17 August 2017

Einfluss des Rauchens auf die Fruchtbarkeit

Tabak und Fruchtbarkeit passen nicht gut zusammen. Es ist weitläufig bekannt, dass Rauchen schädigend auf die Gesundheit wirkt und Ursache für eine große Anzahl von Krankheiten ist, die zum Tod führen können: Krebs, Atemwegs- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem beeinträchtigt das Rauchen die Fruchtbarkeit und reduziert die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden um die Hälfte.

Passivrauchen des Babys

Wenn ein Paar mit Kinderwunsch aus Raucher*innen besteht, ist die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Empfängnis viermal geringer als bei Nichtraucher*innen. Ist eine Schwangerschaft trotzdem geglückt, besteht in der nächsten Phase ein deutlich höheres Risiko für Fehlgeburten, Frühgeburten und anderen Schwangerschaftskomplikationen. Auf den Tabakkonsum sollte vor und während der Schwangerschaft sowie der Stillzeit komplett und durchgehend verzichtet werden. Passivrauchen greift das Lungengewebe des Kindes an, Atemwegsinfektionen und Asthma treten deutlich häufiger auf als bei Kindern von Nichtraucher*innen. Die schädlichen und krebserregenden Inhaltsstoffe im Tabakrauch, wie Blausäure, Ammoniak, Kohlenmonoxyd u.a., schwächen die Gesundheit des Kindes der rauchenden Eltern, sie müssen 2 bis 3 mal so oft mit Mittelohrentzündung, sogar 4 bis 7 mal so häufig mit Hirnhautentzündungen kämpfen. Typische Kindererkrankungen verlaufen oft schwerwiegender. Wenn der Fötus dem Rauchen bereits im Mutterleib ausgesetzt ist, erhöht sich zusätzlich das Risiko von Missbildungen, aber auch von Übergewicht, Unruhe, Reizbarkeit sowie Aufmerksamkeits- und Verhaltensstörungen beim geborenen Kind.

Die schädlichen Inhaltsstoffe von Zigaretten setzen sich im gesamten Wohnbereich ab (auf Sofas,  Vorhängen etc.) und lassen sich nicht mit einfachem Lüften wegzaubern. Sie verbleiben in den Räumen. Es stellt ein Risiko für die Gesundheit und die Entwicklung der Kinder da, in Räumen zu rauchen, in denen die Kleinen mitleben. Das gilt auch und besonders für den sehr begrenzten Raum des Autos.

Nicht zuletzt kann Passivrauchen im Mutterleib für eine spätere Unfruchtbarkeit des Kindes verantwortlich sein.

Einflüsse des Rauchens auf die Frau

Es klingt erschreckend, aber man kann sagen, dass Rauchen eine Frau soweit beeinträchtigt, dass sie, was ihre Fortpflanzungsfähigkeit anbetrifft, wie eine zehn Jahre ältere Frau zu betrachten ist. Zumindest sind ihre Eizell- und Embryonenqualität deutlich schlechter als die ihrer nichtrauchenden Altersgenossinnen. Nikotin vermindert die Fähigkeit, Östrogene zu produzieren.

Die Fruchtbarkeit ist bei der Frau auch dann bereits eingeschränkt, wenn sie selbst dem Rauch nur passiv ausgesetzt ist. Sowohl bei aktiven als auch bei passiven Raucherinnen wurden niedrigere Werte des Anti-Müller-Hormons festgestellt.

Bei Raucherinnen sammeln sich in der Follikelflüssigkeit und den Eierstockzellen giftige Metabolite an, die schädlich für die gesunde Reifung der Oozyten sind. Bei Kinderwunschbehandlungen werden doppelt so viele Versuche wie bei Nichtraucherinnen benötigt, um eine Schwangerschaft zu erreichen. Die Erfolgsraten für eine gesunde Schwangerschaft und Geburt sind zudem niedriger.

Einflüsse des Rauchens auf den Mann

Männer sind durch Störungen des Hormonspiegels betroffen, was Auswirkungen auf die Qualität, Menge und Motilität der Spermien hat. Es kommt zu einer häufigen Schädigung des genetischen Materials oder der DNS der Spermienzellen. Zudem können die Arterien, die zum männlichen Geschlechtsorgan, dem Penis, führen, durch die Schadstoffe in den Zigaretten geschädigt werden, was zu Unfruchtbarkeit führen kann. Das Risiko für Sterilität bei Männern, die mehr als ein Päckchen am Tag rauchen, liegt 40% über dem von Nichtrauchern. Zwar besitzt die Reproduktionsmedizin heutzutage Techniken, trotz eines schlechten Spermiogramms noch die Chance auf eine Vaterschaft zu bieten, jedoch macht es die Prozesse langwieriger, komplizierter, weniger Erfolg versprechend.

Für eine erfolgreiche Kinderwunschbehandlung kommt es auf die bestmögliche Motivation und Vorbereitung von Seiten beider Partner an.

Sind „Light“- Zigaretten mit geringerer Nikotinmenge weniger schädlich?

Die Light-Versionen von Zigarettenmarken kommen „gesünder“ daher als die normalen Sorten. Dies ist ein irreführender Trugschluss. Viele Mediziner, so auch unsere Spezialisten von IVI, weisen darauf hin, dass die Konsument*innen von Light-Zigaretten dazu neigen, den Rauch tiefer einzuatmen und schneller rauchen, was im Endeffekt zur Aufnahme einer gleichen Nikotinmenge führt.

 

Gar nicht so lang: Es dauert bis zu einem Jahr, bis die Fruchtbarkeit nach der letzten Zigarette wiederhergestellt ist und der eines vergleichbaren Nichtrauchers entspricht. Mit dem Rauchen aufzuhören bedeutet einen Akt der Freiheit. Kein Zweifel: Es ist ein harter Kampf um diese Freiheit. Wenn du sie erreichst, schenkst du dir Gesundheit, Selbstbewusstsein, ganz nebenbei weniger finanzielle Ausgaben, aber vor allem die Möglichkeit, dir den Traum vom eigenen Kind zu erfüllen. Das sollte der stärkste Anreiz überhaupt sein.

Fordern sie unverbindlich weitere informationen an:

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