnet die Fähigkeit, ein Kind zu zeugen. Dies bedarf der Zeugungsfähigkeit des Mannes sowie der Empfängnisbereitschaft der Frau. Bei der Unfruchtbarkeit handelt es sich also um die Zeugungs- und/oder Empfängnisunfähigkeit eines Mannes, einer Frau oder des Paares. Die Zeugungsunfähigkeit wird auch als Impotenz bezeichnet, was Erektions- und Ejakulationsstörungen umfasst.

Die Fachausdrücke Sterilität und Infertilität werden häufig synonym verwendet. Der ursprüngliche Unterschied liegt in der Perspektive. Der Begriff Infertilität bezeichnet die Unfähigkeit, ein lebendes Kind zu gebären, Sterilität hingegen das Unvermögen, schwanger zu werden. Man unterscheidet außerdem zwischen primärer und sekundärer Sterilität, im zweiten Fall kam es bereits zu einer Schwangerschaft zu einem früheren Zeitpunkt.

Sterilität ist in dem Sinne irreführend, da der Ausdruck etwas Absolutes suggeriert, also eine 100% Unfruchtbarkeit. Für die meisten „sterilen“ Paare ist dieses endgültige Urteil jedoch nicht zutreffend. Ihre Fertilität gilt zunächst einmal als eingeschränkt, wenn nach einem Jahr regelmäßigen Geschlechtsverkehrs keine Schwangerschaft erreicht wurde. In vielen Fällen lauten die Diagnosen Follikelreifungsstörung, Endometriose oder eine gewisse Spermiogrammauffälligkeit. Klar, das Gespräch mit dem Arzt, eine Änderung des Lebensstils oder Kinderwunschbehandlungen können dann notwendig werden, es sind aber per se keine Gründe, die Familienplanung aufzugeben. Da also in den meisten Fällen die Fruchtbarkeit nicht vollständig aufgehoben bzw. der Kinderwunsch nur zeitweilig unerfüllt ist, wird fachsprachlich auch der Begriff der Subfertilität verwendet.

Reproduktionsmedizin heute

Ungewollte Kinderlosigkeit kann aus weiblichen und/oder männlichen Infertilitätsfaktoren resultieren. Die Betreuung eines Paares mit unerfülltem Kinderwunsch verlangt deswegen von Beginn an eine enge Zusammenarbeit von Gynäkologen, Reproduktionsspezialisten und Andrologen. Eine umfassende medizinische und auch psychologische Betreuung verspricht gute Chancen, den Traum vom eigenen Kind zu erfüllen.

In der Vergangenheit mag es begrifflich korrekt gewesen zu sein, von Sterilität bei Männern mit bestimmten Krankheitsbildern zu sprechen, etwa bei Azoospermie, dem Fehlen von Spermien im Ejakulat. Für diese Fälle gibt es jedoch heutzutage Hoffnung. Micro-TESE heißt die von IVI verwendete Technik, bei der mittels eines minimal chirurgischen Eingriffs Spermien im Hodengewebe aufgespürt und im Folgenden entnommen werden, um sie in einer In-vitro-Behandlung mit einer weiblichen Keimzelle zu vereinen.

Auch eine geringe Spermienmenge und Qualität sind Faktoren, für die die Reproduktionsmedizin eine Antwort hat. Bei der ICSI-Technik bedarf es lediglich einer einzigen Samenzelle, deren Qualität im Vorfeld bestimmt werden kann, um eine Eizelle zu befruchten.

Eine Frau ist im strengen Sinne steril außerhalb ihrer reproduktiven Phase, also im präpubertären Alter, nach den Wechseljahren oder nach bestimmten Erkrankungen, die das teilweise oder vollständige operative Entfernen von Organen zur Folge haben, etwa bei einer Ovarektomie. Aber auch hier muss das Urteil keineswegs immer absolut sein. IVI erforscht derzeit zwei vielversprechende Methoden zur Verjüngung von Eierstöcken, die bereits zu Schwangerschaften bei Frauen mit vorzeitigem Eierstockversagen geführt haben. Das Einfrieren von Eizellen aus gesundheitlichen oder sozialen Gründen, um den Zeitpunkt einer Schwangerschaft selbst bestimmen zu können und die Fruchtbarkeit zu bewahren, gehört längst zu den Standardleistungen unserer Kinderwunschkliniken. Gängige Praxis ist auch, dass Eizellen außerhalb des Körpers befruchtet und im Brutkasten kultiviert werden, um anschließend per direktem Embryonentransfer in die Gebärmutter eingesetzt zu werden. Morphologische Auffälligkeiten, etwa durch Zysten verklebte Eileiter, lassen sich so vielfach umgehen.

Es ist kein Geheimnis, dass die männliche Zeugungsfähigkeit heutzutage durchschnittlich deutlich schlechter ausfällt als in der Vergangenheit. 1940 kamen im Ejakulat eines Zwanzigjährigen 113 Millionen Samenzellen pro Milliliter vor. Heutzutage liegt der Wert bei 66 Millionen. Die Weltgesundheitsorganisation definiert gutes Sperma, wenn mindestens 30% der Zellen mobil sind und eine normale Morphologie aufweisen und sich mindestens 15 Millionen Spermatozoen pro Milliliter im Ejakulat finden. 1940 waren es noch 60 Millionen, die WHO hat den Wert herabgesetzt. Die Ursachen für die Verschlechterung der Qualität und Quantität müssen weiter erforscht werden. Umwelteinflüsse und chemische Substanzen stehen unter starkem Verdacht, Einfluss auf das Spermiogramm zu nehmen. Ein Grund zur Panik besteht momentan noch nicht, besonders da es mit den modernen Techniken der Reproduktionsmedizin möglich ist, die Einschränkungen der Fertilität zu erkennen und durch individuelle Behandlungen den Kinderwunsch betroffener Paare zu erfüllen.

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