11 Oktober 2019

Was ist eine Vasovasostomie? Ist diese nötig, um nach einer Vasektomie ein Kind zu haben?

Einige Männer entscheiden sich entweder allein oder gemeinsam mit ihrer Partnerin dazu, eine Vasektomie durchführen zu lassen. Diese ist eine der sichersten Formen der Verhütung. Doch nicht jeder sterilisierte Mann ist mit dieser Entscheidung auf Dauer zufrieden. Aufgrund von veränderten Lebensverhältnissen, wie unter anderem einer neuen Beziehung, ändern rund sechs Prozent aller sterilisierten Männer ihre Meinung und entscheiden sich für eine Vasovasostomie. In diesem Blogbeitrag informieren wir Sie ausführlich über die Refertilisierung des Mannes. Ist diese wirklich nötig, um ein Kind zu zeugen? Wir liefern Ihnen alle Antworten rund um die Umkehrung einer Vasektomie und deren Erfolgschancen. Unter anderem erfahren Sie, wie eine männliche Sterilisierung wieder rückgängig gemacht werden kann und wie hoch die Chancen auf eine Schwangerschaft nach dem Eingriff sind.

Was ist eine Vasovasostomie?

Eine Vasovasostomie ist ein operativer Eingriff, mit welchem eine Vasektomie rückgängig gemacht wird. Um die getrennten Samenleiter erneut miteinander zu verbinden, führt der Arzt zwei kleine Schnitte über der Hodenhaut durch. Auf diese Weise werden die Samenleiter freigelegt, die im Anschluss unter einem speziellen Mikroskop vereint werden. Da ein Samenleiter nur rund einen halben Millimeter breit ist, erfordert diese Operation absolute Präzisionsarbeit. Vor dem Zusammennähen werden die vernarbten Enden abgeschnitten. In der Regel führt dies dazu, dass eine Flüssigkeit austritt, die befruchtungsfähige Spermien enthalten sollte. Ist dies nicht der Fall, können die Enden des Samenleiters nicht direkt miteinander verbunden werden.

Was Sie über eine Vasovasostomie wissen sollten

Männer sollten sich bewusst machen, dass sowohl eine Vasektomie als auch eine Vasovasostomie lebensverändernde Eingriffe sind, die man sich gut überlegen sollte. Je nachdem, ob eine direkte oder indirekte Vereinigung der Samenleiterenden durchgeführt wird, dauert eine Operation zwischen einer und drei Stunden. Anders als bei einer Vasektomie ist für eine Vasovasostomie eine Vollnarkose notwendig. Patienten müssen nach dem Eingriff normalerweise nicht im Krankenhaus bleiben. Es kann jedoch zu Wundinfektionen oder Blutergüssen kommen, die nach einigen Tagen wieder abklingen. Männer sollten sich gut überlegen, ob sie eine Sterilisierung durchführen lassen möchten, denn die Kosten für eine Vasovasostomie belaufen sich auf mehrere Tausend Euro, die nicht von der Krankenkasse bezahlt werden.

Chancen auf eine Schwangerschaft nach einer Vasovasostomie

Die besten Chancen, nach einer männlichen Sterilisierung ein Kind zu zeugen, haben Patienten, die ihre Vasektomie innerhalb von drei Jahren wieder rückgängig machen. Rund die Hälfte der sterilisierten Männer, die innerhalb von 36 Monaten eine Vasovasostomie durchführen lassen, zeugen anschließend erfolgreich ein Kind. Liegt die Vasektomie zehn Jahre oder länger zurück, sinken die Chancen jedoch deutlich. Die Erfolgsaussichten nach der Wiedervereinigung der Samenleiter hängt in erster Linie von der Durchgängigkeit ebendieser ab. Diese wird anhand der Samenzellen im Ejakulat ermittelt. Hinzukommen allerdings auch andere Faktoren, welche die Chancen auf eine erfolgreiche Befruchtung beeinflussen. Beispielsweise spielt das Alter von Mann und Frau eine große Rolle, da die Fruchtbarkeit bei beiden Geschlechtern mit zunehmendem Alter immer weiter abnimmt.

Ist eine Vasovasostomie nötig, um ein Kind zu kriegen?

Die einfache Antwort auf diese Frage lautet: Nein. Sollte eine Refertilisierung des Mannes nicht möglich sein oder ein Paar aufgrund von männlicher Unfruchtbarkeit nicht schwanger werden, besteht immer noch die Möglichkeit einer Samenspende. Wir von IVI verfügen über die größte Samenbank der Welt und bieten Patienten ein großes Spektrum an medizinisch assistierten Reproduktionsmethoden mit sowie ohne Spendersamen an. Nicht jede Vasovasostomie kann die Zeugungsfähigkeit eines Mannes wiederherstellen. Eine Hodenbiopsie kann helfen, sich seinen Kinderwunsch dennoch mit eigenen Samenzellen zu erfüllen. Im Rahmen einer kleinen Operation werden die Samen entweder aus den Hoden (TESE) oder Nebenhoden (MESA) entnommen und für eine intrazytoplasmatische Spermien-Mikroinjektion (ICSI) aufbereitet. Ärzte raten dazu, eine TESE oder MESA nur dann durchzuführen, wenn Untersuchungen ergeben haben, dass es nicht möglich ist, die durchtrennten Samenleiter erneut zu verbinden.

Schwangerschaft dank einer Samenspende

Es gibt allerdings neben einer Vasovasostomie noch weitere Möglichkeiten, ein Kind zu bekommen. Dazu zählen künstliche Befruchtungen mithilfe einer Samenspende. In unseren IVI-Kliniken stehen Ihnen sorgfältig erlesene Spendersamen zur Verfügung. Grundsätzlich müssen alle Spender über 18 Jahre alt und in einer guten körperlichen sowie geistigen Verfassung sein. Unter anderem werden die Samen auf sexuell übertragbare Krankheiten überprüft. Weiterhin führen unsere Spezialisten zahlreiche Gentests durch. Zudem wird die Patientenakte eines jeden Spenders genauestens kontrolliert, um das Risiko von genetischen Krankheiten beim Kind zu minimieren. Sobald interessierte Patienten sich für eine Samenspende entschieden haben und diese gründlich untersucht wurde, kann eine In-vitro-Fertilisation, ICSI oder intrauterine Insemination angesetzt werden.

Welche medizinisch assistierte Reproduktionsmethode nach einer Vasovasostomie?

  • In-vitro-Fertilisation: Bei einer IVF werden Samenzelle und Eizelle im Labor vereint, also außerhalb des Körpers der Frau. Entscheidend bei dieser Form der Reproduktionsmethoden ist, dass es sich um eine natürliche Befruchtung ohne weitere medizinische Eingriffe handelt. Die befruchteten und kultivierten Embryonen werden nach einige Tagen in die Gebärmutter übertragen, wo sich im Anschluss eine Schwangerschaft einstellen sollte.
  • Intrazytoplasmatische Spermien-Mikroinjektion: Anders als bei einer IVF basiert eine ICSI auf einem deutlich technologisierterem Verfahren, bei dem die Samenzelle direkt in die weibliche Eizelle injiziert wird. Diese Methode der medizinisch assistierten Reproduktionsmethoden ist als einzige mit einer Samengewinnung aus den Hoden oder Nebenhoden kombinierbar.
  • Intrauterine Insemination: Bei einer künstlichen Insemination werden die männlichen Samenzellen direkt in die Gebärmutter im Körper der Frau übertragen. Dabei können sowohl die Samen des eigenen Partners als auch Spendersamen verwendet werden. Liegen keine weiteren Fruchtbarkeitsprobleme vor, steht einer Schwangerschaft nichts im Wege.

Spielen Sie mit dem Gedanken, Ihre Sterilisierung rückgängig zu machen? Dann sollten Sie sich zunächst bei Ihrem Arzt gründlich zum Thema Vasovasostomie beraten lassen. Unabhängig davon, ob Ihre Refertilisierung erfolgreich war, haben Sie in unseren IVI-Kliniken diverse Möglichkeiten mithilfe von medizinisch assistierten Reproduktionsbehandlungen ein Kind zu zeugen. Vereinbaren Sie einen Termin mit unseren Spezialisten ganz einfach online auf unserer Website. Wir empfehlen Ihnen, für Ihren ersten Termin in einer unserer IVI-Kliniken unbedingt das umfangreiche Diagnose-Pack zu buchen. Dieses beinhaltet Ihre erste Sprechstunde, eine ausführliche gynäkologische Untersuchung der Frau, sofern erforderlich einen 3D-Ultraschall, einen Probetransfer und eine anschließende Besprechung der Ergebnisse.

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