1 Februar 2017

PCOS und Schwangerschaft – Teil 1

PCOS, das polyzystische Ovarialsyndrom, ist eine der häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit.
Es kann tatsächlich eine Herausforderung darstellen, wenn es darum geht, schwanger zu werden, oder wenn mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Probleme während der Schwangerschaft zu rechnen ist. Nichtsdestotrotz bringen Frauen mit PCOS jeden Tag gesunde Babys zur Welt. Hier erklären wir dir, was du wissen musst, um deinen Chancen einer Schwangerschaft zu maximieren und ein gesundes Baby zur Welt zu bringen.

Was ist das polyzystische Ovarialsyndrom?

PCOS (auch bekannt als PCO-Syndrom) ist eine hormonelle Störung, bei der Frauen einen Androgenüberschuss produzieren. Obwohl diese manchmal als „männliche Hormone“ bezeichnet werden, bilden sowohl Männer als auch Frauen Androgene. Bei Männern kommen sie in höherer Menge vor und sind wichtig für die sexuelle und reproduktive Funktionsfähigkeit des Mannes. Androgene sind auch verantwortlich für Veränderungen des männlichen Körpers, wie etwa das Wachsen von Haaren im Gesicht und am Körper, Stimmbruch oder Aufbau von Muskelmasse. Bei den Frauen sind Androgene in erster Linie dazu da, in Östrogene umgewandelt zu werden.
Die Eizellen der Frau wachsen in Follikeln, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen in den Eierstöcken. Jeder Follikel enthält eine unreife Eizelle. Während eines normalen Menstruationszyklus reift der Follikel bis zu einer Größe von 18-28 mm Durchmesser heran. Er ist dann bereit, sich zu öffnen und die reife Eizelle herauszulassen – das ist der Eisprung -, gefolgt 14 Tage später von der Periode, wenn die Frau nicht schwanger geworden ist. Wenn die Frau jedoch unter PCOS leidet, hindert der erhöhte Androgenspiegel die Follikel daran, sich zu öffnen und die Eizellen zu entlassen, was eine unregelmäßige oder ausbleibende Periode zur Folge hat. Diese verschlossenen Follikel verbleiben in den Eierstöcken als Zysten.

Wodurch wird das polyzystische Ovarialsyndrom verursacht?

Wir kennen die genauen Ursachen für PCOS nicht, aber es gibt bestimmte Faktoren, die mit der Störung in Beziehung zu stehen scheinen:
• Die genetische Komponente. Wenn jemand anderes aus deiner Familie darunter leidet, gibt es für dich ein höheres Risiko, auch von PCOS betroffen zu sein.
• Insulinüberschuss. Viele Frauen mit PCOS zeigen eine Insulinresistenz. Insulin ist das Hormon, das dabei hilft, den Blutzucker zu speichern und abzubauen. Das bedeutet, dass diese Frauen eine höhere Menge an Insulin brauchen, um ihre normalen Blutzuckerwerte zu halten. Diese hohen Insulinwerte wiederum erhöhen die Produktion von Androgenen.
• Übergewicht. Es ist nicht klar, was was verursacht, aber für Frauen mit Übergewicht besteht ein höheres Risiko, an PCOS zu erkranken. Andererseits haben Frauen mit PCOS eine erhöhtes Risiko, übergewichtig zu sein.
• Chronische Entzündungen. Entzündungen sind das Ergebnis von Infektionen, bei denen weiße Blutkörperchen Substanzen produzieren, um die Infektion zu bekämpfen. Frauen mit PCOS zeigen vielfach chronische Entzündungsprozesse, welche die polyzystischen Eierstöcke zur Produktion von Androgenen anregen.
• Hormonelle Schwankungen. Gewisse hormonelle Schwankungen sind bei Frauen mit PCOS üblich. Darunter:

o ein höherer Testosteronspiegel
o ein höherer Spiegel des Hormons, das den Eisprung anregt (luteinisierendes Hormon – LH).
o ein niedriger Spiegel des Sexualhormon-bindenden Globulin (SHBG)- ein Protein im Blut, das Testosteron bindet und seine Wirkung mindert.
o bei einigen Frauen mit PCOS ein erhöhter Prolaktinspiegel – ein Hormon, das die Brustdrüsen zur Milchproduktion anregt.

Was sind Vorzeichen und Symptome des polyzystischen Ovarialsyndroms?

PCOS zeigt eine Vielzahl von Symptomen, das häufigste ist eine unregelmäßige oder ausbleibende Periode. Aber viele Frauen, die die folgenden Symptome an sich selbst erfahren, haben kein PCOS. Deswegen ist es wichtig, deinen Arzt zu konsultieren, wenn einige dieser Probleme auftreten. Er kann Tests durchführen und feststellen, ob du tatsächlich an PCOS leidest.

PCOS-Symptome sind:

Unregelmäßige oder ausbleibende Periode. Die medizinischen Fachausdrücke dafür sind Oligomenorrhoe bzw. Amenorrhoe.
Fettige Haut oder Akne.
Dunkle Hautstellen. Vor allem am hinteren Hals und, seltener, in den Achselhöhlen oder der Leistengegend. Dieses Symptom ist auch als Acanthosis nigricans bekannt.
• Vermehrtes Haarwachstum (Hirsutismus) im Gesicht, auf der Brust oder auf dem Bauch. Das kann im Teenageralter oder in den frühen Zwanzigern beginnen und mit den Jahren zunehmen.
Gewichtszunahme oder große Mühe bei der Gewichtsabnahme. In einigen Fällen
Übergewicht.
Ausdünnendes Haar, besonders am Scheitel.
Typ-2-Diabetes. In vielen Fällen zeigen Frauen mit PCOS Insulinresistenz, die Komplikationen verursachen kann: Mehr als die Hälfte der Frauen mit PCOS entwickeln eine Typ-2-Diabetes (Insulinresistenz) oder eine Prädiabetes (Glukosetoleranzstörung).
Herz-Kreislauf-Störungen wie Bluthochdruck oder einen hohen Cholesterinspiegel.
Starke vaginale Blutungen: Während der zwei Wochen nach dem Eisprung produzieren die Eierstöcke Progesteron, das Gelbkörperhormon. Danach sinkt der Progesteronspiegel und die Gebärmutterschleimhaut wird mit der normalen Periode abgestoßen. Frauen ohne Eisprung produzieren kein Progesteron, weshalb es zu einer Verdickung der Gebärmutterschleimhaut kommen kann, was wiederum zu starken und langen Blutungen führt.
• Vielfache winzige Zysten in den Eierstöcken, die im Ultraschall sichtbar werden.
Beckenschmerzen
Affektive Störungen wie Ängste, Depression und/oder Schlafapnoe (zeitweiser Atemstillstand während des Schlafs)

Wie wird das polyzystische Ovarialsyndrom behandelt?

Es gibt keine vollständige Heilung, aber die Symptome können gelindert werden. Der Arzt wird die angemessenste Behandlung gemäß den individuellen Umständen jeder Frau verordnen. Häufige Behandlungsmethoden sind:

 Änderungen des Lebensstils

  •  Ernährungumstellung: Aufgrund der Insulinresistenz haben einige Frauen mit PCOS
    Probleme mit ihrem Blutzuckerspiegel. Die Zuckerwerte sollten regelmäßig gemessen werden. Generell wichtig ist eine gesunde Ernährung und regelmäßige sportliche Aktivität. Eine Studie der Columbia University von 2014 fand heraus, dass Zimt dabei hilft, die Insulinwerte zu regulieren und auch eine Regulierung der Menstruation unterstützen kann.
  • Gewichtskontrolle: Gewichtszunahme und Übergewicht werden mit PCOS in Verbindung gebracht. Übergewicht ist einer der Hauptgründe für Fruchtbarkeitsprobleme bei Frauen mit PCOS, da dadurch hormonelle Schwankungen ausgelöst werden können, die sich auf die Eierstöcke auswirken.

Nicht jede Frau mit PCOS hat Übergewicht, aber wenn du es hast, kann die Senkung deines Body-Mass-Indexes deine Chance schwanger zu werden signifikant erhöhen. Ein gesundes Körpergewicht hilft dabei, Hormonschwankungen zu vermeiden und deine Insulinwerte zu senken. In vielen Fällen ist dies ausreichend, um wieder den Eisprung auszulösen. Aber auch wenn das nicht der Fall sein sollte, hilft eine Gewichtsabnahme immer bei der Kinderwunschbehandlung.

Medikamente und andere Behandlungsmethoden

Es gibt eine Bandbreite von Behandlungen, die Ärzte verordnen können. Die Wahl ist abhängig von deinen Zielen und Symptomen:

  • Solltest du nicht schwanger werden wollen, kann die Einnahme der Pille eine gute Möglichkeit darstellen. Wenn du keinen Eisprung hast, kann der gestörte Progesteronspiegel starke Blutungen verursachen. Das Fehlen von Progesteron über einen langen Zeitraum kann eine Endometriumhyperplasie (vergrößerte Gebärmutterschleimhaut) provozieren, die in seltenen Fällen zu einer Krebserkrankung der Gebärmutterschleimhaut führen kann. Die Antibabypille kann das fehlende Progesteron bereitstellen und bei der Regulierung deiner Periode und der Senkung des Androgenspiegels helfen.
  • Wenn du an Insulinresistenz leidest, können Medikamente dabei helfen, deine Toleranz gegenüber dem Insulin zu verbessern. Das bekannteste ist der Arzneistoff Metformin.
  • Wenn du die Periode unregelmäßig bekommst und Schwierigkeiten dabei hast,
    schwanger zu werden, wird die Behandlung darauf angelegt sein, den Eisprung
    auszulösen. Dafür gibt es verschiedene Optionen.

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