16 März 2018

Trotz Endometriose kann sich der Kinderwunsch erfüllen

Endometriosis

Sie ist zwar eine chronische, aber dennoch gutartige Erkrankung bei Frauen: die Endometriose. Es handelt sich dabei um Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt und das sich außerhalb der Gebärmutterhöhle in unterschiedlichen Bereichen des Bauchraums entwickelt. Vor allem im Bauchfell des Beckens, an den Eierstöcken und Eileitern, in der Muskelschicht der Gebärmutter, in der Blasen- und Darmwand sowie zwischen Enddarm und Scheide. Besonders die Endometriose am Darm zeigt sich oft mit dramatischen Symptomen: heftige Durchfälle, die häufig mit Blut durchsetzt sind. Blut im Urin kann ebenfalls eine Begleiterscheinung sein, wenn die Blase von Endometriose befallen ist. Wenn auch äußerst selten, wurde die Erkrankung schon an anderen Organen beobachtet, wie an der Lunge, am Herzen oder um den Nabel. Da die Endometriose fast immer von den Hormonen des monatlichen Zyklus beeinflusst wird, sondern die Gewebe um die Zeit der Menstruation herum Stoffe ab, die Schmerzen, Schwellungen und atypische Blutungen verursachen.

 

Jährlich gibt es rund 40 000 Neuerkrankungen

 

Laut Weltgesundheitsorganisation leiden etwa 10 Prozent aller Frauen an Endometriose. In Deutschland vermutet man jährlich rund 40 000 Neuerkrankungen. Genauere Zahlen sind nicht möglich, da es eben doch eine ganze Reihe von Frauen gibt, die unter keinerlei Beschwerden leiden. Bis zu 50 Prozent der Frauen, die vergeblich versuchen, schwanger zu werden, leiden nachgewiesenermaßen unter dieser chronischen Erkrankung. Damit ist sie die dritthäufigste Ursache für unerfüllten Kinderwunsch. Daher müssen bei einer Endometriose Symptome, Behandlung und Kinderwunsch als Einheit betrachtet werden, um das Problem in den Griff zu bekommen.

 

Eine Krankheit mit vielen Gesichtern

 

Als schwierig erweist sich dabei immer wieder, dass die Krankheit sehr unterschiedlich verläuft. Manche Frauen bemerken über Jahre hinweg keinerlei Anzeichen einer Endometriose, sodass sich die Erkrankung ungehindert ausbreiten und verschlimmern kann. Andere Frauen wiederum leiden unter starken Schmerzen, deren Ursachen jedoch nicht als Endometriose-Symptome erkannt werden. So vergehen vom Auftreten der ersten Symptome bis zur Diagnose häufig mehr als sechs Jahre. Um die Schwere einer Endometriose einschätzen zu können, hat man die Erkrankung in vier Stadien aufgeteilt, die Hinweise darauf geben. An ihnen sollen sich die Behandlungsmöglichkeiten orientieren:

 

  • Stadium I (gering):
Endometriosesprengsel sind im kleinen Becken oder am Muttermund zu finden. Sie sind unter 5 Millimeter groß. Beide Eileiter sind durchgängig.

 

  • Stadium II (leicht):
Die Herde befinden sich im kleinen Becken, am Muttermund oder oberhalb der Harnblase. Sie sind über 5 Millimeter groß, die beiden Eileiter bereits geschädigt.

 

  • Stadium III (mittelschwer):
Endometriose-Herde zeigen sich in der Muskulatur der Gebärmutter. Es sind Zysten auf den Eierstöcken vorhanden oder an den Bändern, die die Gebärmutter halten.

 

  • Stadium IV (schwer):
Die Endometriose hat auf andere Organe übergegriffen, wie Darm, Lunge oder Leber.

 

Komplexe Krankheit, schwierige Diagnostik

 

Hier zeigt sich bereits, wie komplex diese Erkrankung ist. Und ob eine Endometriose vorliegt, ist nicht immer einfach zu beantworten. Hier sind einige Fragen, die bei Endometriose-Tests gestellt werden. Sie geben einen ersten Aufschluss, ob es sich um die Erkrankung handelt. Auf diese Weise wird die Endometriose-Diagnostik erleichtert:

 

  1. Sind Ihre Regelblutungen schmerzhaft?
  2. Treten die Schmerzen vor Beginn der Menstruation auf oder mit Beginn der Blutung?
  3. Haben Sie unabhängig von Menstruation sehr oft Unterleibsschmerzen?
  4. Haben Sie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, die stellungsabhängig sind?
  5. Tritt vor oder während der Regelblutung Blut im Stuhl oder Urin auf?
  6. Haben Sie einen unerfüllten Kinderwunsch?
  7. Leiden Sie unter Zwischenblutungen?
  8. Haben Sie Rückenschmerzen während der Periode?
  9. Schmerzen bei Blasen- und Darmentleerung

 

Je größer die Herde, desto größer die Schmerzen

 

Diese Schmerzvielfalt ist ein klassisches Endometriose-Symptom, ebenso wie die Schmerzqualität. Die richtet sich in der Regel nach Größe und Anzahl der Endometriose-Herde. Bei manchen Frauen sind nur einzelne Absprengungen zu finden, bei anderen eine Vielzahl an den unterschiedlichsten Stellen. Die Ursache über die Entstehung der Endometriose liegt immer noch im Dunkeln. Sie wurde zwar bereits 1861 beschrieben, doch über die Entstehung gibt es bis heute lediglich einige Theorien, aber keine gesicherten Erkenntnisse.

 

Die Ursachen der Krankheit liegen im Dunkeln

 

So könnte sich die Krankheit während der Menstruation entwickeln, wenn Blut und Gewebe nicht vollständig durch die Scheide abfließen, sondern über die Eileiter in die Bauchhöhle gelangen. Hier spricht man von einer retrograden, also rückläufigen Menstruation. Doch nicht alle Frauen mit einer retrograden Menstruation entwickeln auch tatsächlich eine Endometriose. Diskutiert werden zudem eine erbliche Veranlagung, eine Fehlfunktion des Immunsystems oder eine mechanische Übertragung von Schleimhaut bei operativen Eingriffen an der Gebärmutter. Auch die Ausbreitung von Endometriumzellen über Lymphe und Blut gelten als eine Möglichkeit, ebenso wie Umwelteinflüsse. Insgesamt sind sich die Mediziner darin einig, dass es sich bei den Endometriose-Ursachen um ein multifaktorielles Geschehen handelt.

 

Weitere Beschwerden erschweren die Diagnose

 

Neben Endometriose-Schmerzen treten häufig auch noch andere Beschwerden auf, die gar nicht mit dieser Erkrankung in Verbindung gebracht werden. So leiden viele Frauen unter Müdigkeit und Erschöpfung oder beklagen eine erhöhte Infektanfälligkeit während der Menstruation. Auch Allergien und andere Autoimmunerkrankungen scheinen häufiger aufzutreten. Bei ärztlichen Untersuchungen werden oft Zysten, Narben und Verwachsungen nachgewiesen, sowie unklare Unterbauchschmerzen festgestellt. Es gibt also nicht das eine, spezifische Endometriose-Symptom, sondern im Gegenteil auch Krankheitsanzeichen, die in eine völlig andere Richtung weisen. Das macht das eindeutige Erkennen der Endometriose so schwierig und erklärt, warum sich die Krankheit manchmal jahrelang unentdeckt ausbreiten kann.

 

Ultraschall und Laparoskopie

 

Als diagnostisches Mittel hat sich eine Ultraschalluntersuchung der Genitalorgane und des Bauchraums bewährt. Das allerdings gilt nur für größere Herde, kleinere Absprengsel lassen sich auf diese Weise nicht darstellen. Eine differenziertere Möglichkeit bietet hier die Laparoskopie, die nicht nur diagnostisches, sondern gleichzeitig therapeutisches Mittel ist. Während dieses Eingriffs können die Endometriose-Herde nicht nur entdeckt, sondern sofort entfernt werden, durch Verdampfung (Koagulation) mittels Hitze, Laser oder Hochfrequenzstrom oder durch einen Schnitt. Wichtig dabei ist, dass gesundes Gewebe geschont wird. Existieren bereits große Endometriose-Herde mit massiven Verwachsungen kann ein Bauchschnitt erforderlich werden. Dabei muss der gesamte Bauchraum abgesucht werden, was viel chirurgisches Fingerspitzengefühl erfordert. Auch die Entfernung der Eileiter kann unter Umständen erforderlich werden. Es ist jedoch inzwischen bekannt, dass bei fast 80 Prozent der chirurgisch behandelten Frauen innerhalb von fünf Jahren nach dem Eingriff erneut Herde auftreten.

 

Nichtinvasive Therapie mit Schmerzmitteln

 

Vor einer operativen Endometriose-Behandlung stehen daher in der Regel nichtinvasive Therapien. Es sei denn, die Schwere der Erkrankung lässt nur einen chirurgischen Eingriff zu. Dazu gehören die Gaben von Schmerzmitteln und Hormonen oder eine Neuraltherapie, um den Schmerz auszuschalten. Der Nachteil von Schmerzmitteln liegt jedoch auf der Hand: Da die Endometriose mit chronischen Schmerzen einhergeht, werden die Mittel nach einiger Zeit wirkungslos. Das kann zu einem Teufelskreis führen, wenn immer stärkere Schmerzmittel eingenommen werden. Und aller Therapien zum Trotz gibt es für diese Erkrankung keine Heilung.

 

Hilfe für Frauen auf unseren Endometriose-Stationen

 

Dass eine Endometriose oft erst dann entdeckt wird, wenn sich auch nach jahrelangen Bemühungen der Kinderwunsch einfach nicht erfüllt, erleben wir in unseren IVI-Zentren immer wieder. Da uns die Komplexität dieser Krankheit bewusst ist, haben wir für unsere Patientinnen spezielle Endometriose-Stationen eingerichtet, um ihnen eine adäquate Betreuung anbieten zu können. Besonders wichtig ist neben der medizinischen Behandlung die emotionale Unterstützung, da viele Frauen sich mit ihrer Krankheit alleingelassen fühlen. Vor allem dann, wenn durch diese Erkrankung womöglich der Kinderwunsch in Gefahr gerät, weil eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege nicht mehr möglich ist. In unseren Kliniken stehen zu Beginn intensive Gespräche mit unseren Ärzten, die ausführliche Anamnese erstellen, um für jede Endometriose-Patientin eine eigens zugeschnittene Therapie erarbeiten zu können. Denn nicht jedes Verfahren unserer Reproduktionsmedizin ist auch für jede Patientin geeignet.

 

Verschiedene Techniken verhelfen zum Wunschkind

 

Müssen sich Frauen einem chirurgischen Eingriff unterziehen (z. B. Eileiterentfernung), schlagen wir unseren Patientinnen eine Vitrifikation (Einfrieren) unreifer Eizellen vor. Eine Technik, die IVI als erste Klinik in Europa bereits 2007 anwendete. Dabei handelt es sich um ein Kühlverfahren, bei dem Eizellen, Embryonen und Vorkernstadien bei -196 °C tiefgefroren werden. Der Vorteil gegenüber der herkömmlichen Kryokonservierung: Es bilden sich keine Eiskristalle, die eine Zelle schädigen könnten. Auch die klassische In-vitro-Fertilisation (IVF) kommt in Betracht. Sie ist vor allem für Frauen mit fortgeschrittener Endometriose geeignet, wenn die Funktionalität der Eierstöcke beeinträchtigt und die Qualität der Eizellen herabgesetzt ist. Die Vereinigung von Ei- und Samenzelle erfolgt im Labor. Der befruchtete Embryo wird später in die Gebärmutter übertragen. In manchen Fällen, beispielsweise bei der Verwendung vitrifizierter Eizellen, wird für den Transfer eine Intrazytoplasmatische Injektion (ICSI) verwendet. Diese direkte Vereinigung von Ei- und Samenzelle erleichtert die Befruchtung.

 

Mit einer Eizellspende schwanger werden

 

Eine weitere Möglichkeit für eine Endometriose-Patientin, schwanger zu werden, besteht in der Eizellspende. Ein Verfahren, mit dem unsere Mediziner der IVI-Zentren bereits seit 1988 Erfahrung haben. Denn schon damals wurde die Eizellspende in Spanien gesetzlich geregelt. Anders als vielen anderen Ländern, wo sie noch immer verboten ist. Unsere Spenderinnen sind zwischen 18 und 35 Jahre alt und müssen strenge Voraussetzungen erfüllen, bevor sie in die Kartei aufgenommen werden. Ein großes Plus des Eizellspende-Programms unserer IVI-Kliniken besteht darin, dass wir die größte Eizellbank der Welt vorweisen können. Dadurch entfallen nervenzehrende Wartezeiten. Mit einer Behandlung kann sofort begonnen werden.

 

Keine höheren Risiken

 

Die Angst vieler Frauen, dass die Endometriose den Embryo oder Fötus gefährdet, ist unbegründet. Es gibt auch keine höhere Komplikationsrate während der Schwangerschaft. Weder muss eine Patientin häufiger mit Schwangerschaftsdiabetes noch mit schwangerschaftsbedingtem Bluthochdruck rechnen. Auf das kindliche Wachstum oder den Zustand des Kindes während der Geburt hat eine Endometriose ebenfalls keinen negativen Einfluss. Auch das Risiko für Früh- oder Totgeburten erhöht sich nicht durch diese Erkrankung.

 

 

 

Fordern sie unverbindlich weitere informationen an:

2 Kommentare

  • Julia says:

    hallo,

    habe endo grad 4 und jetzt einen Termin in der kiwu-Klinik. bin etwas aufgeregt da meine Frauenärztin meinte dass dort wahrscheinlich noch eine Bauchspiegelung gemacht wird. dachte man hat ein Vorgespräch und dann fängt man erstmal mit Hormonen o. Stimulation an…

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