20 Januar 2019

Was sind Gebärmutterpolypen? Symptome und Behandlung

Nein, Polypen in der Gebärmutter sind nicht automatisch eine schlechte Nachricht. Frauen in jedem Alter, aber besonders ab den Wechseljahren, sind von Gebärmutterpolypen betroffen. Dabei handelt es sich meistens um gutartige Wucherungen in der Gebärmutter, die entweder von allein mit der Monatsblutung abgetragen oder im Rahmen eines kleinen operativen Eingriffs entfernt werden. Negative Konsequenzen für die Fruchtbarkeit einer Frau bestehen in den meisten Fällen nicht. Wir verraten Ihnen, wann die Gebilde ein Problem darstellen und erklären Ihnen, welche Behandlungsmöglichkeiten es für Polypen im Uterus gibt. Bei welchen Symptomen sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen? Wir verraten es Ihnen in diesem Beitrag.

Was sind Gebärmutterpolypen?

Gebärmutterpolypen sind meist gutartige Schleimhautwucherungen, die in der Gebärmutter (entweder im Gebärmutterhals oder -körper) auftreten, seltener auch in der Scheide. Die beiden weiblichen Geschlechtshormone Gestagen und Östrogen spielen bei den sich übermäßig teilenden Schleimhautzellen eine entscheidende Rolle. Ein Polyp in der Gebärmutter kann bei Frauen in jedem Alter auftreten, typischerweise aber eher im Alter von 45 bis 60 Jahren. Polypen im Uterus bilden sich häufig nach den Wechseljahren. Diese Schleimhautveränderungen lassen sich unter anderem auf ein geschwächtes Immunsystem, falsche Intimhygiene und psychische Belastungen zurückführen. Zudem kann sich ein Polyp an der Gebärmutter infolge einer Infektion mit humanen Papillomaviren bilden.

 

Es kann durchaus sein, dass Ihr Gynäkologe die linsengroßen Polypen lediglich zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Oftmals sind die Schleimhautwucherungen nur wenige Millimeter groß. Die Formen der Gebärmutterpolypen reichen von gestielt über lappig bis kompakt. Manchmal enthalten sie drüsiges Gewebe oder Zysten. Die Chancen, dass sich lediglich ein Polyp in der Gebärmutter befindet, liegt bei etwa 80 Prozent.

 

Symptome von Polypen im Uterus

Da Polypen in der Gebärmutter in den meisten Fällen harmlos sind, treten bei vielen Frauen auch keine Beschwerden auf. Wenn doch Symptome auftreten, dann meist in folgenden Formen:

  • Geschwollener Unterbauch und Druckgefühl
  • Kolikartige Unterbauchschmerzen
  • Plötzlich schmerzhafte Monatsblutungen
  • Schmierblutungen außerhalb der normalen Regelblutungen
  • Schmierblutungen nach dem Sex
  • Schmierblutungen nach den Wechseljahren
  • Vermehrt schleimiger oder eitriger Ausfluss

Da diese Symptome allerdings auch auf eine andere Erkrankung hindeuten könnten, sollten Sie von einer Selbstdiagnose Abstand nehmen und lieber einen Gynäkologen kontaktieren.

 

Ursachen von Polypen in der Gebärmutter

Trotz fortschrittlicher Forschung bleiben die genauen Ursachen von Gebärmutterpolypen bis heute ein Rätsel. Bislang ist nicht eindeutig geklärt, warum Polypen im Uterus auftauchen. Da die Schleimhautwucherungen vor allem bei Frauen in den Wechseljahren auftreten, vermuten Mediziner, dass ein Ungleichgewicht zwischen den zwei weiblichen Geschlechtshormonen Gestagen und Östrogen Auslöser für die Gebilde sein könnte. Theoretisch können sich Polypen überall entwickeln, wo sich Schleimhaut befindet, also neben der Gebärmutter auch im Darm oder in der Nase. Einmal entwickelt, teilen sich Gebärmutterpolypen überdurchschnittlich häufig und wachsen tropfenförmig. Entzündungen im Bereich der Gebärmutter scheinen das Wachstum von Polypen im Uterus ebenfalls zu begünstigen.

 

Diagnose von Gebärmutterpolypen

Bei Ihnen treten ein oder mehrere der oben genannten Symptome auf? Dann sollten Sie dies Ihrem Gynäkologen mitteilen. Dieser wird bei Ihrem nächsten Termin zunächst eine Tastuntersuchung durchführen. Auf diese Weise stellt der Mediziner Polypen am äußeren Muttermund fest. In einem zweiten Schritt erfolgt eine Ultraschalluntersuchung der Scheide. Hierbei wird überprüft, inwieweit die Polypen aus dem Muttermund herausragen. Eine Videokolposkopie dient dazu, den Muttermund genauer zu betrachten und Abstriche zu entnehmen. Nicht unüblich ist auch eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie), da dieses Verfahren hilft, einen Polypen in der Gebärmutter genauer zu analysieren sowie zu bestimmen und beispielsweise von anderen Wucherungen wie Myomen zu differenzieren. Polypen in der Gebärmutter können bösartig sein, jedoch trifft dies lediglich auf 0,5 Prozent der Fälle zu. Daher brauchen Sie nicht beunruhigt sein, wenn Ihr Frauenarzt Ihnen mitteilt, dass man bei Ihnen in der Gebärmutter Polypen gefunden hat. Ganz selten bilden sich auf dem Boden der Polypen bösartige Tumore wie Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskrebs.

 

Behandlungen von Polypen im Uterus

Die Therapie von Gebärmutterpolypen hängt stark davon ab, wo sich die Schleimhautwucherungen befinden. Bei einem kleinen Polypen, der sich an der Oberfläche des Gebärmuttermundes gebildet hat, reicht beispielsweise eine Entfernung unter örtlicher Betäubung bereits aus. Bei größeren Wucherungen, die tiefer sitzen, oder wenn die Patientin Angst vor einem Eingriff hat, findet ein ambulanter Eingriff statt. Im Rahmen einer Hysteroskopie unter Vollnarkose untersucht der Arzt mit einem Lichtstab den Innenraum der Gebärmutter und entfernt die Polypen im Uterus. Es handelt sich bei einer Polyp-Gebärmutter-Ausschabung um eine Routineoperation, die in zehn bis fünfzehn Minuten bereits abgeschlossen ist. Im Gegensatz zu einem kleinen Eingriff unter örtlicher Betäubung wird die Hysteroskopie in einem Krankenhaus oder speziellen Operationszentrum durchgeführt.

 

Für eine Gebärmutter-Ausschabung erhalten Sie generell eine Krankschreibung. Nach der OP dürfen Sie erst dann das Krankenhaus verlassen, wenn der Arzt dies genehmigt. Patientinnen müssen über einen stabilen Gesamtzustand verfügen, wobei Autofahren oder die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln vermieden werden sollte. Lassen Sie sich lieber von Ihrem Partner/Ihrer Partnerin, Freunde oder Kollegen abholen. Ausreichend Ruhe mit mäßiger Bewegung, um den Kreislauf in Schwung zu bringen, ist in der Zeit nach dem Eingriff ratsam. Sollten in den ersten Tagen nach der Ausschabung leichte Blutungen auftreten, ist dies kein Grund zur Beunruhigung. Bei starken Schmerzen, intensiven Blutungen und Fieber sollten Sie jedoch unverzüglich einen Mediziner kontaktieren.

 

 

Beeinflussen Gebärmutterpolypen die Chancen auf eine Schwangerschaft?

Nur in wenigen Fällen beeinflussen Gebilde in der Gebärmutter die Fruchtbarkeit einer Frau. Ein kleiner Gebärmutter-Polyp hat meistens keinerlei Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit einer Frau. Sollte die Wucherung jedoch an einer ungünstigen Stelle entstanden sein, wie beispielsweise an der Verbindung zwischen Gebärmutter und Eileiter, dann kann die Empfängnisbereitschaft durchaus beeinträchtigt sein. Gebärmutterpolypen, welche am Gebärmutterhals auftauchen, können ein Zusammentreffen von Eizelle und Sperma ebenfalls verhindern und damit auch ein Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch sein. Wenn ein Polyp in der Gebärmutter die Einnistung einer Eizelle verhindert, muss dieser in jedem Fall operativ entfernt werden. Nach einem erfolgreichen Eingriff haben Sie – solange keine anderen Furchtbarkeitsprobleme vorliegen – beste Chancen, schwanger zu werden. Sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt, falls bei Ihnen Polypen aufgetaucht sind und Sie sich Ihren Kinderwunsch möglichst bald erfüllen möchten.

 

Schwanger trotz Gebärmutterpolypen

Ganz generell gilt: Ja, Sie können trotz Polypen in der Gebärmutter schwanger werden. Für Sie kommt eine medizinisch unterstützte Reproduktion, zum Beispiel in Form einer In-vitro-Fertilisation (IVF), infrage? Dann könnten Sie enorm von der Entfernung der Polypen in Ihrem Uterus profitieren. Nach dem Eingriff sind Ihre Chancen auf eine erfolgreiche Befruchtung nämlich doppelt so groß. Normalerweise setzen die Menstruationsblutungen nach der Gebärmutterausschabung nach vier bis acht Wochen wieder ein. Ärzte raten dazu, dass man nach der Operation bis zu drei Wochen auf Sex verzichtet, sodass die Gebärmutterschleimhaut in Ruhe heilen kann. Nach bis zu drei Monaten Geschlechtsverkehr mit Verhütungsmitteln sollten Sie und Ihr Partner es erneut mit einer Schwangerschaft versuchen. Wenn es mit dem Schwangerwerden auf dem natürlichen Wege nicht klappen sollte, stehen Ihnen eine ganze Reihe von medizinisch unterstützten Reproduktionsmaßnahmen zur Verfügung. Alle Informationen über IVF und ICSI erhalten Sie bei den IVI-Kliniken, die seit 1990 Experten im Bereich der Reproduktionsmedizin sind.

 

Wie Sie sehen, besteht bei der Diagnose von Gebärmutterpolypen zunächst kein Grund zur Sorge. Sollten die Schleimhautwucherungen nicht von allein verschwinden, berät Sie Ihr Gynäkologe über weitere Schritte und Eingriffe wie eine Gebärmutterausschabung. Polypen im Uterus müssen Ihrem Kinderwunsch nicht im Wege stehen. Informieren Sie sich bei IVI über die ganze Bandbreite an medizinisch unterstützten Reproduktionen. Insbesondere die IVF-Methode verspricht nach der Entfernung von Polypen eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit. Ob natürliche oder künstliche Befruchtung – erfüllen Sie sich Ihren Kinderwunsch ganz nach Ihrem persönlichen Zeitplan.

 

Fordern sie unverbindlich weitere informationen an:

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