18 November 2021

Die Eierstockalterung ist möglicherweise auf eine mitochondriale Dysfunktion zurückzuführen

Eierstockalterung
Vom Redaktionsausschuss im IVI Blog

Der IVIRMA Congress greift weiterhin Fragen höchster Aktualität der medizinischen Reproduktion auf, um alles Wissen zu teilen, welches unseren Patienten Lösungen bei maximalen Garantien bieten kann. In diesem Fall ging es in einem der Keynote-Vorträge, der von Herrn Prof. Dr. Emre Seli, Forschungsleiter von IVI in den USA, gehalten wurde, hauptsächlich um die möglichen Ursachen der Reproduktionsalterung bei Frauen in fortgeschrittenem Alter. Denn die Entscheidung, ein Kind zu bekommen, wird aus sozioökonomischen Gründen immer länger aufgeschoben und dies hat zweifelsohne Auswirkungen auf die Eierstockalterung.

Eierstockalterung und Mitochondrien

In diesem Zusammenhang hat Professor Seli anlässlich der 9. Veranstaltung des IVIRMA Congress eine Studie präsentiert, in dem die Rolle der mitochondrialen Dysfunktion bei der Eierstockalterung und die möglichen Formen der Erforschung der mitochondrialen Mechanismen zur Beschleunigung oder Umkehr der Veränderungen analysiert wird, welche in Zusammenhang mit dem Alter der weiblichen Geschlechtsdrüsen stehen, die für die Herstellung der Reproduktionszellen verantwortlich sind.

“Mitochondrien sind Zellorganellen, die eine Schlüsselrolle im Zellstoffwechsel spielen. Außerdem haben sie eine eigene, mitochondriale DNA und waren lange Zeit an der somatischen Alterung beteiligt. Die Hypothese, von der Wissenschaftler ausgingen, lautete, dass die mitochondriale DNA mit der Zeit Mutationen erlitten, was dazu führen würde, dass die aus der mitochondrialen DNA stammende Produktion von Proteinen weniger effizient wäre. Daher würde die Zelle, sobald sie ihre Fähigkeit verlöre, Energie auf effektive Weise zu erzeugen, schneller altern“, erklärte Herr Dr. Seli.

Derzeit leitet IVI eine Forschungslinie, die – obwohl die an die Mitochondrien geknüpfte Beschleunigung der Alterung nicht beeinflusst werden kann – eine wirksame Alternative für die Zukunft darstellen könnte.

“Wir sind dazu übergegangen, die Mitochondrien durch autologe Mitochondrien der Stammzellen der Patientin zu ersetzen und wir haben sie zum Zwecke einer potentiellen Verjüngung in die Quelle gesetzt. Allerdings, wie wir bereits in einer Studie von IVI Valencia bekräftigt haben, ist dieser Ansatz noch nicht abschließend ausgewertet worden“, erläuterte Herr Dr. Seli.

 

Alterung der Zellen

Die Hypothese, von der die Wissenschaftler ausgingen, die von Dr. Seli vorgestellt wurde, über durch den Lauf der Zeit verursachte Mutationen in der mitochondrialen DNA, basierte auf im Tierversuch gewonnenen Ergebnissen. Allerdings handelt es sich nicht um eine häufige Ursache für die Alterung der somatischen Zellen beim Menschen.

“Es wurden andere Theorien darüber aufgestellt, wie Mitochondrien auf die Zellgesundheit und –alterung einwirken könnten. Einige von ihnen legen nahe, dass die Probleme der mitochondrialen Fusion, d.h., dass die Mitochondrien sich miteinander treffen oder fusionieren, oder die Probleme, die sich aus dem Stress der Mitochondrien ergeben, die Alterung beschleunigen könnten. Dieses Szenario konnte in Versuchen mit Tieren beobachtet werden und man entdeckte eine beschleunigte Eierstockalterung und Schädigungen in der Reserve“, erklärte Dr. Seli.

Außerdem wurden die Mitochondrien als Diagnose-Tools benutzt, die die Anzahl an Kopien der mitochondrialen DNA als Prognose für die Gesundheit und Verwertbarkeit des Embryos messen.

 

Der Kampf gegen die Eierstockalterung

Zweifellos stellen die Verschlechterung der Eizellreserve und damit die Alterung der Eierstöcke Fragen dar, auf die sich Aufmerksamkeit der Reproduktionsmedizin konzentriert. Tatsächlich könnte ca. 1% der Frauen ein vorzeitiges Eierstockversagen erleiden, was es ihnen unmöglich machen würde, mit ihren eigenen Eizellen Mutter zu werden, selbst mithilfe von Fertilitätsbehandlungen. Die Eizellspende könnte für diese Frauen eine Alternative sein.

Herr Professor Antonio Pellicer, Präsident und CEO von IVI, hat während des IVIRMA Congress eine Studie vorgestellt, die auf die Reaktivierung der Eierstöcke als machbare und effiziente Option für diese Patientinnen fokussiert ist.

“Unsere Studien haben nachgewiesen, dass die autologe Transplantation von Stammzellen der Eierstöcke fähig ist, das Wachstum der vorhandenen Follikel zu optimieren, was Schwangerschaften und Geburten bei Patientinnen möglich gemacht hat, die Low Responder mit schlechter Prognose waren“, erläuterte Prof. Pellicer

 

Stammzellen ermöglichen die Reaktivierung der Eierstöcke

IVI hat eine experimentelle Studie entwickelt, um die Kapazität verschiedener Faktoren, die aus den Stammzellen ausgeschüttet werden, zur Reaktivierung der Eierstöcke zu testen. Auf diese Weise wurde nach eine effizienten, aber weniger invasiven Technik gesucht, wie Prof. Pellicer es beschrieb.

“Wir haben weitere, in den Plättchen enthaltene Faktoren getestet, die die Basis der PRP-Behandlung (an Wachstumsfaktoren reiches Plasma) sind, die für Frauen mit Eierstockinsuffizienz gedacht ist. Diese Studie spiegelt wider, dass verschiedene Plasmaquellen oder Stammzellfaktoren oder Blutplasma aus der Nabelschnur fähig waren, verschiedene Grade der lokalen Eierstock-Vaskularisation, der Zellproliferation, zu induzieren, die Apoptose zu reduzieren und schließlich das Follikelwachstum bei Mäusen mit geschädigten Eierstöcken zu fördern“.

Diese Entdeckungen legen nahe, dass die Kombination der Vorteile der nicht zellulären Komponenten der ASCOT-Technik mit den Wachstumsfaktoren, die in den Plättchen enthalten sind, die regenerativen Effekte im Eierstock verbessern und beschleunigen und eine wirksame Behandlung für die Patientinnen sein können, die eine geringe Eierstockreserve haben, damit sie ihre eigenen Eizellen nutzen können, und zwar mit ermutigenden Ergebnissen.

 

9th IVIRMA Congress

IVI veranstaltet den 9th International IVIRMA Congress zur assistierten Reproduktion vom 15.-19. November 2021, bei dem sich die weltweit bedeutendsten Forscher auf diesem Fachgebiet treffen. Bei diesem Event werden die auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin sowie die innovativsten Techniken und die Ergebnisse der jüngsten Forschungen erzielten Fortschritte vorgestellt. Darüber hinaus dient er als Treffpunkt, bei dem man die besten Praktiken zur Verbesserung der Ergebnisse der tagtäglichen Arbeit dieser Tätigkeit miteinander teilen kann. Der Kongress, der zum 9. Mal abgehalten wird, findet online statt und vereint mehr als 1.000 Spezialisten aus 65 Ländern. Er findet alle zwei Jahre statt.

Fordern sie unverbindlich weitere informationen an:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zurück zum Anfangarrow_drop_up