28 Dezember 2017

Höchste Schwangerschaftsraten und gesunde Babys: Wissenschaftliche Errungenschaften der IVI-Kinderwunschzentren im Jahr 2017

Das Kinderwunschzentrum IVI setzt von Beginn an auf die Einheit von Forschung, Lehre und individuelle Patient*innenversorgung gemäß den neuesten technischen Möglichkeiten und wissenschaftlichen Erkentnissen. Im Jahr 2017 veröffentlichte IVI eine Vielzahl von Studien, die zum Ziel haben, die Schwangerschaftsraten nach Kinderwunschbehandlung weiter zu verbessern. Jedes Mal lernen wir den Körper mit seinem Fortpflanzungssystem, seinem Hormonhaushalt und seinem genetischen Material besser kennen. Das ist uns bei unserer täglichen Arbeit in den Kinderwunschkliniken von großem Nutzen, denn unsere Forschungsergebnisse finden so schnell wie möglich Eingang in die Praxis. Dies kommt nicht nur den Patient*innen in Spanien zugute, sondern auch aus dem Ausland. Sechs IVI-Kliniken auf der Iberischen Halbinsel verfügen über deutschsprachiges medizinisches und Pflegepersonal.

IVI gehört zu den wichtigsten Zentren für Kinderwunschbehandlungen. Das beweist der Zusammenschluss mit der amerikanischen RMANJ im Februar diesen Jahres zur weltweit größten Gruppe für Reproduktionsmedizin: IVI-RMA Global. Die Vereinigung ermöglicht Forschung und Austausch im Zusammenschluss internationaler Wissenschaftler auf Spitzenniveau.

Beeindruckend: Sechs wissenschaftliche Artikel mit spanischer Beteiligung zählen im Jahr 2017 zu den 100 wichtigsten Fachartikeln, unabhängig von der Disziplin, weltweit. Der Beitrag El embarazo conduce a cambios duraderos en la estructura del cerebro humano (auf Deutsch: Die Schwangerschaft führt zu dauerhaften Veränderungen im menschlichen Gehirn), Position 23 im internationalen Ranking, fand unter Beteiligung von IVI-Wissenschaftlern statt.

Hier erfolgt ein kurzer Einblick in unsere wichtigsten Forschungsergebnisse 2017:

  • IVI findet heraus, dass durch die Behandlung mit vaginalem Progesteron das Risiko einer Frühgeburt bei Zwillingsschwangerschaften von Frauen mit einem verkürztem Gebärmutterhals (Zervix) deutlich gesenkt werden kann. Diese Patientinnen bilden die Gruppe mit dem höchsten Risiko für eine Frühgeburt. Ebenfalls reduziert werden durch die Verabreichung von vaginalem Progesteron Komplikationen bei Neugeborenen, wie z.B. Probleme mit der Atmung, und, das Allerwichtigste, neonatale Todesfälle.
  • In einer IVI-Studie mit männlichen Probanden, die unter Azoospermie leiden, also dem völligen Fehlen von Spermien im Ejakulat -eine Störung, die bislang Unfruchtbarkeit und Zeugungsunfähigkeit bedeutete- konnten bei 56% der Männer Samenzellen aufgespürt Die Technik, die dies ermöglicht, nennt sich Micro-TESE. Mittels einer minimal-invasiven Biopsie werden unter dem Mikroskop Zonen im Hodengewebe identifiziert, in denen noch Spermienkontingente enthalten sind. Der chirurgische Eingriff ist dabei so klein, das die Gefahr von Hodenschäden auf ein Minimum reduziert wird.
  • Auf dem 7. Internationalen IVI-Kongress in Bilbao im Mai diesen Jahres wurde eine Forschungsstudie unter der Leitung von IVI-Vorsitzenden Antonio Pellicer präsentiert, die zwei Methoden vorstellte, mit denen Frauen mit vorzeitigem Eierstockversagen, die die Familienplanung noch nicht abgeschlossen haben, geholfen werden kann. Ist der Vorrat an Follikeln in den Ovarien vor dem 35. Geburtstag aufgebraucht, spricht man von vorzeitigen Wechseljahren. Die Forscher arbeiten mit zwei Verfahren, die den Prozess der Alterung von Eierstöcken aufhalten können. Bei der ersten Methode wird Gewebe aus der Eierstockrinde entnommen und anschließend wieder reimplantiert. Diese Technik heißt OFFA, Ovarian Fragmentation for Follicular Activation, und findet bereits Anwendung in der Kinderwunschklinik IVI Valencia. Bei der zweiten Methode handelt es sich um die Infusion von Stammzellen aus dem Knochenmark in die Arterie, die die Eierstöcke mit Blut versorgt. Diese Technik wird BMDSC, Bone Marrow-Derived Stem Cells, genannt. Sie ist Teil einer IVI-Pilotstudie. Beide Verfahren zielen darauf ab, sogenannte schlafende Follikel in den Ovarien zu stimulieren. Es sind bereits mehrere spontane Schwangerschaften mit der Anwendung dieser Techniken geglückt.
  • Eine weitere IVI-Studie fand eine häufige Ursache für erfolglose Einnistung, Mehrfachfehlgeburten oder Schwangerschaftsvergiftung bei Kinderwunschbehandlungen mit Eizellspende in der immunologischen Kompatibilität aller Beteiligten. Bei dieser Behandlungsform müssen nicht nur die paternalen Antigene des Embryos vom mütterlichen Immunsystem anerkannt werden, sondern immunologische Merkmale der Spenderin müssen ebenfalls kompatibel sein. Die Verbindung von bestimmten Rezeptorzellen in der Gebärmutter mit gewissen Antigenen stellt ein Risiko für die menschliche Rasse da. Wenn durch die Eizellspende diese immunologische Kombination auftritt, steigt das Risiko von Schwangerschaftskomplikationen deutlich an. Deswegen ist die immunologische Übereinstimmung zwischen den werdenden Eltern, aber auch der Eizellspenderin sehr bedeutsam. Diese lässt sich durch einen einfachen Bluttest feststellen, so dass Abstoßungsreaktionen im Vorfeld vermieden werden können.
  • Neben der Vitrifikation von Eizellen, dem ultraschnellen Einfrieren, gibt es auch weitere Möglichkeiten zur Erhaltung der Fruchtbarkeit, etwa die Kryokonservierung von Ovarialgewebe aus der Eierstockrinde. Eine Studie von IVI und dem Universitätskrankenhaus La Fe in Valencia zeigt, dass die Erfolgschancen auf eine Schwangerschaft mit beiden Methoden etwa gleich hoch sind. Dieses Ergebnis ist wichtig, damit wir eine Vielzahl von erfolgreichen Techniken für jeden individuellen Fall anbieten können. Eine Vitrifikation von Eizellen kann z.B. bei einer Frau mit Krebsdiagnose empfehlenswert sein, wenn noch genügend Zeit vor der Krebsbehandlung verbleibt, um Oozyten entnehmen zu können. Das Einfrieren von Ovarialgewebe eignet sich dagegen bei jungen Patientinnen, bei denen die Regelblutung noch nicht eingesetzt hat, oder bei krebserkrankten Frauen, bei denen keine Zeit zur Stimulierung der Eierstöcke bleibt.
  • IVI stellte in diesem Jahr auch drei Studien vor, die sich auf die Verbesserung der Untersuchung und Behandlung von maskuliner Infertilität Ein Spermiogramm gibt Aufschluss über viele Aspekte der Fruchtbarkeit eines Mannes, kann jedoch nicht alle entscheidenden Faktoren analysieren, dazu gehören etwa die Chromosomenausstattung und Qualität des genetischen Materials der Spermien. Chromosomale Abweichungen können der Auslöser für eine schlechtere Spermienqualität sein. Eine simple Blutprobe zur Bestimmung des Karyotyps (das Bild aller Chromosomeneigenschaften einer Zelle) kann vorhersehbare Schwierigkeiten für eine erfolgreiche Schwangerschaft bei der Kinderwunschbehandlung vorhersehen und so vermeiden. Auch mit einer Durchflusszytometrie (Laserlicht) lassen sich Aussagen über die Spermienqualität treffen. Damit wird der Ploidiegrad untersucht, die Anzahl der Chromosomensätze. Zeigen sich durch diese Messung Anomalien in der DNS, hat dies Auswirkungen auf die Samenqualität, so die IVI-Studie. Zudem konnten IVI-Forscher beweisen, dass bei Fällen von vermehrten Störungen des genetischen Materials in den Samenzellen des Ejakulats, die DNS-Fragmentierung niedriger ausfällt, ihre Qualität also höher ist, wenn das Sperma per Hodenbiopsie gewonnen wird.
  • Schadstoffe -Benzol und Limonene- besitzen negativen Einfluss auf Embryos. Die Ergebnisse dieser IVI-Studie definieren aber generell eine maximale Schadstoffmenge für Kinderwunschbehandlungen und sind deswegen von großer Bedeutung. Limonene haben einen negativen Einfluss auf die embryonale Entwicklung. Ihnen im hohen Maß ausgesetzt zu sein, senkt die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die befruchtete Eizelle das Blastozystenstadium erreicht, also das Stadium, an dem der Embryo präferierterweise in die Gebärmutter transferiert wird. Benzol kann den Embryo auf der Ebene der Chromosomen beeinträchtigen und Anomalien hervorrufen. Umweltschadstoffe haben bewiesenermaßen Einfluss auf die Fruchtbarkeit von Frau und Mann, umso wichtiger ist es, die IVF-Laboratorien von negativen Umwelteinflüssen nach besten Kräften freizuhalten. Die auftretenden Mengen in den IVI-Laboratorien sind äußerst minimal und ungefährlich. Alle IVI-Kliniken nutzen Technologien auf dem neuesten Stand, um die Luft in den Laboren zu filtern und zu reinigen.

IVI bietet seinen Kinderwunschpatient*innen eine Fülle von Möglichkeiten, um den Wunsch nach einem gesunden Baby möglich zu machen. Das erfolgreiche Zusammenspiel von Spitzenforschung, Lehre und individueller, psychologisch einfühlsamer Patient*innenbetreuung unter Anwendung neuester Technologien und Methoden bildet die Grundlage, auf der unsere hohen Schwangerschaftsraten fußen.

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Höchste Schwangerschaftsraten und gesunde Babys: Wissenschaftliche Errungenschaften der IVI-Kinderwunschzentren im Jahr 2017

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