7 April 2019

Was ist eine Anejakulation? Was sind die Ursachen? Wie wird sie behandelt?

Es ist nicht unbedingt ein Thema, über das Männer gerne sprechen, und dennoch sind viele von einem gestörten Samenerguss betroffen. Bei einigen Männern kommt es trotz Orgasmus nicht zu einer Ejakulation. Im fortgeschrittenen Alter ist eine Anejakulation nichts Ungewöhnliches, aber bei jungen Männern mit Kinderwunsch kann diese Fruchtbarkeitsstörung zu Frustration und psychischen Belastungen führen. Was, wenn Sie Ihren Kinderwunsch niemals erfüllen können? Auch wenn der Samenausstoß ausbleibt, haben Sie immer noch Chancen, ein Kind zu zeugen. Reproduktionsexperten wie die IVI-Kliniken bieten Paaren mit Fruchtbarkeitsstörungen ein großes Spektrum an Fruchtbarkeitbehandlungen an. Holen Sie sich Rat bei der weltweit führenden Gruppe im Bereich der medizinisch unterstützten Reproduktion und lassen Sie Ihren Kinderwunsch wahr werden.

 

Was ist eine Anejakulation?

Anejakulation (Impotentia ejaculandi) bezeichnet einen ausbleibenden Samenerguss trotz vorhandenem Orgasmus, wobei kein Sperma in die Harnröhre gelangt. Normalerweise beträgt das Volumen des Spermas drei bis fünf Tage nach dem letzten Erguss zwischen zwei und sechs Milliliter. Bei einem normalen Samenerguss stammen rund fünf Prozent des Spermas aus den Hoden und 95 Prozent aus der Prostata sowie den Samenblasen. Man unterscheidet zwischen einem komplett ausbleibenden Samenerguss und einem Samenerguss, der nach innen (rückwärts) stattfindet. Letzterer wird auch als retrograde Ejakulation bezeichnet und im entsprechenden Unterkapitel näher erläutert. Ein normaler Samenausstoß kann nur dann erfolgen, wenn der Blasenschließmuskel des Mannes ausreichend verschlossen ist und es keine Einschränkungen hinsichtlich der Beweglichkeit der Beckenbodenmuskulatur gibt. Zu einem sogenannten trockenen Orgasmus kommt es dann, wenn eine Störung in der Emissionsphase vorliegt.

 

Was sind die Ursachen für eine Anejakulation?

Dem Ausbleiben der Ejakulation können sowohl körperliche als auch psychogene und medikamentöse Ursachen zugrunde liegen. Betroffene Männer klagen zudem nicht selten über ein fehlendes Orgasmusgefühl und ein zähes Herausfließen der Spermien. Wir haben für Sie die häufigsten Ursachen einer Anejakulation aufgelistet.

 

Körperliche Gründe

  • Verschluss der ejakulatorischen Wege
  • Störung des reflektorischen Blasenhalsverschlusses
  • Chirurgische Eingriffe wie unter anderem eine retroperitoneale Lymphknotendissektion
  • Krankheiten wie Multiple Sklerose, Diabetes mellitus
  • Verletzungen der Wirbelsäule
  • Tumore
  • Störungen der Nervenstrukturen

 

Psychogene Gründe

  • Sexuelle Unzufriedenheit
  • Großer Unterschied zwischen sexueller Fantasie und Realität
  • Beziehungsprobleme
  • Angst, die Partnerin oder den Partner nicht zu befriedigen
  • Sehr stark ausgelebte Religiosität
  • Außergewöhnliche Masturbationstechniken, sodass partnerschaftliche Sexualität langweilig wirkt
  • Schwere Traumata (beispielsweise durch Verkehrsunfälle)

 

Medikamentöse Gründe

  • Antipsychotika
  • Antidepressiva
  • Alpha-1-Blocker
  • Weitere Medikamente, welche den Ejakulationsreflex beeinflussen

 

Wenn Sie noch niemals einen Samenerguss trotz Orgasmus hatten, liegt sehr wahrscheinlich ein Problem mit den Samenwegen vor. Zudem kann es sein, dass die Spermaflüssigkeit fehlt oder dass Sie an einer angeborenen Störung bezüglich der Prostata leiden. In seltenen Fällen werden Männer ganz ohne Samenblasen oder Prostata geboren. Die häufigste Ursache fürs Ausbleiben des Samenergusses ist psychogenetisch bedingt.

 

Diagnose einer Anejakulation

Bei der Suche nach den Ursachen für eine totale Anejakulation spielen vor allem die transrektale Sonografie und eine Vasografie eine wichtige Rolle. Im Rahmen einer transrektalen Sonografie überprüft der Arzt das Bild der Samenbläschen sowie mögliche Stauungen in den Samenwegen. Der Mediziner führt dabei eine spezielle Ultraschallsonde durch den Anus in das Rektum ein. Eine Vasografie liefert eine röntgenologische Abbildung der Samenleiter und Samenbläschen. Für eine eindeutige Darstellung werden dem Patienten Kontrastmittel in die Samenleiter oder in die Ejakulationsausgänge gespritzt.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Sollten Sie vom Ausbleiben einer Ejakulation betroffen sein, ist es ratsam, sich an einen Urologen zu wenden. Dieser ermittelt anhand von gründlichen Untersuchungen die Ursache für Ihre Anejakulation. Je nachdem, welche Gründe zu dieser Störung führen, werden Sie medikamentös therapiert oder müssen sich einem Eingriff unterziehen. Bei einer medikamentösen Therapie erhalten Sie Antidepressiva oder Sympathikomimetika. Diese zielen auf eine Verbesserung des vegetativen Nervensystems, einen optimierten Verschluss des inneren Blasenschließmuskels und eine verbesserte Kontraktion der Samenleiter ab. Sollten diese Behandlungen erfolglos bleiben, müssen Sie Ihren Kinderwunsch dennoch nicht aufgeben. Weitere Informationen über unterschiedliche medizinisch unterstützte Reproduktionstechniken bei einer Anejakulation erhalten Sie im entsprechenden Unterkapitel.

 

Weitere Fruchtbarkeitsstörungen

Es existieren diverse Fruchtbarkeitsproblematiken, die einer Anejakulation ähneln. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Einblick in weitere männliche Fruchtbarkeitsstörungen, deren Symptome an eine Anejakulation erinnern.

 

Retrograde Ejakulation

Bei einer retrograden Ejakulation handelt es sich um eine Unterform der Anejakulation. Zwar gelangt das Sperma in die Harnröhre, wird aber nicht wie normal nach vorne ausgestoßen, sondern fließt nach hinten ab. Einen solch fehlgeleiteten Samenerguss kann ein Urologe anhand einer mikroskopischen Urinuntersuchung diagnostizieren. Zu den Ursachen für eine retrograde Ejakulation zählen:

  • Transurethrale Prostataresektion
  • Neuropathien
  • Diabetes mellitus
  • Alkoholkonsum
  • Bandscheibenvorfälle
  • Operationen im Becken- und Bauchfellbereich
  • Lymphknotenentfernung
  • Hodentumore
  • Multiple Sklerose
  • Nervenerkrankung
  • Alphablocker wie Bluthochdruckmedikamente

 

Wenn die Samenflüssigkeit rückwärts in die Harnblase hinausbefördert wird, kann der Urin eine trübe Farbe annehmen. Im Gegensatz zur totalen Anejakulation liegt bei einer retrograden Ejakulation eine Störung während der Ejakulationsphase vor.

 

Verzögerter Samenerguss

Von einer Ejaculatio retarda ist die Rede, wenn ein Mann überdurchschnittlich lange braucht, um zum Orgasmus zu kommen. Es sind lediglich drei Prozent aller geschlechtsreifen Männer von dieser Störung betroffen. Allerdings ist die Diagnose schwierig, da jeder Mann ein eigenes Empfinden hat, wie schnell er zum Höhepunkt kommen sollte.

 

Schmerzhafte Ejakulation

Verspüren Sie beim Orgasmus einen unangenehmen Schmerz zwischen Hodensack und After? Dann könnten Sie an einer schmerzhaften Ejakulation leiden. Oftmals wird diese Form des Samenergusses durch eine Prostataerkrankung verursacht. Weitere Ursachen sind der Verschluss der Spritzkanäle oder eine Nervendysfunktion.

Ganz gleich, welche Art von Problemen Sie beim Geschlechtsverkehr haben, Sie sollten Ihre Situation mit einem Arzt besprechen. Eventuell kann Ihre Anejakulation oder retrograde Ejakulation bereits in wenigen Wochen geheilt werden.

 

Erektionsstörungen beim Mann

Eine erektile Dysfunktion ist bei Männern ab dem 40. Lebensjahr nichts Außergewöhnliches. Anders als bei einer Anejakulation sind Potenzstörungen, Erektionsstörungen und Impotenz meist auf körperliche Ursachen zurückzuführen. Eine solche Fruchtbarkeitsstörung bei Männern, die älter als 50 Jahre alt sind, könnte auf eine Verkalkung der Blutgefäße hinweisen. Sollten Sie sich in dieser Altersgruppe befinden und in mehr als zwei von drei Fällen Ihrer sexuellen Aktivitäten keine Erektion bekommen, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Dieser wird untersuchen, ob Sie an Arteriosklerose leiden, welche zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen könnte.

 

Erfüllen Sie sich trotz Anejakulation Ihren Kinderwunsch

Ein Ausbleiben der Ejakulation ist keinesfalls ein Grund, seinen Kinderwunsch aufzugeben. Wenn bei Ihnen der Samenerguss komplett ausbleibt, kommt für Sie eine transrektale Elektrostimulation in Frage. Bei dieser Behandlung werden die an der Ejakulation beteiligten Muskeln und Nerven stimuliert. Mithilfe von Elektroden, die dem Mann transrektal eingeführt werden, werden sympathische Fasern gereizt, bis es zum Samenerguss kommt. Auf diese Weise kommt es zumindest zu einer retrograden Ejakulation, die nicht optimal ist, aber ausreicht, um Sperma für eine Kinderwunschbehandlung zu gewinnen. Das extrahierte Sperma des Mannes kann in einem weiteren Schritt für diverse Reproduktionsmethoden verwendet werden, die wir im nächsten Unterkapitel näher beschreiben.

 

Mithilfe von medizinisch unterstützten Reproduktionsmethoden Eltern werden

Welche Art der künstlichen Befruchtung bei Ihnen letztendlich durchgeführt wird, hängt zum einen von Ihrem sowie dem Gesundheitszustand Ihrer Partnerin ab und zum anderen von Ihren persönlichen Präferenzen. Selbst wenn Sie als Mann kein Sperma produzieren können, können Sie immer noch auf Spendersamen zurückgreifen.

 

Insemination

Eine Insemination ist eine Samenübertragung, bei welcher die Hürden fürs Sperma auf dem Weg zur Eizelle minimiert werden. Bei dieser Form der Kinderwunsch-Behandlung wird das Sperma des Mannes direkt in die Gebärmutter oder in einen der Eileiter der Frau übertragen. Die Befruchtung findet also direkt im Körper der werdenden Mutter und auf natürliche Weise statt. Bei einer Insemination mit dem Samen des eigenen Partners spricht man von einer homologen Insemination. Für den Erfolg der Behandlung ist es entscheidend, dass der genaue Zeitpunkt des Eisprungs ermittelt wird. Über einen dünnen Katheter wird das aufbereitete Sperma vaginal in den weiblichen Körper gespritzt. Der Eingriff ist schmerzfrei und die Frau kann die Praxis nach wenigen Minuten wieder verlassen.

 

IVF

Eine In-vitro-Fertilisation (IVF) ist die gängigste Methode der künstlichen Befruchtung. Zunächst unterzieht sich die Frau einer ovariellen Stimulierung, um mehrere Eizellen zu produzieren. Erreichen die weiblichen Eizellen die gewünschte Größe und Form, wird ein Eisprung eingeleitet. Rund 36 Stunden später werden die Eizellen im Rahmen einer Bauchspiegelung entnommen und im Labor in einer Nährflüssigkeit mit dem Sperma des Mannes zusammengeführt. In einem Brutschrank verschmelzen Spermien und Eizelle von allein. Nach zwei bis sechs Tagen wird der Embryo (höchstens bis zu drei Embryonen auf einmal) über einen Katheder in die Gebärmutter eingesetzt.

 

ICSI

Ist die Qualität des Spermas beeinträchtigt, kann die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) zu einer Schwangerschaft verhelfen. Spermien, die aufgrund Ihrer eingeschränkten Mobilität den Weg in die Gebärmutter nicht eigenständig finden würden, werden unter einem Mikroskop direkt in die entnommene Eizelle der Frau injiziert. Der Ablauf einer ICSI ist mit der IVF-Methode bis auf die Befruchtung selbst identisch.

 

Spendersamen

Sollte es aufgrund Ihrer Anejakulation nicht möglich sein, trotz Stimulationen Ihren Samen zu extrahieren, bleibt Ihnen immer noch die Option einer Samenspende. Die IVI-Kliniken legen größten Wert auf eine makellose Qualität von Spendersamen, die im Zuge von Reproduktionstechniken verwendet werden.

 

Eine Anejakulation und weitere Ejakulationsstörungen sind verständlicherweise ein unangenehmes und sehr persönliches Thema. Dennoch sollten Sie sich bewusst sein, dass Sie selbst mit dieser Form von Fruchtbarkeitsstörung gemeinsam mit Ihrer Partnerin ein Kind zeugen können. Lassen Sie sich in den IVI-Kliniken über die für Sie erfolgversprechendsten Methoden der künstlichen Befruchtung beraten. Ihr Kinderwunsch kann sich schon sehr bald erfüllen.

Fordern sie unverbindlich weitere informationen an:

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