14 September 2018

ICSI/IVF und Endometriose

ICSI/IVF und Endometriose

 

Während der Regelblutung leiden Sie unter extrem starken Bauchschmerzen und Sie werden einfach nicht schwanger? Dies könnte ein erstes Anzeichen von Endometriose sein. Hierbei siedelt sich Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) bzw. der Gebärmutterschleimhaut ähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter an und sorgt für chronisch auftretende Krämpfe. Oftmals wird eine Endometriose jedoch gar nicht oder lediglich zufällig diagnostiziert. Dabei ist sie eine der häufigsten Ursachen eines unerfüllten Kinderwunsches. Obwohl die Erkrankung bei bis zu 60 Prozent aller Frauen für Komplikationen bei der Befruchtung sorgt, müssen Sie sich selbst bei fortgeschrittener Endometriose nicht von Ihrem Kinderwunsch verabschieden. Techniken wie die In-vitro Fertilisation (IVF) und Intrazytoplasmatische Injektion (ICSI) helfen sogar Paaren mit weitreichenden Fortpflanzungsstörungen. In diesem Beitrag informieren wir Sie über die Erkrankung und erklären Ihnen, mit welchen Maßnahmen Sie Ihrem Kinderwunsch trotz Endometriose-Diagnose näherkommen. Hierzu gehen wir in erster Linie auf die medizinisch unterstützte Reproduktion in Form von IVF und ICSI ein.

 

Endometriose – eine oftmals unentdeckte Krankheit

 

Die gute Nachricht zuerst: Bei Endometriose handelt es sich um eine gutartige Erkrankung. Hinsichtlich der Endometriose-Ursachen hat die Forschung bis heute keine eindeutigen Antworten gefunden. Eine Theorie ist die der umgekehrten Menstruation, eine andere geht davon aus, dass sich die Zellen von vornherein außerhalb der Gebärmutter entwickeln. Viele Frauen bemerken bzw. wissen gar nicht, dass sie zum Kreis der Betroffenen gehören. Wie viele Frauen tatsächlich mit der Krankheit leben, kann nicht genau gesagt werden, da viele Krankheitsverläufe beschwerdefrei sind und nicht diagnostiziert werden.

 

Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass etwa 10 Prozent aller Frauen von Endometriose betroffen sind. Mit circa 40 000 Neuerkrankungen in Deutschland pro Jahr ist sie eine der häufigsten Ursachen von weiblicher Unfruchtbarkeit. Kurz zusammengefasst beeinflusst die Krankheit die Qualität von Eizellen und Eileitern, weshalb sich eine Befruchtung schwieriger als bei gesunden Frauen gestaltet. Der hormonelle Zyklus hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Erkrankung. Da sich mit Beginn der Wechseljahre die Hormone im weiblichen Körper reduzieren, gehen Ärzte davon aus, dass sich dann auch die Krankheitsherde zurückbilden und sich die Endometriose-Schmerzen mildern.

 

Die unterschiedlichen Formen von Endometriose

Sowohl die Ausprägungen als auch die möglichen Folgen für einen Schwangerschaftswunsch variieren bei jedem Krankheitsfall. Je nachdem, an welchen Organen sich das Gebärmuttergewebe ansiedelt, unterscheidet man zwischen drei unterschiedlichen Formen von Endometriose:

  • Endometriosis genitalis externa: Bei dieser Form ist der Genitalbereich außerhalb der Gebärmutter betroffen. Das Gewebe befindet sich beispielsweise auf der Gebärmutter, an der äußeren Gebärmutterwand, zwischen Mastdarm und Gebärmutter, den Eierstöcken, Eileitern oder an der Scheide.
  • Endometriosis genitalis interna: Bei der häufigsten Form von Endometriose befinden sich die Herde zwar in der Gebärmutter, aber außerhalb der eigentlichen Gebärmutterschleimhaut. Auftreten kann das Gewebe unter anderem in der Gebärmuttermuskulatur.
  • Endometriosis extragenitalis: Bei der seltensten Form der Endometriose sind weder Gebärmutter selbst noch andere Geschlechtsorgane betroffen. Das Gewebe setzt sich an anderen Organen wie Bauchfell, Darm, Harnblase oder sogar der Lunge fest.

 

Erster Schritt zum Kinderwunsch: Endometriose-Diagnostik

Ob eine Patientin an Endometriose leidet, ist nicht immer leicht festzustellen. Da Frauen mit dieser Krankheit tendenziell geringere Chancen haben, schwanger zu werden, ist eine ausführliche Untersuchung unumgänglich. Kontaktieren Sie am besten einen Mediziner, falls Sie seit geraumer Zeit trotz reger Bemühungen nicht schwanger werden und an den folgenden Endometriose-Symptomen leiden:

  • Schmerzhafte Regelblutungen, die chronisch auftreten
  • Schmerzen im Unterbauch, vor allen in der zweiten Zyklushälfte
  • Zwischenblutungen
  • Bauch- und Rückenschmerzen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Blut im Stuhl oder Urin bzw. Schmerzen beim Stuhlgang oder Wasserlassen
  • Blasen- oder Darmbeschwerden
  • Schmerzen bei gynäkologischen Untersuchungen
  • Unerfüllter Kinderwunsch

 

Endometriose und IVF

Sollte Ihr Endometriose-Test positiv ausfallen, bedeutet dies keinesfalls, dass Sie keine Kinder bekommen können. Wir bieten Ihnen gleich mehrere Optionen einer medizinisch unterstützten Reproduktion. Zunächst sollten wir kurz klären, was eine In-vitro-Fertilisation (IVF) überhaupt ist. Diese Art der Befruchtung erfordert zunächst eine Hormonbehandlung seitens der Frau, bevor in einem zweiten Schritt Eizellen entnommen werden. Im Labor werden dann weibliche und männliche – entweder die des Partners oder eines Spenders – zusammengeführt. Der letzte Schritt der Befruchtung geschieht selbstständig, ohne fremde Einwirkung. Nach erfolgreicher Befruchtung, die in einigen Fällen erst nach einigen Wochen geschieht, werden der bzw. die Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt. In diesem Video erhalten Sie einen ersten Eindruck der IVF-Methode.

 

ICSI bei Endometriose

Bei einer Intrazytoplasmatischen Injektion (ICSI) handelt es sich ebenfalls um eine Form der medizinisch unterstützten Reproduktion, die nicht im Körper der Frau stattfindet. Man könnte von einer Weiterentwicklung der IVF sprechen, denn bis auf die Methode der Befruchtung sind beide reproduktionsmedizinische Techniken nahezu identisch. Bei einer ICSI wird das Spermium direkt in die Eizelle injiziert. Ärzte schlagen diese Technik vor allem dann vor, wenn der Mann unter Unfruchtbarkeit leidet. Doch auch Frauen mit Endometriose, insbesondere mit fortgeschrittenem Krankheitsverlauf, wird diese Technik ans Herz gelegt.

 

Endometriose: Kinderwunsch trotz Krankheit

Bei einem bislang unerfüllten Kinderwunsch können für Sie sowohl die IVF-Technik als auch ICSI als Behandlung in Frage kommen. Wenn Sie positiv auf Endometriose getestet wurden und Probleme beim Schwangerwerden haben, ist es auf jeden Fall hilfreich, einen Termin in einer unserer IVI-Klinken zu vereinbaren. Welche Reproduktionstechnik in Kombination mit einer Endometriose-Therapie für Ihren individuellen Fall die beste Option ist, entscheidet ein Arzt nach einer ausführlichen Analyse Ihres Krankheitsbildes. Mehr über die unterschiedlichen Krankheitsstadien erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

 

Behandlungsoption je nach Krankheitsstadium

Bevor Sie sich Gedanken um eine medizinisch unterstützte Reproduktion machen, sollten Sie sich in einem Endometriosezentrum beraten lassen. Um die geeignete Endometriose-Behandlung für eine Frau zu finden, wird in einem ersten Schritt das Stadium der Endometriose bestimmt. Hinsichtlich der Schwere unterscheidet die Weltgesundheitsorganisation die folgenden vier Stadien:

 

  1. Stadium (gering): Herde sind kleiner als 5 mm und treten im kleinen Becken oder an der Portio (Übergang von Gebärmutterhals zur Scheide) auf. Die Eileiter sind nicht betroffen.
  2. Stadium (leicht): Die Krankheitsherde sind größer als 5 mm und tauchen im kleinen Becken, an der Portio, an der Harnblase, im Douglas-Raum, in den Ovarien oder Tuben (mit Verengung) auf.
  3. Stadium (mittelschwer): EndometrioseAnzeichen dieses Stadiums sind unter anderem Schokoladenzysten der Ovarien, Herde am Tubenwinkel und Knoten im Bandapparat der Gebärmutter.
  4. Stadium (schwer): In diesem Stadium siedeln sich die der Gebärmutterschleimhaut ähnlichen Zellen außerhalb der Geschlechtsorgane an. Krankheitsherde tauchen im Abdomen, seltener auch in der Lunge, im Leistenkanal oder im Gehirn auf.

 

Behandlung von Endometriose steigert Erfolg von IVF und ICSI

Bevor Sie sich in einer unserer IVI-Kliniken über medizinisch unterstützte Reproduktion  informieren, sollten Sie einen Endometriose-Spezialisten aufsuchen, um die für Ihren Fall vielversprechendste Behandlung zu finden. Eine Kombination aus operativer Entfernung der Krankheitsherde und Medikamenten erweist sich oftmals als effektivste Maßnahme. Hinzu kommen alternative sowie neue Therapieformen, für die immer wieder klinische Testverfahren und Studien durchgeführt werden. Nach einer erfolgreichen Endometriose-Behandlung steigen die Chancen, mit dem IVF- oder ICSI-Verfahren schwanger zu werden.

 

Ist ein chirurgischer Eingriff vor IVF oder ICSI immer notwendig?

Im Laufe einer Endometriose-Erkrankung kann es zu Verwachsungen oder Verklebungen der Eileiter kommen, was die Eizelle daran hindert, in die Gebärmutter zu wandern. Wer an diesen Endometriose-Symptomen leidet, kommt wahrscheinlich nicht um einen operativen Eingriff herum, um möglichst gute Erfolgschancen bei einer medizinisch unterstützten Reproduktion wie IVF oder ICSI zu haben. Bei den meisten Operationen werden die Krankheitsherde im Rahmen einer Laparoskopie (Bauchspiegelung) entfernt. In den meisten Fällen ist nach einer Operation die Einnahme von Medikamenten notwendig, um eine Wiedererkrankung zu verhindern. Bei Endometriose, welche weder Eierstöcke noch Eileiter betrifft, kann bis dato nicht nachgewiesen werden, ob die Krankheit in diesem Fall Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit der Frau hat. Daher ist ebenfalls nicht sicher, ob eine Endometriose-OP in diesem Fall im Hinblick auf eine gewünschte Schwangerschaft notwendig ist.

 

Auswirkungen von Endometriose-Medikamenten auf den Erfolg von IVF und ICSI

Gängige Schmerzmittel, die zur Therapie eingesetzt werden, können zu den gleichen Symptomen wie Endometriose selbst führen, unter anderem zu Bauchschmerzen. Vorsicht ist insbesondere bei Einnahme von hormonellen Mitteln ratsam. Diese wirken meistens stärker als die Pille. GnRH-Analoga können beispielsweise zu einem Östrogenmangel führen, welcher die Fruchtbarkeit einer Frau beeinflusst. Jedoch sollte jeder Fall für sich untersucht werden. In einem Beratungsgespräch besprechen Sie mit unseren Spezialisten, welche Befruchtungsmaßen am besten zu Ihnen passen.

 

Bei Ihnen wurde Endometriose diagnostiziert und Sie wollen sich Ihren Wunsch nach einem Kind dennoch erfüllen? Dann könnte eine medizinisch unterstützte Reproduktion in Form von IVF oder ICSI die Lösung für Sie sein. Unsere Spezialisten in den IVI-Kliniken beraten Sie gerne über Befruchtungsoptionen bei Endometriose. Einen Termin können Sie ganz einfach über unsere Website oder telefonisch vereinbaren.

 

 

 

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