13 September 2021

Tag der Endometriose

Endometriose
Vom Redaktionsausschuss im IVI Blog

Endometriose ist eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen. In Deutschland erkranken jährlich rund 40.000 Frauen an Endometriose. Die Beschwerden können sich im schlimmsten Fall auf die weibliche Fruchtbarkeit auswirken. 40 bis 60 Prozent aller Frauen mit einem unerfüllten Kinderwunsch leiden an der Erkrankung. Jede Patientin hat einen ganz individuellen Krankheitsverlauf, aber viele Frauen mit Endometriose klagen über extreme Schmerzen, vor allem in der zweiten Hälfte ihres Monatszyklus. Am 29. September ist Tag der Endometriose – ein Tag, der die oftmals unentdeckte Krankheit ins Zentrum der Aufmerksam rückt. In diesem Beitrag erfahren Sie, was Endometriose ist, welche Anzeichen und Symptome die Krankheit haben kann und welche Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen. Zudem klären wir die Frage, ob Frauen mit Endometriose schwanger werden können.

 

Tag der Endometriose 2021

Diverse Vereine und Institutionen feiern jedes Jahr am 29. September den Tag der Endometriose und verfolgen damit ein gemeinsames Ziel: mehr Aufmerksamkeit für die Erkrankung zu schaffen. Mithilfe von (Online-)Veranstaltungen, Vorträgen und Newslettern wird über die bis heute teilweise noch unbekannte Krankheit aufgeklärt und beraten. Auch Social Media spielt eine wichtige Rolle beim Austausch zwischen betroffenen Frauen, medizinischen Experten und Veranstaltern des Tages der Endometriose. Sie leiden an Endometriose? Dann können Sie dazu beitragen, dass mehr Frauen von der Erkrankung erfahren. Teilen Sie Ihre Erfahrungsberichte in den sozialen Netzwerken, indem Sie den Hashtag #wirsindendo nutzen oder verbreiten Sie Schilderungen von anderen Patientinnen.

 

Was ist Endometriose?

Endometriose ist eine Krankheit, die sich negativ auf die weibliche Fruchtbarkeit auswirken kann. Bei betroffenen Patientinnen siedelt sich Gebärmutterschleimhaut in Form von Zysten und Entzündungen außerhalb der Gebärmutter an. Diese sogenannten Endometrioseherde tauchen dann auch im äußeren Bereich der Gebärmutter, an den Eierstöcken, im Darm oder Bauchfell auf. Bei manchen Frauen kommt es sogar zu Ansiedlungen in Organen außerhalb des Bauchraums wie den Lungen. Obwohl sich die Schleimhaut außerhalb der Gebärmutter befindet, durchläuft sie dennoch den monatlichen Zyklus und wird hormonell gesteuert. Dies bedeutet, dass sich die Endometrioseherde zu Beginn des Zyklus aufbauen und am Ende gemeinsam mit der Regelblutung abbluten. In der Regel handelt es sich bei Endometrioseherden um gutartige Wucherungen, jedoch können diese metastasieren und in den angesiedelten Organen bleibende Schäden verursachen.

 

Was sind die Anzeichen?

Wie bei jeder Erkrankung gibt es ganz individuelle Krankheitsverläufe. Einige Patientinnen haben gar keine Schmerzen, weshalb Endometriose in diesen Fällen meistens unentdeckt bleibt. Andere betroffene Frauen leiden an chronischen Schmerzen. Die meisten Patientinnen haben starke Schmerzen, die zur gleichen Zeit wie die monatliche Menstruationsblutung einsetzen. Aufgrund der unterschiedlich ausfallenden Symptome bezeichnen viele Ärzte Endometriose als „Chamäleon der Gynäkologie“.

Zu den Anzeichen von Endometriose können die folgenden Beschwerden gehören:

  • Starke bis krampfartige Schmerzen – oftmals im Einklang mit der Periode – die in der zweiten Hälfte des Monatszyklus auftreten
  • Chornische Schmerzen, die nicht aufhören
  • Starke Monatsblutung sowie Zwischenblutungen
  • Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr sowie bei gynäkologischen Untersuchungen
  • Bauch- und Rückenschmerzen, die in die Beine ausstrahlen können
  • Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang
  • Blutungen aus der Blase oder dem Darm
  • Durchfall, Verstopfung oder Blähungen

Wenn Sie vermuten, an Endometriose erkrankt zu sein, sollten Sie sich umgehend an Ihren Frauenarzt wenden und sich untersuchen lassen.

 

Wie wird Endometriose diagnostiziert?

Wie bei jeder gynäkologischen Untersuchung fragt der Frauenarzt eine Patientin zunächst nach ihrer Krankengeschichte. Leiden nahe Verwandte wie die Mutter oder eine Schwester an Endometriose, kann eine familiäre Veranlagung nicht ausgeschlossen werden. Im Anschluss untersucht der Arzt die Patientin, indem unter anderem Vagina, Bauchdecke und Enddarm abgetastet werden. Größere Endometrioseherde sind eventuell schon bei einer Ultraschalluntersuchung zu erkennen. Jedoch kann eine zuverlässige Diagnose nur im Rahmen einer Laparoskopie, einer Bauchspiegelung, getroffen werden. Da es sich um einen kleinen operativen Eingriff handelt, muss ein Frauenarzt abwägen, ob eine Laparoskopie notwendig ist. Die bei der Bauchspiegelung entnommenen Gewebeproben werden im Labor genau untersucht. Wenn eine Patientin an einem scheinbar unerklärlichen Fruchtbarkeitsproblem leidet, können bei einer Laparoskopie auch die Eileiter genauer untersucht werden.

 

Welche Behandlungsoptionen gibt es?

Eine Behandlung der Endometriose ist nur dann notwendig, wenn die Erkrankung Probleme verursacht oder schlimmer wird. Viele Mediziner sind sich einig, dass Endometriose interdisziplinär behandelt werden sollte, da sich die Entzündungsherde nicht nur auf Organe, sondern auch auf das Immunsystem und den Hormonhaushalt einer Frau auswirken können. Beim Abwägen der besten Behandlungsmethode werden auch das Alter der Patientin sowie ein möglicher Kinderwunsch berücksichtigt.

  • Operativer Eingriff: Im Rahmen einer Bauchspiegelung können Endometrioseherde auch gleich behandelt werden. Zur Auswahl stehen unter anderem die Entfernung von entzündetem Gewebe und die Verödung von betroffenen Stellen. Wenn die Krankheitsherde weniger umfangreich ausgebreitet sind, ist unter Umstände auch eine Operation durch die Scheide möglich.
  • Medikamente: Mithilfe einer medikamentösen Behandlung von Endometriose können etwa Symptome wie starke Schmerzen unter Kontrolle gebracht werden. Da Endometriose hormonell gesteuert wird, können bestimmte hormonelle Verhütungsmittel wie die Anti-Baby-Pille verschrieben werden, um die Monatsblutung und damit auch die Schleimhaut außerhalb der Gebärmutter zu unterdrücken. Oftmals sind Medikamente jedoch nur eine temporäre Lösung, die hilft, die Krankheit sowie ihre Beschwerden zu lindern.

 

Kann ich trotz Endometriose Kinder bekommen?

Ja, Patientinnen mit Endometriose können sich ihren Kinderwunsch im Normalfall erfüllen. Frauen haben die Chance, auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Manchmal sorgt eine Schwangerschaft sogar dafür, dass sich die Endometriose zurückbildet und weniger aktiv ist. Wenn eine Frau ihre Familienplanung abgeschlossen hat oder sich keine Kinder wünscht, kann auch eine Entfernung der Eierstöcke, Eileiter oder der Gebärmutter in Betracht gezogen werden. Dies ist allerdings nur bei einem ausgeprägten sowie bedrohlichen Krankheitsverlauf ratsam und bleibt damit die letzte Behandlungsoption.

 

Am Tag der Endometriose können Sie sich ausführlich über eine der häufigsten Frauenkrankheiten informieren. Haben Sie regelmäßig wiederkehrende Schmerzen, die stark ausgeprägt sind? Treten auch weitere typische Symptome auf, könnten Sie an Endometriose leiden. Sie sollten Ihre Beschwerden mit dem Frauenarzt Ihres Vertrauens besprechen. Trotz der Diagnose Endometriose können die meisten Frauen dennoch schwanger werden und Kinder bekommen. Sollten sich aufgrund der Krankheit jedoch ernsthafte Fruchtbarkeitsprobleme entwickeln, haben Sie immer noch die Möglichkeit, sich an einen Kinderwunschexperten wie IVI zu wenden. Bei IVI können Sie sich Ihren Familienwunsch dank modernster medizinisch assistierter Reproduktionsbehandlungen erfüllen. Vereinbaren Sie noch heute einen Beratungstermin mit unseren Kinderwunschexperten.

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