23 August 2017

Zwei Wochen warten zehrt an den Nerven

Wenn man alles hinter sich hat: den Besuch in der Kinderwunschklinik, Anamnese, Diagnose, Informationen zur Behandlung, das Auflisten der Kosten, die Erstuntersuchung, die Hormonbehandlung und dann endlich den Tag der künstlichen Befruchtung – wenn die Pazienten also all das hinter sich haben, könnten sie sich entspannt zurücklehnen. Könnten, wenn nun nicht diese Phase käme, die die Geduld aller, die auf ein Wunschkind hoffen, auf eine harte Probe stellt. Wie groß die Anspannung in dieser Zeitspanne ist, davon zeugen mehrere Bezeichnungen: das Zwei-Wochen-Warte-Syndrom, Zwei-Wochen-Wartephase oder Zwei-Wartewochen. Zwei Wochen zwischen Embryonentransfer und der Bestätigung, dass es wirklich geklappt hat. Diese Achterbahn der Gefühle können wir von der Kinderwunschklinik Ihnen zwar nicht ersparen, aber wir können Ihnen ein paar Verhaltensregeln und Tipps mit auf den Weg geben, damit Sie die Wartezeit gut überstehen.

 

Kurz vor dem Embryonentransfer

Bevor es zum letzten Schritt der In-vitro-Fertilisation (IVF) kommt, werden Eizelle und Samen im Labor zusammengebracht. Grundsätzlich wird dabei der männliche Samen aufbereitet. Es kann sogar sein, dass die Intrazytoplasmatische Injektion, die ICSI, angewendet werden muss. Die ICSI-Kosten sind in der assistierten Reproduktion enthalten. Diese Technik wird nötig, falls die Spermien nicht beweglich genug sind, die Spermienanzahl zu gering ist oder Krankheitsgeschehen eine Rolle spielen. Sind all diese Faktoren ausgeschlossen, erfolgt die Befruchtung in vitro. Ist sie erfolgreich, wird der Embryonentransfer durchgeführt. Nach dem Transfer dauert es nun zwei bis drei Tage, bis sich der Embryo eingenistet hat.

 

Ganz normal weitermachen

Anschließend beginnt der sicherlich schwierigste Abschnitt während der gesamten Reproduktionsbehandlung: das Warten. Gerade darum sollten Sie es ruhig angehen lassen. Was aber nicht heißt, dass sie sich hinlegen müssen. Noch vor einigen Jahren war es üblich, dass den Patientinnen nach dem Embryonentransfer eine 24-stündige Bettruhe verordnet wurde. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Bettruhe nach der Behandlung weder vorteilhaft noch nötig ist. Dennoch ist es sinnvoll, sich körperlich ein wenig zu schonen. Also keinen Marathon laufen oder die Eiger Nordwand besteigen. Übermäßige körperliche Anstrengungen sind in dieser Situation fehl am Platz. Ansonsten können Sie so normal wie möglich leben. Haben Sie bisher gearbeitet, gibt es jetzt keinen Grund, es nicht zu tun. Es sei denn, Sie sind in einem Beruf aktiv, in dem Sie schwer heben oder tragen müssen (beispielsweise als Altenpflegerin); dann sollten Sie sich ein paar Tage freinehmen. Ansonsten ergibt es keinen Sinn, während dieser beiden Wochen den Schongang einzuschalten und sobald die Schwangerschaft bestätigt wurde, wieder ins Berufsleben zu starten. Wenn Sie also vorhaben, während der Schwangerschaft zu arbeiten, dann sollten Sie auch jetzt nicht damit aufhören.

 

Unbedingt Stress vermeiden

Ausgenommen, es ist Ihr ausdrücklicher Wunsch, diese beiden Wartewochen als Auszeit zu nutzen. Dann sollten Sie allerdings auf keinen Fall nur zu Hause sitzen und grübeln, wie das Ergebnis wohl ausfallen könnte. Dadurch wird die Frage, ob die Behandlung in der Kinderwunschklinik erfolgreich war, nicht schneller beantwortet. Sie dagegen setzen sich unnötig unter Stress. Wenn Sie sich also entscheiden, zuhause zu bleiben, überlegen Sie sich ein angenehmes Beschäftigungsprogramm. Lesen Sie Ihre Lieblingsbücher, schauen Sie Ihre Lieblingsfilme und verabreden Sie sich mit netten Menschen. Erzählen Sie übrigens nicht zu vielen Personen von ihrer Behandlung. Das führt nur dazu, dass ständig Fragen gestellt werden und Sie unnötig unter Druck geraten.

 

Frische Luft, Bewegung und Lachen

Tanken Sie viel frische Luft. Auch etwas Sport schadet keineswegs. Gegen Radfahren, Schwimmen oder Walken ist nichts einzuwenden, immer vorausgesetzt, Sie sind im Training und fangen nicht jetzt erst an. Hilfreich sind auch Meditationsübungen, die gleichzeitig die Nervosität dämpfen. Damit Ihr emotionales Gleichgewicht nicht aus den Fugen gerät, helfen alternative Therapien, wie etwa Kinesiologie. Oder probieren Sie eine Lachtherapie aus. Beim Lachen werden psychologische Spannungen gelöst und Endorphine ausgeschüttet, die den Stress lindern. In diesen zwei Wochen können sie sich auch ausgiebig mit dem Thema Ernährung befassen, die möglichst vitamin- und nährstoffreich sein sollte. Pizza und Co. werden verbannt, denn fällt die Benachrichtigung aus der Kinderwunschklinik positiv aus, werden ohnehin nur noch gesunde Lebensmittel Ihre Schwangerschaft begleiten. Kaffee, Alkohol und roher Fisch sind künftig tabu.

 

Keine Panik bei Schmerzen

Es ist zwar verständlich, dass Sie nach körperlichen Anzeichen einer Schwangerschaft forschen. Aber Sie sollten immer im Hinterkopf behalten, dass die Mehrzahl der Frauen keinerlei Symptome zeigt. Wenn bei Ihnen die klassische Morgenübelkeit fehlt, heißt das noch lange nicht, dass die Behandlung fehlgeschlagen ist. Geraten Sie auch nicht in Panik, falls Schmerzen oder Blutungen, oder beides, auftreten. Auch Koliken, Schwindelanfälle oder Stiche können Sie plagen. Das aber ist nach einem Embryonentransfer normal und kommt in dieser frühen Phase häufig vor. Die Beschwerden sind meist eine Folge der Hormonbehandlung. Eine Blutung ist daher keineswegs ein Indiz für einen Abgang. Auch wenn Sie ungeduldig auf das Ergebnis warten, sollten Sie keinesfalls einen Schwangerschaftstest vor Ablauf der zwei Wochen machen. Der Test kann, wenn er zu früh durchgeführt wird, negativ ausfallen. Diese Enttäuschung, die gar keine ist, sollten Sie sich ersparen.

 

Sex ja oder nein?

Zu den häufigsten Fragen, die uns in unserer Klinik gestellt werden, gehört die nach dem Sexualleben nach der Embryonenübertragung. Je nach der Art der In-vitro-Fertilisation (IVF) fällt die Antwort unterschiedlich aus. So ist es ratsam, bei einer IVF mit eigenen Eizellen eine Woche lang auf den Geschlechtsverkehr zu verzichten. Der Grund ist ebenso einfach wie einleuchtend: Bei dieser Art der Reproduktionsbehandlung fällt die Stimulation der Eierstöcke durch die Hormonbehandlung sehr stark aus, und sie vergrößern sich dadurch enorm. Das wiederum kann beim Geschlechtsverkehr zu heftigen Schmerzen führen. Daher ist es sinnvoll, eine Woche lang die vaginale Penetration zu vermeiden. Anders sieht es bei der IVF mit fremden Eizellen oder bei der Übertragung eingefrorener Embryonen aus. Hier besteht keine Gefahr von Schmerzen, sodass dem Sex mit dem Partner nichts im Wege steht.

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