1 Oktober 2018

Künstliche Befruchtung: Definition. Was ist es?

Nicht jedes Paar kann seinen Kinderwunsch sofort und problemlos realisieren. Oftmals gestaltet sich das Schwangerwerden aus verschiedenen Gründen komplizierter. Sollte die Fruchtbarkeit der Frau, des Mannes oder beider Partner beeinträchtigt sein, müssen Paare jedoch keinesfalls ihren Kinderwunsch aufgeben. Für viele Betroffene ist eine künstliche Befruchtung die Lösung. IVI ist seit mehr als 27 Jahren Experte im Bereich der medizinisch unterstützten Reproduktion. Dank unserer modernen Befruchtungstechniken wurden bis heute mehr als 160 000 Kinder geboren. In diesem Beitrag informieren wir Sie darüber, was eine künstliche Befruchtung ist, welche unterschiedlichen Methoden es gibt und in welchen Fällen Sie Anspruch auf einen Leistungszuschuss von Ihrer deutschen Krankenkasse haben.

 

Was ist eine künstliche Befruchtung?

Wenn eine Schwangerschaft nicht auf natürlichem Weg, also durch Geschlechtsverkehr, zustande kommt, können Frauen und Paare ihrem Kinderwunsch durch eine künstliche Befruchtung näherkommen. Hierbei wird die Eizelle der Frau mithilfe der Medizin künstlich befruchtet. Laut des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) nehmen immer mehr Frauen die Möglichkeit einer künstlichen Befruchtung wahr, um schwanger zu werden.

 

Wie genau eine künstliche Befruchtung bzw. deren Ablauf aussieht, hängt unter anderem davon ab, welche Fruchtbarkeitsprobleme vorliegen. Unter anderem können eine eingeschränkte Mobilität der Spermien beim Mann oder verklebte Eileiter bei der Frau zu Problemen beim Schwangerwerden führen. Sollten Sie seit geraumer Zeit erfolglos versuchen, ein Kind zu bekommen, ist es ratsam einen Termin mit einem unserer Spezialisten zu vereinbaren. Diese untersuchen jeden Fall gründlich und finden die für Sie passendste Methode der medizinisch unterstützten Reproduktion.

 

Die unterschiedlichen Methoden einer künstlichen Befruchtung

Ebenso wie es unterschiedliche Gründe dafür gibt, warum Paare nicht auf natürlichem Wege schwanger werden, existieren auch diverse Methoden der künstlichen Befruchtung. Wir stellen Ihnen einige der gängigsten Techniken vor:

 

Zyklusoptimierung

Oftmals reicht es schon völlig aus, den Zyklus einer Frau zu optimieren, um ein positives Schwangerschaftstestergebnis zu erzielen. Lassen Sie sich von Ihrem Gynäkologen hinsichtlich der Hormone in Ihrem Blut beraten. Auf diese Weise wird der optimalste Zeitpunkt für den Geschlechtsverkehr bestimmt. Sie können auch auf eigene Faust Ihren Eisprung ermitteln oder sich einen Test in der Apotheke kaufen, um Ihre fruchtbarsten Tage zu identifizieren. Eine Zyklusoptimierung ist in Kombination mit einer Hormonbehandlung noch effektiver.

 

Hormontherapie

Eine Hormonbehandlung wird vom Frauenarzt dann empfohlen, wenn die Hirnanhangsdrüse zu wenig Hormone produziert. Über eine Zufuhr in Form von Tabletten oder Spritzen wird die Hormonausschüttung gefördert. Ziel dieser Therapieform ist ein Eisprung. In vielen Fällen wird eine Hormonbehandlung als erster Schritt im Ablauf einer künstlichen Befruchtung verordnet, um die Chancen, schwanger zu werden, zu maximieren.

 

IVF

Bei In-vitro-Fertilisation (IVF) handelt es sich um die am häufigsten verwendete Methode der medizinisch unterstützten Reproduktion. Umgangssprachlich spricht man auch oft von einer Befruchtung im Reagenzglas. Unter IVF versteht man die Zusammenführung einer Samen- und Eizelle außerhalb des weiblichen Körpers. Die eigentliche Befruchtung findet dann jedoch ohne äußere Einwirkung statt. In diesem Video erhalten Sie einen ersten Einblick, wie unsere Spezialisten eine Eizelle im Labor befruchten. Diese Form der künstlichen Befruchtung hat der britische Mediziner Robert Edwards entwickelt. Im Juli 1978 wurde das erste Kind, das mithilfe von IVF erzeugt wurde, geboren.

https://ivi-fruchtbarkeit.de/assistierten-reproduktion-behandlungen/in-vitro-fertilisation/

 

ICSI

Die Intrazytoplasmatische Injektion (ICSI) ist, vereinfacht erklärt, eine Weiterentwicklung der IVF-Methode. Sollten mehrere IVF-Versuche fehlschlagen oder bekannt sein, dass der Mann über ein schlechtes Spermiogramm verfügt, kann eine ICSI zum Kinderwunsch verhelfen. Im Gegensatz zu IVF wird es nicht den Spermien selbst überlassen, den Weg zur Gebärmutter zu finden. Bei der ICSI-Methode wird das Spermium direkt in die Gebärmutter eingeführt. Diese Art der künstlichen Befruchtung bietet sich auch bei Männern an, die sich einer Vasektomie unterzogen haben. Weitere Befruchtungsoptionen im Falle einer gravierenden Fortpflanzungsstörung des Mannes erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

ICSI

 

Optionen der künstlichen Befruchtung bei Fruchtbarkeitsproblemen des Mannes

Bei Fruchtbarkeitsproblemen des Mannes – beispielsweise einer geringen Anzahl an Spermien oder einer eingeschränkten Beweglichkeit ebendieser – besteht die Chance, mithilfe einer Insemination ein Kind zu zeugen. Eine Insemination gehört zu den unkomplizierteren Formen der künstlichen Befruchtung und wird innerhalb des Körpers einer Frau vollzogen. In einem ersten Schritt wird untersucht, ob bei der Frau ein Eisprung stattfindet. Sobald das Eisbläschen einen Durchmesser von 18 bis 20 mm erreicht, kann der Eingriff durchgeführt werden. Um ungewollte Mehrlingsschwangerschaften zu verhindern, werden überschüssige Follikel abgesaugt. Über einen rund 1 mm dünnen Katheter wird das Sperma des Mannes direkt in die Gebärmutter eingeführt. Je nach Zustand der Spermien des Partners wird eine der beiden folgenden Inseminationen durchgeführt:

 

Intrauterine Insemination

Bei dieser Methode wird das Sperma des eigenen Partners verwendet. In speziellen Räumen wird das Ejakulat direkt vor Ort gewonnen. Im Anschluss folgt ein Reinigungsprozess, der mitunter die Qualität der Spermien optimieren kann. Während des Zentrifugierens werden zudem fehlgeformte oder unbewegliche Spermien herausgefiltert. Eine Insemination erfolgt ambulant und ist im Normalfall schmerzfrei für die Frau. Nach einer 20-minütigen Erholungsphase darf die Patientin schon wieder nach Hause gehen.

 

Heterologe Insemination

Bei der heterologen Insemination handelt es sich um die gleiche Methode, allerdings findet die künstliche Befruchtung mit Spendersamen statt. Die Erfolgschancen, durch eine Insemination schwanger zu werden, liegen generell zwischen 15 und 25 Prozent. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, den Vorgang drei- bis viermal durchzuführen. Sollte diese Variante der künstlichen Befruchtung auch nach mehreren Versuchen nicht zu einer Schwangerschaft führen, bleiben Paaren immer noch die bereits erwähnten Methoden IVF und ICSI.

 

 

Was kostet eine künstliche Befruchtung?

Viele Paare, die sich mit den Themen Kinderwunsch und medizinisch unterstützter Reproduktion beschäftigen, landen schnell bei den Kosten einer künstlichen Befruchtung. Mit welcher Summe ein Paar rechnen muss, hängt von der jeweiligen Behandlungsmethode und -dauer ab. In bestimmten Fällen trägt die Krankenkasse einen Teil der Kosten. Zudem unterstützt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ungewollt kinderlose Paare. Ob diese Förderung für Sie in Frage kommt, hängt allerdings davon ab, in welchem Bundesland in Deutschland Sie leben. In Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachen, Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Berlin ist es möglich, eine finanzielle Unterstützung durch Bund und Länder zu beantragen. Dabei werden bis zu 25 Prozent des Eigenanteils der Kosten übernommen.

 

Künstliche Befruchtung und deutsche Krankenkasse: Was wird übernommen?

Welche Kosten von der Krankenkasse hinsichtlich einer künstlichen Befruchtung übernommen werden, hängt in erster Linie davon ab, ob ein Paar gesetzlich oder privat versichert ist.

 

Gesetzliche Krankenkassen

Laut §27a SGB V haben gesetzlich Versicherte einen Anspruch auf Unterstützung in Sachen künstliche Befruchtung. In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Hälfte der Medikaments- und Behandlungskosten für acht Zyklen einer Insemination ohne hormoneller Stimulation und drei Zyklen einer Insemination mit hormoneller Stimulation sowie drei Zyklen einer IVF oder ICSI. Letztere Methoden werden nur dann finanziell unterstützt, wenn die Inseminationen erfolglos bleiben. Einige Krankenkassen zahlen sogar mehr als 50 Prozent der Kosten. Um finanzielle Hilfe zu beantragen, sind einige wichtige Voraussetzung zu beachten, die jedoch von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich sein können. Beispielsweise gibt es keine Kostenübernahme einer künstlichen Befruchtung durch die gesetzlichen Krankenkassen für unverheiratete Paare. Zu den weiteren Voraussetzungen zählen:

  • Eine künstliche Befruchtung ist medizinisch notwendig.
  • Aus ärztlicher Sicht hat die Behandlung ausreichend Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft.
  • Ei- und Samenzellen stammen von den Ehepartnern.
  • Die Ehepartner sind mindestens 25, im Falle der Frau jedoch nicht älter als 40 und im Falle des Mannes nicht älter als 50 Jahre alt.

 

Private Krankenkassen

Je nach privater Krankenkasse variieren der Förderumfang und die dafür notwendigen Voraussetzungen. Generell ist zu beachten, dass die meisten privaten Krankenkassen sich nur dann an Behandlungs- und Medikamentenkosten beteiligen, wenn eine organische Ursache für die Unfruchtbarkeit medizinisch festgestellt wurde. Anders als bei gesetzlichen Krankenversicherungen existieren bei einigen privaten Versicherungen keine Altersgrenzen.

 

Eine künstliche Befruchtung mit Spendersamen wird normalerweise weder von einer gesetzlichen noch von einer privaten Krankenkasse übernommen. Um herauszufinden, auf welche Leistungen Sie tatsächlich Anspruch haben, sollten Sie Ihre Krankenkasse kontaktieren und sich ausführlich beraten lassen.

 

Künstliche Befruchtung im Ausland

Viele Paare spielen mit dem Gedanken, eine künstliche Befruchtung im Ausland durchführen zu lassen. Dies hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Paare, bei denen eine Eizellspende die größten Erfolgschancen auf eine Schwangerschaft verspricht, müssen sich medizinische Hilfe im Ausland suchen, da die Eizellspende in Deutschland verboten ist. Auf der anderen Seite ist es außerhalb der EU keinesfalls garantiert, dass europäische medizinische Standards eingehalten werden.

 

Die Kosten einer künstlichen Befruchtung in einem anderen EU-Staat werden von der Krankenkasse dann übernommen, wenn die Leistungen auch in Deutschland erstattungsfähig sind. Zudem ist es nicht möglich, das deutsche Embryonenschutzgesetz im Ausland zu umgehen und gleichzeitig eine finanzielle Unterstützung von der Krankenkasse für diese Form der künstlichen Befruchtung zu erhalten.

 

Wenn Ihr Kinderwunsch bislang unerfüllt geblieben ist, sollten Sie einen Blick auf unsere Website werfen und einen Termin mit einem unserer Spezialisten vereinbaren. Wir ermitteln die für Sie erfolgversprechendste Methode der künstlichen Befruchtung. Furchtbarkeitsprobleme müssen künftig nicht mehr zwischen Ihnen und Ihrer Familienplanung stehen. Informieren Sie sich noch heute über unsere Behandlungsformen, mit denen bereits hunderttausende Frauen schwanger geworden sind.

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