27 August 2018

Unfruchtbarkeit der Frau ist kein unlösbares Problem

 

Auch wenn es auf den ersten Blick seltsam erscheint, so ist es doch Fakt, dass die Fortpflanzungsfähigkeit des Menschen nicht sehr ausgeprägt ist. Pro Zyklus liegt die Aussicht auf eine Schwangerschaft nur bei rund 25 Prozent. Je älter die Frau, desto geringer werden die Chancen. Die Unfruchtbarkeit bei Frauen nimmt bereits ab 30 Jahren zu. Und ab 40 Jahren liegt die Schwangerschaftsrate unter 10 Prozent. Der Grund ist simpel: Quantität und Qualität der Eizellen sinken rapide mit zunehmendem Alter. Daher wird eine Unfruchtbarkeit deutlich häufiger diagnostiziert als gemeinhin angenommen. Allerdings sind davon beide Partner betroffen. Die Gründe für Sterilität sind allerdings nicht nur altersbedingt. Manchmal ist sie sogar nur temporärer Natur. Starke psychische und physische Belastungen sowie großer Stress können selbst bei jungen Paaren eine phasenweise Unfruchtbarkeit zur Folge haben. Der Körper entscheidet, dass die derzeitige Situation für ein Kind nicht geeignet ist. Löst sich dieser Belastungsknoten, kann auch die Fruchtbarkeit zurückkehren. In diesem Blog geben unsere Experten der IVI-Kliniken ausführlich Auskunft über die Unfruchtbarkeit der Frau, deren Ursachen, Symptome und Therapien.

 

Es sind viele Faktoren und Voraussetzungen notwendig, bis es zu einer Schwangerschaft kommt, die sich dann auch noch positiv entwickelt. Schon eine einzige Komponente genügt, um den Erfolg zu gefährden oder gar zunichte zu machen. So haben beispielsweise die Lebensführung ebenso Einfluss auf die Fruchtbarkeit wie Umwelt- und Genussgifte. Es gibt also viele Gründe für die Unfruchtbarkeit einer Frau. Mit Abstand zu den häufigsten gehören:

 

Organische Ursachen

 

Aufgrund von Infektionen, Operationen und Entzündungen sind oft die Ovarien verwachsen, verklebt oder verschlossen. Damit wird der Transport einer Eizelle erschwert oder sogar unmöglich. Ein vollständiger Verschluss ist häufig die Folge von Eileiterentzündungen oder infektiösen Geschlechtskrankheiten – hier spielt vor allem die Chlamydieninfektion eine Rolle. Verwachsungen der Gebärmutter, Endometriose (Gewebe der Gebärmutterschleimhaut, das außerhalb der Gebärmutter, u. a. an der Gebärmutterwand, in den Eierstöcken und Eileitern wächst), Myome (gutartige Wucherungen der Gebärmutter) und Eierstockzysten können ebenfalls für Unfruchtbarkeit verantwortlich sein.

 

Zuviel Testosteron, das in den Eierstöcken produziert wird, fördert Tumore und verhindert eine Schwangerschaft. Auch angeborene Fehlbildungen der Fortpflanzungsorgane sind Gründe für Kinderlosigkeit. Dazu zählen Anomalien der Eileiter oder der Vagina oder das völlige Fehlen der Gebärmutter. Sie tritt selten auf, verhindert jedoch eine Befruchtung: die Immunabwehr gegen die Spermien des Partners oder gegen die eigenen Eizellen.

 

Zusammenfassung organischer Ursachen

 

  • Eierstockzysten
  • Eileiterentzündung
  • Endometriose
  • Myome
  • Verwachsungen der Gebärmutter
  • Verwachsungen nach Operationen
  • Hormonproduzierende Tumore
  • Infektionen durch Geschlechtskrankheiten (z. B. Chlamydien)
  • Angeborene Fehlbildungen der Fortpflanzungsorgane
  • Immunreaktion gegen Spermien und/oder gegen die eigenen Eizellen

 

Wenn Hormone den Zyklus stören

 

Verläuft der Zyklus nicht normal, kann das zu einer verlängerten oder verkürzten Monatsblutung (Oligomenorrhö) oder einem völligen Ausbleiben der Periode(Amenorrhö) führen. Hormonstörungen haben daher weitreichende Folgen. Der Eisprung kann ausbleiben (Anovulation) oder es werden zu wenig Eizellen produziert. Wird nicht ausreichend Progesteron hergestellt, kommt es zu einer Gelbkörperschwäche (der Gelbkörper ist das Luteinisierende Hormon, LH). Wenn sich die Gebärmutterschleimhaut nicht ausreichend auf die Einnistung des Embryos vorbereiten kann, hat das befruchtete Ei Schwierigkeiten mit der Einnistung. Manchmal wird der Embryo auch abgestoßen. Gelegentlich wird den Spermien der Weg zur Gebärmutter verbaut, weil der Zervixschleim nicht die richtige Konsistenz hat.

 

Manchmal ist es die Schilddrüse

 

Nicht zu unterschätzen sind Schilddrüsenfehlfunktionen. Eine Überfunktion (Hyperthyreose) führt zu Fehlgeburten, eine Unterfunktion (Hypothyreose) hat Einfluss auf die beiden Hormone Prolaktin und das Luteinisierende Hormon (LH). Ein Ungleichgewicht dieser Hormonkonstellation macht den Eisprung problematisch. Hormonelle Störungen verursacht auch ein gestörter Insulinstoffwechsel, wie er bei Diabetikerinnen auftritt.

 

Übergewicht und Untergewicht

 

Übergewicht schadet der Fruchtbarkeit ebenso wie Untergewicht. Frauen mit starkem Übergewicht (Adipositas) produzieren vermehrt Testosteron und Östrogen. Viele Übergewichtige leiden zudem oft unter PCOS, dem Polyzystischen Ovarialsyndrom. Die Folge: Es gibt keine monatliche Blutung, sondern sie tritt deutlich seltener auf oder bleibt ganz aus. Bei starkem Untergewicht, wenn der Anteil des Körperfetts unter einen bestimmten Wert fällt, wird kein Luteinisierendes Hormon mehr produziert, das für den Eisprung zuständig ist.

 

Tumore als Ursache

 

Einen gestörten Eisprung können auch Tumore auslösen. Wie etwa das Prolaktinom. Prolaktin ist ein wichtiges Reproduktionshormon, das nötig ist, um ein Baby mit Muttermilch zu versorgen. Ein erhöhter Prolaktinspiegel (Hyperprolaktinämie) außerhalb einer Schwangerschaft wird durch einen Tumor der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) verursacht. In Folge dieses Prolaktinoms kommt es zu Störungen der Menstruation mit unterdrücktem Eisprung.

 

Zusammenfassung hormoneller Ursachen:

 

  • Verlängerte/verkürzte Monatsblutung (Oligomenorrhö)
  • Ausbleiben der Periode (Amenorrhö)
  • Eisprung bleibt aus (Anovulation)
  • Gelbkörperschwäche
  • Schilddrüsen-Überfunktion (Hyperthyreose)
  • Schilddrüsen-Unterfunktion (Hypothyreose)
  • Gestörter Insulinstoffwechsel
  • Starkes Übergewicht (Adipositas)
  • Starkes Untergewicht (Amenorrhoe)
  • Prolaktinom

 

Neben diesen beiden großen Ursachenkomplexen gibt es noch weitere Risiken, die einem Kinderwunsch entgegenstehen.

 

Wie der Lebensstil das Baby verhindert

 

Umweltfaktoren, Ernährung und Lebensrhythmus rufen häufig Hormonstörungen hervor. Raucherinnen sind ganz besonders gefährdet, da bei ihnen aufgrund eines erhöhten Kadmiumspiegels häufig der Eisprung vollständig ausbleibt. Frauen, die Alkohol trinken haben meist einen gestörten Zyklus . Bei den Umweltfaktoren wird das Metall Blei für Hormonstörungen und Zyklusunregelmäßigkeiten verantwortlich gemacht. Als besonders schädlich gelten Amalgamfüllungen. Sie bestehen aus einer Kombination von Quecksilber und anderen Metallen, die zu Zyklusstörungen führen können. Äußerst kritisch wird der Stoff Bisphenol A (BPA) eingestuft. Er ist die Grundlage für Polycarbonat-Kunststoffe und praktisch in allen Alltagsprodukten zu finden, von der Milchtüte bis hin zur Beschichtung von Konservendosen. BPA stört beispielsweise die Reifung der Eizellen. Auch ein Zusammenhang mit der Entstehung von Endometriose und dem Polyzistischen Ovarialsyndrom (PCOS) wird diskutiert.

 

Mit dem Alter steigt die Unfruchtbarkeit

 

Unbestritten ist, dass mit steigendem Alter die Unfruchtbarkeit der Frau steigt. Die fruchtbarste Phase hat einer Frau liegt zwischen 20 und 25 Jahren. Danach sinkt die Zahl der bei der Geburt angelegten rund 500 000 Eizellen, kontinuierlich ab, sodass eine natürliche Schwangerschaft immer unwahrscheinlicher wird. Die Anzahl der funktionstüchtigen Follikel sinkt, Zyklusstörungen durch eine Unterproduktion von bestimmten Botenstoffen treten auf, die Gebärmutterschleimhaut wird zu dünn und lässt eine Einnistung der befruchteten Eizelle nicht mehr zu. All diese Probleme betrifft insbesondere Frauen, die ihren Kinderwunsch immer weiter nach hinten schieben.

 

Auch die Gene spielen eine Rolle

 

Genetische Veränderungen führen oft zu Schwierigkeiten bei der Zellteilung, sodass sich die befruchtete Eizelle nicht weiter entwickelt und sich auch nicht in der Gebärmutter einnisten kann. Beim Turner-Syndrom, das ausschließlich Frauen betrifft, gibt es nur ein Geschlechtschromosom. Daher werden in den Eierstöcken keine Hormone produziert, die für den Eisprung notwendig sind. Ähnlich ist es beim Triple-X-Syndrom (3 X-Chromosome), das überwiegend bei Frauen auftritt. Die Hormonproduktion in den Eierstöcken ist nicht ausreichend, aufgrund einer Störung der Hirnanhangdrüse die Eierstöcke nur noch beschränkt funktionsfähig sind. Mehrere Erbkrankheiten, bei denen nur ein einzelnes Gen eine Störung aufweist, beeinträchtigen die Entwicklung eines Embryos, was unweigerlich zu Fehlgeburten führt.

 

Die Symptome einer Unfruchtbarkeit

 

Obwohl sie nicht leicht zu erkennen ist, gibt es doch eine Reihe von Symptomen, die auf eine Unfruchtbarkeit bei Frauen hinweisen können:

 

  • Chronische Unterbauchschmerzen
  • Starke Schmerzen während der Menstruation
  • Lange andauernde Periode (Hypermenorrhoe)
  • Zwischenblutungen
  • Schwache Blutungen
  • Veränderungen an Eierstöcken und/oder Gebärmutter
  • Unerklärliche Gewichtszunahme und Hautveränderungen

 

Welche Therapien es bei Unfruchtbarkeit gibt

 

Was für eine Behandlung bei einer Unfruchtbarkeit der Frau in Betracht kommt, hängt wesentlich von der Ursache ab. Therapeutisch infrage kommen:

 

  • Hormonstimulation der Eierstöcke
  • Hormontherapie
  • Operation bei undurchlässigem Eileiter
  • Psychotherapie bei seelischen Belastungen
  • Zyklusmonitoring
  • Umstellung der Lebensgewohnheiten
  • In-vitro-Fertilisation (IVF)

 

Analysen und Diagnose

 

Oft ist die künstliche Befruchtung die letzte Möglichkeit für Paare, sich den Kinderwunsch zu erfüllen, wenn alle anderen Therapieansätze erfolglos geblieben sind. Angesichts der Fülle von Ursachen, die mit der Unfruchtbarkeit einer Frau einhergehen, führen unsere Experten von den IVI Kliniken umfangreiche Tests durch. Nach einer gründlichen Analyse der klinischen Vorgeschichte des Paares, erfolgt eine sorgfältige Untersuchung der Frau.

 

Die Basaldiagnostik erlaubt einen ersten Hinweis auf den Hormonspiegel und ob die Hormonkonzentration im Normbereich liegt. Da der Hormonspiegel während des Tages schwankt, sind in der Regel weitere Tests erforderlich. Außerdem führen wir ein Ultraschall durch, um organische Ursachen wie Polypen oder Myome zu erkennen, respektive auszuschließen. Bei einer Hysterosalpingographie, das ist eine röntgenologische Untersuchung mit Kontrastmittel, werden Auffälligkeiten von Gebärmutter und Eileiter dargestellt. Wichtig ist auch ein Spermiogramm des Mannes, um dessen Samenqualität zu überprüfen.

 

Individuelle Behandlung

 

Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden wir mit dem Paar ausführliche Gespräche führen, welches Verfahren in unseren IVI Kliniken in Betracht kommen. Die assistierte Reproduktion bietet eine Reihe von Therapien, von denen jede individuell ausgearbeitet und exakt auf die einzelne Patientin abgestimmt wird. Unser Behandlungsspektrum beinhaltet:

 

  • In-vitro-Fertilisation
  • Künstliche Insemination
  • Eizellspende
  • Künstliche Befruchtung mit Fremdsperma
  • IVF Genetic, IVF+PGS (mit Chromosomenanalyse)
  • Erhaltung der Fruchtbarkeit. Dazu gehört die Vitrifikation von Eizellen, Einfrieren der Eierstockrinde, Ovarientransposition.

 

Mit den neuesten Techniken zum Wunschkind

 

Innovative Techniken sind für unsere hoch spezialisierten Mediziner bei IVI eine Selbstverständlichkeit. Unser wissenschaftliches Team hat bei vielen Entwicklungen eine aktive Rolle gespielt, sodass wir große Erfahren haben und immer auf dem neuesten Stand sind. Mit folgenden Techniken unterstützen wir eine Unfruchtbarkeitsbehandlung:

 

  • Vitrifikation (Einfrieren von Eizellen)
  • EmbryoScope® (Videobeobachtung aus dem Brutkasten)
  • Samenspenden (bei starken pathologischen Veränderungen)
  • Intrazytoplasmatische Injektion, ICSI (direkte Vereinigung von Eizelle und Spermium)
  • MACS (Technik zur Auswahl der besten Spermien)

 

Dass wir mit unseren Behandlungsmethoden und Techniken erfolgreich sein, belegen unsere Zahlen: IVI ist eine der Kliniken in Europa mit den höchsten Schwangerschaftsquoten. 9 von 10 Paaren können nach einer Therapie bei uns ihr Wunschbaby im Arm halten.

Fordern sie unverbindlich weitere informationen an:

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