14 Februar 2022

“Assisted Hatching”: Wie es die Schwangerschaftsquote bei embryonalem Kollaps verbessert

Schwangerschaftsquote Embryone
Vom Redaktionsausschuss im IVI Blog

 
Schwangerschaftsquoten und alles rund um Embryonen sind zentrale Themen auf dem Gebiet der assistierten Reproduktion. Die Embryonen, genauer gesagt, die Entwicklungsvorgänge, die diese bis zur Einnistung in der Gebärmutter der künftigen Mama durchlaufen. Dieses Interesse hat sich insbesondere in den vergangenen Jahren verstärkt, und zwar nicht nur aus wissenschaftlicher Perspektive, sondern auch aus gesellschaftlicher Sicht.

Daher möchten wir Ihnen von einer neuen Entdeckung berichten, deren Studie anlässlich des XI. Kongresses der Association for Reproductive Biology Research  (ASEBIR) vorgestellt und zudem ausgezeichnet wurde.

 

Was führt dazu, dass Embryonen kollabieren?

Wie bereits erwähnt, wurde bei einer von Herrn Dr. Marcos Meseguer, Embryologe und wissenschaftlicher Supervisor bei IVI, geleiteten Forschung mithilfe der Time-Lapse-Systeme beobachtet, dass etwa 20% der Embryonen während ihrer Entwicklung kollabieren. Dies bedeutet, dass bei diesen Embryonen bei der Hälfte der Zellen des Throphoblasts (Throphoektoderms) eine Abspaltung von der Zona pellucida eintritt, was zu einer signifikanten Verringerung des Einnistungspotenzials besagter Embryonen führt.

“Die Zona pellucida ist wie eine Schale, eine Schutzbarriere, die den Embryo schützt. Sie besteht aus Eiweißen und Zuckern und sie ist elastisch und formbar, daher kann sie sich dem Wachstum des Embryos anpassen. Sie ähnelt der Schale eines Hühnereis. Im Verlaufe des embryonalen Wachstums bricht sie auf, damit er schlüpfen kann. Der Throphoblast (Throphoektoderm) wiederum ist die Zellgruppe, die zur Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) vor- und in sie eindringen, sie besiedeln und dann die Entwicklung der Plazenta auslösen. Tatsächlich bildet der Throphoblast einen großen Teil der Struktur der Blastozyste und wächst solange, bis die Zona pellucida durchbrochen wurde, wie wir bereits ausgeführt haben“, erklärte Dr. Meseguer.

 

Die Bedeutung der assistierten Schlüpfhilfe (Assisted Hatching)

In diesem Zusammenhang kam es zur Studie “Assisted Hatching als Alternative zur Verbesserung der Ergebnisse in Blastozysten mit spontanem Kollaps, ausgewertet mithilfe des Time-Lapse-Systems”. Der Autor dieser Studie, Herr Dr. Meseguer, stellte sie anlässlich der XI. Veranstaltung des ASEBIR-Kongresses vor, der vor einigen Monaten in Toledo stattfand, und wo diese Erkenntnisse auch eine Auszeichnung erhielten.

“Es handelt sich um eine Studie, die eine signifikante Steigerung im Hinblick auf die Schwangerschaftsquoten innerhalb der während ihres Wachstums kollabierten Embryonen zeigt, bei denen eine assistierte Schlüpfhilfe („Assisted Hatching, Abkürzung: AH) vorgenommen wurde, nachdem sie aufgetaut worden waren. Diese Quote liegt bei 48%-60%. Damit werden ihre Erfolgschancen denen der übrigen Embryonen angeglichen, die während ihrer Entwicklung nicht kollabieren. Dank der Time-Lapse-Inkubatoren und der künstlichen Intelligenz (KI) können wir auf automatisierte und präzise Weise dieses Phänomen des Kollapses entdecken. Diese Technologie ist notwendig, um diejenigen Embryonen zu identifizieren, die ein geringeres Fortpflanzungspotential haben“, fügte Dr. Meseguer hinzu.

 

Rückimplantationsfehler kollabierter Embryonen

Die assistierte Schlüpfhilfe (bzw. Assisted Hatching) wurde mit Laser durchgeführt, mit dem ein Viertel der Zona pellucida des Embryos entfernt wurde. Das Ziel bestand darin, zu testen, dass die geringere Einnistungsfähigkeit kollabierter Embryonen mithilfe der Technik der assistierten Schlüpfhilfe bei Embryonen, die für den Transfer aufgetaut werden, umgekehrt werden kann.

“Trotz des negativen Effekts eines Kollapses auf das Fortpflanzungspotential eines Embryos hilft uns AH dabei, besagtes Fortpflanzungspotential des Embryos zu optimieren, weshalb sie sich als Technik profiliert, die in die Routine der In-vitro-Fertilisationslabore (IvF) aufgenommen wird, um die Schwangerschafts- und Einnistungsquoten zu verbessern und so letztlich auch die Ergebnisse bei den Patienten in den Verfahren der assistierten Reproduktion“, schloss Dr. Meseguer.

Dank der fortgesetzten Tätigkeit auf dem Gebiet der Forschung ist IVI nicht nur Leader bei den Behandlungen, sondern auch wegen seines Beitrags zur Reproduktionsmedizin. In seinen 7 Forschungszentren, die sich auf der ganzen Welt befinden, werden Studien und Tests durchgeführt, die den Patienten direkt zugutekommen, weil sie zu einer größeren Effizienz der Behandlungen führen.

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