27 Dezember 2017

Die Probleme mit der Fertilität ab 40

Die Fertilität einer Frau ist begrenzt. Das ist nichts Neues. Viele Frauen mit Kinderwunsch machen sich allerdings nicht klar, wie rasch die Möglichkeit, schwanger zu werden, abnimmt. Die Fruchtbarkeit der Frau ist ein biologischer Prozess, genau wie viele andere auch. Und diesen kann man anhand der sogenannten Gauß-Verteilung recht einfach erklären. Dazu muss man sich ein umgekehrtes U vorstellen. Während die Kurve sehr flach beginnt, steigt sie steil an, verharrt kurz auf einem Höhepunkt, um dann ebenso steil wieder abzufallen. Das ist die Fertilitätskurve der Frau, die mit etwa Mitte 20 bis Anfang 30 ihr Maximum erreicht. Danach fängt die biologische Uhr zu ticken an. Je lauter sie tickt, desto intensiver wird häufig der Kinderwunsch. Aber für viele ist der Zeitpunkt aus unterschiedlichen Gründen einfach noch zu früh. Sei es, dass der Karriere der Vorzug gegeben wird, dass der passende Partner fehlt oder man noch ein paar Jahre im Ausland plant. So wird der Termin immer wieder hinausgezögert, bis es dann zu spät ist.

 

Faktoren, die eine Schwangerschaft erschweren

 

Ohne Frage gibt es Beispiele von Frauen, die mit Ende 30 oder Anfang 40 noch schwanger geworden sind. Doch das ist keineswegs gesichert und der Erfolg einer Schwangerschaft gleicht in diesem Alter einem Lotteriespiel. Die Empfängnisfähigkeit nimmt ab dem 35. Lebensjahr ab und wird nach dem 45. äußerst unwahrscheinlich. Denn es gibt einfach zu viele Faktoren, die es einer Frau ab 40 schwer machen, ein Baby zu bekommen. Hier sind einige der wichtigsten:

 

  • Die Anzahl funktionsfähiger Follikel in den Eierstöcken nimmt ab.
  • Die Qualität der Eizellen sinkt.
  • Es gibt immer weniger überlebensfähige Eizellen.
  • Eine drastische Abnahme von Eizellen, falls die Menopause früh eintritt.
  • Die Gebärmutterschleimhaut kann sich so verändern, dass sie für eine befruchtete Eizelle zu dünn wird.
  • Der Scheidenausfluss kann zu dickflüssig und damit für Spermien schwer zugänglich werden.
  • Chronische Krankheiten wirken sich negativ auf die Fruchtbarkeit aus. Leber- und Nierenerkrankungen beeinträchtigen beispielsweise die Hypophyse, die Schaltzentrale für Hormone, unter anderem für Schwangerschaftshormone. Funktionsprobleme der Schilddrüse behindern häufig den Eisprung.
  • Krankheiten der Fortpflanzungsorgane, die nicht richtig behandelt wurden, wie etwa eine Endometriose, Chlamydien oder das Polyzystische Ovarsyndrom.

 

Auch Männer sind nicht ewig fruchtbar

 

Männer haben es dagegen leichter, denn die Natur hat ihnen kein wirkliches Alterslimit gesetzt. Das beweisen so manche, die mit 70 oder 80 Jahren noch stolze Väter werden. Was aber eher Zufällen zu verdanken ist, denn auch die männliche Fruchtbarkeit währt nicht ewig. Sie bleibt zwar bis zum Alter von etwa 35 Jahren konstant, nimmt aber bis zum 40. Lebensjahr um rund 40 % ab. Auch Qualität und Quantität der Spermien werden schlechter. Unfruchtbarkeit ist also keineswegs reine Frauensache, sie ist sogar prozentual gesehen gleich verteilt. 30 % der Ursachen liegen aufgrund zu früh einsetzender Menopause, Fehlfunktionen der Eileiter, Anomalien von Gebärmutter oder Gebärmutterschleimhaut oder Ovulationsproblemen bei der Frau. Die zweiten 30 % sind beim Mann zu suchen. Hier sind es vor allem Störungen im Hodenbereich, Prostataerkrankungen, Ejakulations- und Erektionsstörungen, Samenleiterverschluss, Spermienveränderung. In 20 % der Fälle liegt eine Kombination der Ursachen bei beiden Partnern vor. Und bei weiteren 20 % bleiben die Ursachen im Dunkeln.

 

Unfruchtbarkeit durch Tests ermitteln

 

Die Problematik der Unfruchtbarkeit kennen unsere Experten in den IVI-Kinderwunschkliniken. Wir wissen auch, dass die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft nach dem 40. Lebensjahr unter 10 % liegt. Eine ärztliche Kontrolle ist daher im fortgeschrittenen Alter empfehlenswert, wenn sich nach sechs Monaten Geschlechtsverkehr noch keine Schwangerschaft eingestellt hat. Um eine Unfruchtbarkeit zu diagnostizieren, werden bei uns umfassende Untersuchungen mit beiden Partnern durchgeführt. Bei Frauen werden die basalen Hormone untersucht. Ein Ultraschall wird ebenso gemacht wie eine Hysterosalpingographie. Mit diesem Untersuchungsverfahren werden Gebärmutter und Eileiter untersucht. Für eine abschließende Diagnose wird zur Ermittlung der Samenqualität des Mannes ein Spermiogramm erstellt. Die Ergebnisse zeigen, ob es sich um eine Unfruchtbarkeit der Frau oder des Mannes handelt oder ob sie bei beiden vorliegt.

 

Trotzdem ist der Kinderwunsch nicht aussichtlos

 

Zwar ist die Diagnose Unfruchtbarkeit ein schwerer Schlag für Paare, bedeutet aber trotzdem nicht, dass sie sich von ihrem Kinderwunsch verabschieden müssen. 90 % der Patientinnen unserer Kinderwunschkliniken können nach einer assistierten Reproduktion ein Baby im Arm halten. Das ist zum einem unseren hoch spezialisierten Experten, zum anderen dem Einsatz neuester Technologien und innovativer Behandlungsmethoden zu verdanken: von der klassischen In-vitro-Fertilisation (IVF) über die Intrazytoplasmatische Injektion (ICSI) bis hin zur Samen- und Eizellspende. Für über 40-jährige Frauen mit einem Fruchtbarkeitsproblem ist gerade die Eizellspende eine der erfolgreichsten Möglichkeiten, den Traum vom Wunschbaby Realität werden zu lassen. Die Eizellspende im Ausland ist dabei der einzige Weg, da sie in Deutschland nicht erlaubt ist.

 

Eine Eizellspende kann den Traum von einem Baby wahr werden lassen

 

Für die Ärzte unserer Kinderwunschkliniken gehört die Eizellspende zum medizinischen Alltag. Da dieses Verfahren bereits 1988 gesetzlich genehmigt wurde, können wir auf eine jahrzehntelange Erfahrung zurückblicken und entsprechende Erfolge vorweisen. Insbesondere für Frauen, die aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters mit Fertilitätsproblemen zu kämpfen haben, ist die Eizellspende im Ausland in der Regel die letzte Möglichkeit, ein Kind zu bekommen. Die Behandlung kann entweder mit dem Samen des eigenen Partners erfolgen, oder man greift auf Spendersamen zurück. Das wird vor allem dann gemacht, wenn bei Männern die Spermien fehlen oder wenn Erbkrankheiten vorliegen, die am Embryo nicht untersucht werden können. Auch bei einer Übertragungsgefahr von Geschlechtskrankheiten wird man Spendersamen den Vorzug geben.

 

In beiden Fällen, ob eigener Samen oder Samenspende, sind die Vorbereitungen für eine Eizellspende in Spanien identisch. Die Empfängerin der Eizelle muss sich einer hormonellen Stimulation unterziehen. Unterdessen wird nach einer geeigneten Spenderin gesucht. Da wir über die größte Eizellbank der Welt verfügen, sind wir in der Lage, eine Spenderin auszuwählen, deren Phänotyp der Empfängerin am nächsten kommt. Sobald die geeignete Eizelle vorliegt, wird der Tag der Befruchtung festgelegt. Am selben Tag werden auch die Samenzellen entnommen. Ob eigene Spermien oder Spendersamen, sie werden im Labor aufbereitet, um ungeeignete Zellen auszusortieren. So ist sichergestellt, dass nur die besten Spermien eingesetzt werden. Eizellen und Spermien werden entweder in vitro befruchtet oder mittels Mikroinjektion der Spermien direkt in die Eizellen. Nach erfolgter Befruchtung bleiben die Embryonen im Labor. Nach fünf Tagen erfolgt der Embryotransfer.

 

Sind aus der Befruchtung mehrere Embryonen hervorgegangen, wird der Rest vitrifiziert. Sollte der erste Transfer missglücken, steht sofort ein weiterer Embryo zur Verfügung. Auch kommt es nicht selten vor, dass sich Paare nach geglückter Schwangerschaft mittels einer Eizellspende noch ein zweites Kind wünschen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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