24 Mai 2022

Was ist Gonorrhö und wie wird sie übertragen?

gonorrhö
Vom Redaktionsausschuss im IVI Blog

Gonorrhö, auch „Tripper“ genannt, ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Sie wird durch Bakterien verursacht, die „Gonokokken“ (lateinisch Neisseria gonorrhoeae). Typischerweise  befallen diese Bakterien die Schleimhäute von Gebärmutterhals, Harnröhre, Enddarm oder Rachen und verursachen dort Entzündungen. In seltenen Fällen kann auch die Augenbindehaut betroffen sein. Was genau Gonorrhö ist, welche Symptome auftreten und wie die Krankheit übertragen wird, lesen Sie hier.

Symptome – wie erkennt man Gonorrhö?

Ein unangenehm riechender Ausfluss aus der Harnröhre oder Vagina kann Anzeichen für eine akute Infektion mit Gonokokken sein, insbesondere wenn beim Wasserlassen Schmerzen auftreten. Auch Unterleibsschmerzen sind ein Alarmsignal; diese können entstehen, wenn die Bakterien aufsteigen. Tückisch ist allerdings, dass eine Gonorrhö auch symptomlos verlaufen kann oder dass die Symptome so schwach sind, dass sie nicht bemerkt werden. Ein Abstrich oder ein Urintest kann Aufschluss geben, ob eine Infektion mit Gonokokken vorliegt.

Die Blennorrhö, eine Gonorrhö der Augenbindehaut

Seltener sind auch die Augen von einer Gonokokken-Infektion betroffen, aber es kommt vor. Meist tritt dies nach einer „Verschleppung“ des Erregers aus dem Genital- oder Analbereich auf. Die Infektion zeigt sich vorwiegend durch eine Rötung der Bindehaut und eine Schwellung der Lider unter Bildung von Eiter. Unbehandelt kann eine Gonokokken-Infektion am Auge zum Erblinden führen.

Gonorrhö-Übertragung – wie kann man sich schützen?

Wie viele bakterielle Infektionen ist auch eine Gonorrhö leicht übertragbar, hauptsächlich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Eine Gonorrhö-Übertragung ist auch durch Oralverkehr möglich sowie durch Schleimhaut-Kontakt mit Händen und Fingern oder durch das gemeinsame Benutzen von Sexspielzeug. Das Verwenden von Kondomen bzw. Femidomen kann das Übertragungsrisiko zwar deutlich vermindern, schließt eine Infektion aber nicht absolut aus. Glücklicherweise kann eine Gonorrhö in der Regel gut behandelt werden; eine Behandlung sollte auch in jedem Fall erfolgen.

Die Gonorrhö-Inkubationszeit und Infektiosität

Die Gonorrhö-Inkubationszeit beträgt 1 bis 14 Tage; Symptome treten meist nach drei Tagen auf. Eine infizierte Person ist dabei durchgehend ansteckend, solange die Infektion besteht – unabhängig davon, ob Symptome auftreten oder nicht. Nach einer antibiotischen Behandlung ist eine Infektiosität in der Regel nach 24 Stunden nicht mehr gegeben; um sicherzugehen, sollte dies jedoch medizinisch abgeklärt werden. Besteht die Infektion weiterhin, kann eine mikrobiologische Diagnostik weiteren Aufschluss geben, um eine individuelle Behandlung zu ermöglichen. Auf Geschlechtsverkehr sollte in dieser Zeit unbedingt verzichtet werden. Wichtig zu wissen ist auch, dass eine überstandene Gonorrhö nicht zu Immunität führt und eine neue Ansteckung jederzeit erfolgen kann.

Die Behandlung

Zwar kann eine Gonorrhö in einigen Fällen von allein abheilen, das Risiko, dass sie dann chronisch wird, ist jedoch hoch. In diesem Fall wird der Erreger weiterhin auf andere übertragen und breitet sich auch im Körper aus. Unbehandelt lösen die Bakterien Entzündungen im Körper aus, die sich vor allem durch dumpfe Schmerzen in der Blasengegend und am Damm bemerkbar machen können. Bei Männern können sich auch die Nebenhoden entzünden, was zu einer massiven, schmerzhaften Schwellung des Hodensacks führen kann. Weitere typische Anzeichen können häufiger Harndrang sein. Auch schmerzhafter Stuhlgang und Fieber sind Alarmsignale, die medizinisch abgeklärt werden sollten. Eine unbehandelte Gonorrhö kann zu narbigen Verklebungen von Samen- bzw. Eileiter und zu Zeugungsunfähigkeit bei Männern sowie bei Frauen zu Unfruchtbarkeit führen.

Gonorrhö und Kinderwunsch

Insbesondere bei Kinderwunsch ist es sinnvoll, eine Gonokokken-Erkrankung auszuschließen. Die Bakterien können in der Schwangerschaft zu Komplikationen wie Frühgeburten oder zu fiebrigen Fehlgeburten führen. Auch können die Bakterien unter der Geburt leicht aus der Harnröhre oder dem Gebärmutterhals auf das Neugeborene übertragen werden, wo sie die gefürchtete Blennorrhö auslösen können, die ohne Behandlung in vielen Fällen zu Erblindung führt.

Eine Infektion zu erkennen und bei gesicherter Diagnose entsprechend zu reagieren, ist deswegen unabdingbar. Die Untersuchung auf Gonokokken wird nach ärztlichem Ermessen in der ersten Mutterschaftsvorsorge vorgenommen und kann gegebenenfalls in der 36. bis 38. Schwangerschaftswoche wiederholt werden.

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